Deprecated: Assigning the return value of new by reference is deprecated in /www/htdocs/v090980/blog/wp-settings.php on line 472

Deprecated: Assigning the return value of new by reference is deprecated in /www/htdocs/v090980/blog/wp-settings.php on line 487

Deprecated: Assigning the return value of new by reference is deprecated in /www/htdocs/v090980/blog/wp-settings.php on line 494

Deprecated: Assigning the return value of new by reference is deprecated in /www/htdocs/v090980/blog/wp-settings.php on line 530

Deprecated: Assigning the return value of new by reference is deprecated in /www/htdocs/v090980/blog/wp-includes/cache.php on line 103

Deprecated: Assigning the return value of new by reference is deprecated in /www/htdocs/v090980/blog/wp-includes/query.php on line 21

Deprecated: Assigning the return value of new by reference is deprecated in /www/htdocs/v090980/blog/wp-includes/theme.php on line 623
Die Primäre Tugend

Sarrazin - und wir schlagen mal wieder um uns.

September 4th, 2010

So, nun ist es also soweit. Die Bundesbank hat die Abberufung Theo Sarrazins als Bundesbankvorstand gefordert, der Bundespräsident muss nun entscheiden, was zu tun ist. Es ist eine Entscheidung darüber zu fällen, ob die jüngsten Äusserungen Sarrazins, insbesondere mit seiner Buchveröffentlichung “Deutschland schafft sich ab” tatsächlich dem Ansehen der Bundesbank geschadet haben. In der Begründung für die Abberufung wird auf Stimmen - von Merkel über Westerwelle etc. - verwiesen, die beweisen sollen, dass das Auftreten und die Meinung Sarrazins der Bundesbank geschadet hätten. Meines Erachtens zu Unrecht. Nun, es ist schon teils dämlicher Tobak und sind seltsame Thesen, die Sarrazin in seinem Buch ausführt. Teils naiv zusammengefaßt, teils bedrückend formuliert, teils schlicht schlecht recherchiert, teils einfach nur polemisch. Nun Sarrzin ist sicher kein begnadeter Schriftsteller, geschweige denn raffiniert in seinem Schreibstil. Wallraff übrigens auch nicht.

Aber nun folgendes - nur falls wir das vergessen sollten: “Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. (…). Eine Zensur findet nicht statt.”

Kommt Ihnen bekannt vor, der Spruch? Nun, so jedenfalls zu finden in Artikel 5, Absatz 1 unseres Grundgesetzes.

Das momentan mal wieder passiert, interessiert mich aus vielen Aspekten und ich erlaube mir, in diesem Zusammenhang einfach einmal ein paar Fragen zu stellen: ist denn das Bundesbankengesetz, der Ruf der Institution wirklich Grund genug, ein Grundrecht, ich wiederhole, ein Grundrecht, einzuschränken? Wird denn Sarrazin, wenn man nun über ihn als Privatmann, als Autor, spricht, überhaupt gleichgesetzt mit Sarrazin, dem Bundesbanker? Aus welcher Sicht und welche ist denn relevant? Die Sicht der Politiker, des Auslands, der Ausländer, der Deutschen, der gesamten Bevölkerung? Sind die geneigten oder weniger geneigten Leser wirklich nicht schlau genug, zwischen Sarrazin als Autor und Sarrazin dem Banker zu unterscheiden? Steckt nicht auch ein Fünkchen Wahrheit in so manch polemisch gemachter Äußerung und schlagen wir deswegen so verzweifelt um uns? Aus Angst, aus Wut oder aus Ohnmacht, weil wir es immer noch nicht gelernt haben, auch mit schwierigen Äußerungen emotionslos und nüchtern umzugehen? Wollen wir das überhaupt? Sollen wir das wollen, können oder dürfen? Könnten wir es überhaupt? Muss die Bundesbank ein Exempel statuieren und darf sie das? Brauchen wir überhaupt ein Exempel und wenn ja, für wen?

In der Frankfurter Allgemeinen von vergangener Woche (Dienstag?) war ein wunderbarer Artikel, der sich ganz nüchtern mit der Veröffentlichung Sarrazins und dessen Schwächen auseinandergesetzt hat. Leider habe ich den Autor vergessen. Ihm sollte ein Orden für erwachsenes und emanzipiertes Schreiben und Fähigkeit zur Auseinandersetzung auch mit schwierigen Themen verliehen werden.

