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Die Primäre Tugend

Michael Jackson Superstar

July 9th, 2009

Zwei Dinge fallen mir jetzt doch noch zu Michael Jacksons Tod ein.

Die eine Sache ist, dass das erste, was mir vor zwei Wochen einfiel, als ich von seinem Tod erfuhr, der Gedanke war, dass nun irgendwie meine „Jugend“ beendet sei. Ein flüchtiger Gedanke, weiter nichts, etwas wehmütig dachte ich an all die durchgetanzten Nächte im mehr schlecht als recht kopierten Moonwalk-Style. Muss ein trauriger Anblick gewesen sein. In den seinem Tod folgenden Tagen konnte man sich ob des Presserummels kaum erwehren, ab und an die Reaktionen von befragten Passanten oder Trauergästen zu hören. Und? Ganz viele junge Leute – so in meinem Alter – dachten und denken wohl genau dasselbe wie ich. Irgendwie spürt man, dass mit Jacksons Tod die Jugend vorbei sei, nebst einer ganzen Ära. Mit Thriller, Bad, Beat it sind wir alle groß geworden. Brüder und Schwestern im Geiste.

Die zweite Sache ist, dass sich einmal mehr bewahrheitet, dass der eigene Tod in manchen Fällen doch die beste PR ist. Nur schade, dass diese wirksame Markteingstrategie nicht mehrfach gefahren werden kann. 51 Millionen Dollar hätte Jackson angeblich mit seinen anstehenden 50 Konzerten – soweit er sie gesundheitlich überstanden hätte – verdient. Sein Tod spült da mit Sicherheit mehr in die Kassen. Gut für alle diejenigen, die sein ganzes Leben ohnehin nur Geld mit ihm machen wollten und sich auch jetzt nicht scheuen, seinen Tod noch intensiver und gefühlloser zu vermarkten und für eigenen Zwecke auszunutzen. Mich graust der Anblick der vielen selbsternannten Gönner, Bewunderer, Freunde, Mentoren und Gutmenschen, die derzeit wie Pilze aus dem Boden schießen und doch nur Blutegel sind, gierig nach immer noch mehr Geld und Macht. Meschliche Verluste werden billigend in Kauf genommen.

Ich schwelge lieber in Erinnerungen. Unvergessen das fantastische und frenetisch bejubelte Konzert im Moskauer Dynamo-Stadium, das ich mit 24 Jahren erleben durfte. Ein Panzer auf der Bühne in Moskau, das Konzert hermetisch abgeriegelt von Batallionen von Soldaten, die frierend in ihren Menschenketten um Zigaretten und Geld bettelten. Welch Schizophrenie und welch Gegensatz in dieser Zeit, so kurz nach Glasnost und Perestroika. Die Megashow eines Megastars in einer sich so nach Anerkennung und einem eigenen Selbstbewußtsein verzehrenden Mega-Metropole längst vergessener Zeiten. Diese wahnsinnigen Gefühle von damals, in dieser Nacht, werde ich nie vergessen.

All das macht ihn aber nicht zum Heiligen oder Märtyrer und als solcher sollte er jetzt auch nicht mißbraucht werden. Er möge einfach nur ruhen – in Frieden.

Patientenverfügung

June 19th, 2009

Jetzt haben wir sie endlich, eine Grundlage für die Geltung der Patientenverfügung. Über 8 Millionen Deutsche verfügen bereits über eine solche. Ich auch. Aus persönlichen Erfahrungen heraus begrüße ich die Entscheidung. Wer einmal hautnah miterlebt hat, wie quälerisch, menschenverachtend, unwürdig, grausam, verletzend, lieblos und damit letztlich sinnlos lebenserhaltende Maßnahmen sind, weiß, von was ich spreche. Sicher wird es noch viel zu diskutieren, zu modifizieren, zu legalisieren geben, aber ein erster Schritt ist getan. Ein Segen für diejenigen, die betroffen sind und noch betroffen sein werden. Ein guter Tag.