Leider sind wir offensichtlich nicht soweit. Und dabei geht es hier nicht darum, Partei zu ergreifen für einen, auf den jetzt Jagd gemacht wird. Vieles von dem, was Sarrazin schreibt, sollte so nicht stehen gelassen werden, darf so nicht stehen gelassen werden und muss diskutiert oder korrigiert werden, aber genau das sollten wir eben auch tun. Nichts anderes. Immerhin spricht Sarrazin ja auch Ängste an, die viele haben, daran kann man ja nichts schön reden und sollte man es auch nicht tun. Vielmehr könnte man die Chance oder das zeitliche Moment nutzen, Entwicklungen anzusprechen, Bilanz zu ziehen, aus Fehlern zu lernen; Konsequenzen ziehen und andere Richtungen einschlagen; oder eben auch feststellen, dass trotz aller Kritik, genau das, was gemacht wird, das Richtige ist. Sprich konstruktiv mit Themen umgehen, auch wenn sie manchmal durch destruktive Schreibe auf den Tisch kommen.

Und dass alle Themen auf den Tisch kommen dürfen, das sollte eigentlich die Garantie der Meinungsfreiheit sein, eine unglaublich wertvolle Errungenschaft und Manifest eines jeden demokratischen Staates. Ich bin immer Stolz auf dieses Gut, wenn ich auf andere Länder blicke, in denen es nicht so ist, Meinungsfreiheit eingeschränkt und mit Füßen getreten wird.

Soweit sollten wir es in unserem Staat nicht kommen lassen; diese Freiheit haben wir uns hart erkämpft. Anstatt also kindisch und linkisch um uns zu schlagen, sollten wir uns verhalten wie emanzipierte Meinungsfreiheitler und beweisen, dass wir mit dieser Freiheit auch umzugehen verstehen. Und nun nur laut nach einer Abberufung Sarrazins zu rufen, ist genau das nicht.

Be true to yourself…

June 28th, 2010

Sometimes you have to do things simply to be true to yourself. No big thing but fundamental. Or with Kierkegard: To dare is to lose one’s footing momentarily… to not dare, is to lose oneself. We all can Horst.

Horst… who?

June 4th, 2010

Now it is official. Mr. Wulff is supposed to become the next president of the Federal Republic of Germany. At the end a surprise - after the discussions of Mrs. von der Leyen - but yet no rum start. There were only few candidates really on the short list while Mr. Schäuble or Lammert I did not see there. Yet the only thing counting is a fast end of any selection process that would have weakened the government for a too long period. There are by all means more important issues to handle with. The crisis not only the financial one but also the crisis resulting from Israel’s attack on a ship carrying humanitarian supplies with all political consequences will absorb the governments energy in the next future. Against that background the new election of a new president seems to be a tiny problem. So don’t waste any time. At the end: much ado about nothing. Instead of Mr. Köhler we will have Mr. Wulff on the top of the state only struggling predominantly the embassies around the world that have to change their pictures on the walls. Employees in Bellevue have to learn a new name, some walls will be newly painted according to the style of Mrs. Wulff and we will learn to get adapted to a new dialect listening to his speeches if one likes to listen to a president’s speeches anyway. But I am also glad to learn that even on that holy level one rule never changes: everybody is replaceable even if you don’t believe this for yourself. Another rule applies for how fast a farewell from a position will be forgotten. On normal levels we are talking at least about three days;for presidents this seems to be only a couple of hours that is yet impressive. From next week on nobody will talk about the former president any more and it will end how it started. Horst… who?

Koalitionsvertrag

October 27th, 2009

Haben Sie eigentlich schon einmal einen Koalitionsvertrag gelesen? Ich habe das jetzt mal getan, man will ja wissen woran man ist.

Der Koalitionsvertrag der Tigerenten-Regierung hat die berühmten 124 Seiten und zählt 6137 Zeilen. Zu fast allen Fragen des täglichen Lebens wird dort Stellung bezogen. Die meisten Sätze beginnen mit „Wir werden…, wir wollen…, wir streben an…“ und lesen sich wie die Wunschliste eines Kindes für den Weihnachtsmann oder in Bayern, das Christkind. An den meisten Stellen wird viel gewollt, an den wenigsten Stellen wird es konkret, sprich viele Fragen bleiben offen. Aber das ist vielleicht ja auch gut so. „Wir fahren auf Sicht“, hat die Bundeskanzlerin den Schlingelkurs durch die Finanzkrise einmal beschrieben. Recht hat sie wohl. Und wenn die Sicht schlecht ist, sollte man manchmal auf Planberechnungen verzichten und situationsbedingt reagieren.

Interessant ist, dass man ausdrücklich schreibt, dass man historische Fehler der Vergangenheit vermeiden will, sprich, den Sparkurs zur Haushaltskonsolidierung zu früh einzuschlagen. Deswegen auch die umfangreichen Steuererleichterungen von 24 Milliarden, die im Laufe der Legislaturperiode wirksam werden sollen und den zarten Aufschwung stützen sollen. Steht im Vertrag in Zeile 96, also ziemlich weit vorne.

Weiter hinten kommen dann so nette Details, dass man künftig vorausgefüllte Steuererklärungen vom Finanzamt abfragen können soll und auch nur alle zwei Jahre ein abgeben muss. Zumindest werde das „geprüft“.

Ich für meinen Teil bin ja ganz dankbar, wenn der Koalitionsvertrag mit Absichtserklärungen gespickt ist, das lässt Raum für Flexibilität. Und die brauchen wir in einer so schnelllebigen und instabilen Zeit wie der derzeitigen.

Interessant ist mit wie viel Kram sich solch ein Koalitionsvertrag beschäftigen muss. Sogar der Eurofighter wird da noch explizit genannt, was beweist, wie lange einen politische Enscheidungen verfolgen. Manchmal über Jahrzehnte.

Insgesamt liest sich der Vertrag aber durchaus spannend, auch ein paar neue Begriffe kann man lernen. Da werden „Goldene Regeln“ erklärt und ein „High-Tech-Gründerfonds II“ genannt (was war denn der Fonds I?) und jetzt weiß ich auch, dass es neben Gorsleben und Morsleben noch ein Endlager mit dem Namen „Asse II“ gibt. Dass Nabucco eine Oper von Verdi ist wusste ich auch, aber dass die Oper Namensgeber für ein Infrastrukturprojekt ist? Sagt Ihnen „REACH“ etwas? Und der Gammelfleischskandal ist dem damals noch nicht gefärbten (jetzt verpflichtend) K-3-Material (das sind Schlachtabfälle) zu verdanken. Igitt.

Ich fand es durchaus spannend, den Vertrag zu lesen und dabei ein wenig zu lernen. Geeignet ist die Lektüre sicher für alle politisch Interessierten und solche, die ein klein wenig auf Science Fiction stehen.

Das neue Unterhaltsrecht – was bleibt von der Gerechtigkeit

October 15th, 2009

So langsam muss man ja denken, ich säße nur vor dem Fernseher, nein, tue ich nicht. Aber Mittwoch Abend kommt derzeit immer erst die Frau Maischberger – siehe letzter Beitrag – und dann noch Mona Lisa und das guck ich bei der Gelegenheit dann auch noch gleich mit.

Gestern ging es um das neue Unterhaltsrecht und was es gebracht hat. Das Fazit war, gebracht hat es eine verlorene Geschiedenengeneration. Und zwar die, die vor der Reform geheiratet hat und nach der Reform geschieden wurde. Im eigenen Familienkreis musste ich erleben, dass ein Ex-Schwager sogar extra auf die neue Reform gewartet hatte, nur um sich dann unter für ihn besseren Bedingungen scheiden lassen zu können. So was gibt es.

Richtig ist die Aussage, dass sich heute Frauen auf die geänderte Situation einstellen können und entsprechende Verträge schließen können. Insbesondere Kinder würde ich nur noch mit Ehevertrag bekommen. Betroffen sind die Frauen, die im Vertrauen auf den Bestand der Ehe und der damit im Normalfall verbundenen gegenseitigen Sicherheit ihre eigenen berufliche Karriere hinten angestellt haben oder sogar ganz darauf verzichteten, um sich z.B. ganz der Betreuung der Kinder zu widmen. Leider wird letzteres immer noch als „kein“ Beitrag zum Unterhalt der Familie betrachtet, weil sich ein Wert für diese enorme Leistung so schwer beziffern lässt. Traurig.

Wer jetzt als Frau verlassen wird, muss sich meist um sich selbst kümmern – das neue geforderte Selbstverantwortungsprinzip wurde ja als Meilenstein im neuen Unterhaltsrecht bejubelt – und zudem noch um die Kinder, die ja zumeist bei den Müttern bleiben. Für die Betreuung bleibt dann meist kaum mehr Zeit übrig. Der Gesetzgeber mutet jetzt den Müttern ab dem 3. Lebensjahr des Kindes zu, für sich selbst zu sorgen. Das ist dann mindestens der Halbtagsjob, wenn Frau denn einen findet (ggf. nach 10 oder 15 Jahren Hausfrauentätigkeit) und dann noch eine Betreuungsmöglichkeit für das Kind hat, denn auch 10jährige bedürfen meines Erachtens noch oder gerade der Betreuung. In diesem Alter findet der erste Kontakt mit Alkohol, Drogen und dem anderen Geschlecht statt. Wer da keinen Halt in der Familie hat, läuft Gefahr, auf Abwege zu kommen, welche damit verbundenen Probleme später dann wieder der Gesellschaft aufgehalst werden. Das ist allerdings nur meine persönliche Meinung.

Was ist also geschehen? Mal wieder das, was so oft passiert, wenn sich eine Ministerin oder ein Minister berufen fühlt, mit einem vermeintlichen Missstand aufzuräumen. Man schlägt von einem Extrem in das andere. Leider sind die meisten Familienrichter nicht so abgeklärt und selbstbewusst, hier Abhilfe und gerechte Lösungen zu schaffen. Das wäre aber ihre Aufgabe. Was der Gesetzgeber verbockt, muss – leider – die Praxis richten.
Der Rat an alle, die jetzt heiraten und Kinder bekommen wollen: bitte nur mit notariellem Vertrag und zwar bevor man heiratet und Kinder bekommt. Nach den Vertragsverhandlungen kann man sich dann wieder darauf konzentrieren, was wesentlich sein sollte: die Liebe und die Verwirklichung eines gemeinsamen Lebensplans.

Steuerreform - wann denn nun endlich?!

October 15th, 2009

Gestern (für Euch vielleicht vorgestern - ich schau ja in Asien) habe ich mal wieder Frau Maischberger geschaut. Anwesend waren u.a. Dr. Martin Lindner, FDPler und Bundestagsneuling, Frau Senta Berger, großartige Schauspielerin, und der Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl, der gleichnnamige Kaufhäuser führt und inzwischen sogar eine Fluggesellschaft hat. Dazu der ARD-Börsenexperte Lehmann, sehr pragmatisch, und mal wieder mein Freund Ramelow von den Linken, der - wie immer - nichts nennenswertes außer Polemik zur Diskussion beitragen konnte. Letzterem fehlt es zudem an Diskussionsmanieren - wie übrigens auch Lafontaine und Gysi -, den sollte man also gar nicht mehr einladen.
Was mich eigentlich wunderte war folgendes: da ziert sich die CDU/CSU mit der Umsetzung einer grundlegenden Steuerreform, während diese gestern einhellig von allen Gesprächsteilnehmern umfassend befürwortet wurde. Auch in meinem Bekanntenkreis (Juristen, Ärzte, Handwerker, Hausfrauen, Selbständige, Kurzarbeiter, sprich, einem breiten Querschnitt!) lechzen alle nach einem einfachen Stufenmodell oder besser noch der flat rate von Paul Kirchhof - Sie erinnern sich an diesen großartigen Denker, der von Merkel auf dem Altar der politischen Schachereien geopfert wurde? - von 25% auf alle Einkommen. Sprich klare Sätze, einfache Erklärungen, gerne auch auf einem Bierdeckel, und weg mit den Abschreibungs-, Abzugs-, Umschreibungs- und Verrechnungsmodellen oder Holdings auf den Cayman Islands oder in Lichtenstein. Jeder zahlt einfach seinen Steuersatz. Schluss. Der Vorteil wäre dann, dass wirklich jeder einmal seine Steuern zahlen würde, nicht nur die, die auf clevere Steuerberater verzichten, weil sie wie wir der Meinung sind, dass zwei Juristen doch in der Lage sein sollten, ihre Steuererklärung selbst machen zu können. Mitnichten. Mein Mann rauft sich die Haare und ich trink zumeist erst mal ein Glas Rotwein, um mich auf den Wahnsinn vorzubereiten. Die lukrativsten Abschreibungsmodelle sind ohnehin den Besserverdienern vorbehalten, da diese oft mit ersten Investitionssummen verbunden sind, die der Ottonormalverbraucher sein Leben lang nicht zusammenkriegt. Denken Sie nur an die früher so beliebten Schifffonds. Und das ist keine Neiddebatte. Die Neiddebatte wird dann geführt, wenn man die “Reichen” so richtig bluten lassen will. Die sollen doch zahlen! Nein, die sollen eben auch nur ihre 25% zahlen, bleiben wir mal bei diesem Satz, diesen dann aber wirklich, cash. Dann würde die meisten “Reichen” nämlich 25% mehr bezahlen, als es derzeit der Fall ist.
Das Hauptargument gegen eine Steuerreform ist die Unberechenbarkeit derselbigen; bevor man den großen Wurf wagt, flickt man lieber weiter an einem Einzelfallregelwerk, durch das auch die Cleveren und die Trickser nicht mehr durchblicken. Wer behauptet, er kenne sich aus, hat eine Neurose. Die Lobby der Steuerberater halte ich auch nicht für so undurchbrechbar. Heute trifft es die Bauern, morgen eben die Steuerberater.
Aber: große Schritte erfordern Mut und solange man eben mehr um Personen und Positionen, Machterhalt und Einfluß kämpft, stellt man diesen gerne hinten an. Sollen doch andere mutig sein. Dabei war keine politische Konstellation der letzten 16 Jahre bequemer wie diese. Die Menschen haben ja ganz bewußt einen bestimmten Auftrag erteilt. Allein Westerwelles Lächeln hat ihm keine 14% der Wählerstimmen beschert, nein, der Mut und der Wille der Wähler zum Wandel, der derzeit offenbar untrennbar mit der FDP verbunden ist. Yes, we also can. Ich bin kein Freund des amerikanischen Wahlsystems, der einem Präsidenten nur eine Wiederwahl ermöglicht. In der jetzigen Situation in Deutschland wäre dies sinnvoll, dann bräuchte Merkel nicht jetzt schon an das Jahr 2013 denken, sondern könnte sich um die dringend nötigen Reformen im Land kümmern.
Westerwelle hat im Wahlkampf behauptet, dass er seine Unterschrift unter keinen Koalitionsvertrag setzen würde, in welchem nicht eine durchgreifende Vereinfachung und Umstrukturierung des Steuerrechtes festgeschrieben ist. Er sollte dabei bleiben, notfalls eben auch keinen Vertrag unterzeichnen. Dann wurschteln wir eben nochmal vier Jahre mit einer großen Koalition. Die Wähler würden es ihm danken - auch in vier Jahren noch.

Quo vadis SPD? (II)

October 14th, 2009

Im meinem letzten Beitrag hatte ich gesagt, ich würde weiterbeobachten. Heute ist zu lesen, dass die SPD in der Wählergunst weiter sinkt. Auf knapp 20% soll die Partei jetzt kommen. Jetzt hat sich Peer Steinbrück aus dem Bundesvorstand zurückgezogen. Er war eine der erfrischenden Ausnahmen, von denen ich zuletzt sprach. Experte, rethorisch gewandt und integer. Polemik lag ihm nicht. Eine Ausnahme in der SPD. Der hätte sogar Finanzminister bleiben können, auch wenn ich sonst kein SPD-Freund und -Wähler bin. Die Gesprächsrunden bei Illner oder Maischberger (Will schau ich ja nicht mehr) habe ich immer sehr, sehr genossen. Man hatte das Gefühl, da redet jemand über Themen, von denen er auch etwas versteht. Wie angenehm. Seine Abschiedsrede habe ich mit grosser Aufmerksamkeit gelesen. Und der Mann hat Recht - allerdings nicht nur für die SPD. Die Politiker sollten sich wieder mehr um Inhalte, weniger um Posten und Personen kümmern und ein wenig Loyalität kann auch innerhalb einer Partei nicht schaden.

Peer Steinbrück werde ich auf der politischen Bühne vermissen.

Quo vadis SPD?

October 2nd, 2009

Nur kurz: Frau Nahles ist nun also Generalsekretärin der SPD - so, so. Man muss nur lange genug warten, dann wird man schon was. Schön, wenn das in der Wirtschaft auch so einfach wäre, was Frau Nahles wohlweislich ja gar nie erst versucht hat. Solange die Parteien auf wirklich jeden angewiesen sind, der auch nur lesen und schreiben kann, fehlt es an Kompetenz und der fachlichen Expertise, die man innerhalb der Parteien, egal ob in Regierung oder Opposition, so bitter zum Wohle des Landes nötig hätte. Die erfrischenden Ausnahmen werden leider immer weniger. Bleibt mir, gespannt, ein wenig verdrossen, weiter zu beobachten.

“Ich handhabe das so, wie es sich gehört”

August 19th, 2009

Sie lassen sich also scheiden, Oliver und Simone. Er der Keeper mit Weltruhm, sie, seine Jugendliebe. Das ungewöhnliche ist nicht die Scheidung, geschieden wird fast jede dritte Ehe, ungewöhnlich ist die die Art, wie damit umgegangen wird und - soweit man das einschätzen kann - in der Vergangenheit umgegangen wurde; mit Respekt und Ehrfurcht vor der gemeinsam verbrachten und durchgestanden Zeit ohne den tiefen inneren Drang, nachtreten und zerstören zu müssen. Chapeau!
Die eigenen Gefühle und Emotionen, die Wut, die Angst, die Trauer im Griff zu haben, das ist die eigentliche Kunst im Umgang mit geliebten Menschen.
Leider schaffen eine stilvolle Trennung nicht viele, zur Freude von Rechtsanwälten (Sorry Kollegen!) und völlig überforderten Jugendamtberatern, die sich für jegliche Art von Racheakt missbrauchen lassen; zum Leidwesen von betroffenen Kindern, die ohnehin nicht gehört werden, was der wohl unmenschlichste Teil der Angelegenheit ist.
Scheiden tut weh. Es ist der Kollaps der Träume und Ideen, die man für das gemeinsame Leben einmal hatte, die Wut auf den anderen, der einem diese vermeintlich genommen hat. Die Ohmacht vor dem eigenen Versagen und schließlich die Leere, die Zweifel und die Angst vor dem, was jetzt vielleicht kommt. Menschen neigen dazu, anderen die Schuld zu geben - das ist einfacher, bequemer. Eine ehrliche Selbstreflektion erfordert eine innere Größe und Abgeklärtheit, die die wenigsten ohne weiteres haben. Sie erfordert Mut, einen Umgang mit Konsequenzen und auch den Willen zum guten Menschen. Gerade erst Krisensituationen offenbaren den wahren Charakter eines Menschen, so wie er einem innewohnt, nicht wie er sich nach außen darstellt. So mancher steht dann plötzlich vor einem Fremden.
So oft wird in der heutigen Zeit über Werteverfall gesprochen, im Rahmen einer Scheidung zeigt sich dieser in besonderer Art und Weise. Toleranz vor der Entwicklung des anderen und Respekt im Umgang mit einem Menschen trotz Enttäuschungen und Verletzungen ist in einer solch emotional geprägten Situation eine besondere Herausforderung.
Umso mehr bewundere ich, wenn zwei gereifte und sicherlich krisengeschüttelte Menschen etwas tun, was man heute in vielen Bereichen so sehr vermisst. Etwas so zu handhaben, wie es sich einfach gehört. Ich hoffe, die beiden schaffen das.

Alter und andere Gebrechen

July 30th, 2009

Jetzt weiß ich das also auch. Kaum gibt man ein paar Interviews ist man schon zwei Jahre jünger. Eigentlich praktisch. Ich überlege gerade, ob ich das mir nun zugedachte Alter einfach behalte. Wer googelt findet dann mein neues Alter, genügt ja heute meist als Beweis. Aber will ich das auch wirklich durchziehen wie Tina Turner oder Zsa Zsa Gabor? Im Grunde mag ich doch mein Alter. 37 übrigens. Nicht 36, schon gar keine 35, aber auch noch keine 38. Zipperlein machen sich zwar zunehmend bemerkbar und meine Glieder fühlen sich manchmal an wie nach einer mittelmäßigen Schweinegrippe. Glaub ich zumindest. Wer weiß denn immer so genau, ob er nun eine normale Grippe, Schweinegrippe oder sonst eine Spezialgrippe hat. Ich hatte auch unlängst Grippe - normale, vermute ich -, blieb zwei Tage im Bett, dann gings auch wieder. Gegrunzt habe ich nicht. Nein, bagatellisieren will ich nichts, Panik machen aber auch nicht. In Deutschland soll es ja schon Hol-Dir-den-Schweinegrippe-Virus-Partys geben, so etwas wie Swinger-Parties, aber mit überlebenswichtigem Hintergrund. Vermutlich ist man ohnehin out, wenn man nicht einmal im seinem Leben irgendwas echt schräges hatte. Beulenpest oder Pfeiffsches Drüsenfieber oder eben Schweinegrippe. Allein der Name macht mir einen heißen Kopf.

Fazit ist aber eigentlich, dass ich mein Alter mag und ich mich in jedem Fall jeden Morgen altersgerecht aus dem Bett quäle, davon bin ich überzeugt. Da hilft auch die Verjüngerung durch die Presse nichts, Botox und so übrigens auch nicht. Sprich, ich bleib einfach bei meinen 37 Lenzen. Nacken hin, Bandscheibe her.