Liebe Frau Will,

June 17th, 2009

ich lebe derzeit in Indonesien, deutsches Fernsehen erreicht mich über DW-TV Asien. Ihre Sendung von Sonntag wird bei uns am Montagabend angesehen. Das heißt eigentlich nicht mehr. Von mir zumindest. Der Grund? Leider ist mir nicht so ganz klar, was Sie mit Ihren teils seltsam anmutenden Fragen eigentlich erreichen wollen. Polarisieren? Stigmatisieren? Traumatisieren? In jedem Fall sind die meisten Fragen einfach nur irritierend und vor allem eines - unnötig. Sie sollen ja die Leute nicht vorführen, sondern befragen; das verstehe ich zumindest unter professionellem Journalismus.

Bitte warum soll Ihnen ein Vorstandsmitglied verraten, was er verdient? Die Antwort war bereits gegeben mit dem Hinweis auf ein ähnliches Gehalt wie bei dem vorherigen Arbeitgeber, wo im Geschäfsbericht das Gehalt veröffentlicht werden muss, sprich es jeder nachlesen kann.

Ich bin übrigens kein Freund von der Veröffentlichung von Gehältern. Auch zum Schutze der Familien. Leider wecken Gehälter - nicht nur die unnötig hohen - in erster Linie Neid und wenig eherne Begehrlichkeiten. Ich würde nicht wollen, dass mein Kind auf dem Schulweg entführt wird, weil im druckfrischen, noch warmen Geschäftsbericht mein Gehalt ausführlich und aufgeschlüsselt in Grundgehalt, Zusatzleistungen und Optionsrechten nachzulesen ist. Es ist Sache des Aufsichtsrates, Gehälter zu genehmigen und zu kontrollieren und der Aktionärsversammlung dann auch Rede und Antwort zu stehen. Wer mit der jeweiligen Gesellschaft nichts zu tun hat, den gehen diese Dinge auch nichts an. Sprich eine mündliche Erläuterung in der Versammlung sollte genügen. Dies vielleicht auch an die Adresse von Herrn Scholz.

Aber nicht nur diese Fragen, auch die Fragen nach Gefühlen “hat sie das wütend gemacht?” tragen nicht gerade zur Aufklärung bei, sondern sollten der berühmten Couch und dann auch psychologisch geschulten Kräften vorbehalten bleiben. Unter uns, Provokation steht Ihnen auch nicht. Sie werfen dann das Gesicht so seltsam in Falten.

Sehr positiv überrascht war ich von Ihrem Publikum, welches genau immer an den Stellen Zustimmung zu Antworten äußerte, wo Sie das selbst wohl am meisten überraschte.

Nein, ich war nie ein Freund von Talksendungen und seit Ihrer Sendung mit der Bundeskanzlerin Frau Merkel (das hatten Sie so wohl auch nicht erwartet) sowie dem Kanzlerkandidaten Herrn Steinmeier und natürlich Ihrem Auftritt von Sonntagabend, lasse ich es lieber wieder ganz bleiben.

Bitte nehmen Sie die Zeilen nicht persönlich, die meisten Bürger teilen meine Meinung sicher ohnehin nicht.

Freundlichst,
Ihre Sonja Drexl-Trautmann

Rechtschreibreform? Wie? Was?

November 27th, 2008

Stimmt, das ist ja auch schon wieder über 10 Jahre her. Die Rechtschreibreform. Wohl einfach vergessen. 1996 erstmals implementiert, wurde sie aufgrund erheblicher Proteste der Gegner der Rechtschreibreform in den Jahren 2004 und 2006 nochmals überarbeitet. Ich weiß ja nicht, wie es Ihnen geht, aber bislang hat mich keine Reform so wenig tangiert wie diese und keine war wohl so überflüssig wie diese. Ich schreibe - ohne jemals über Änderungen nachgedacht zu haben - nach der alten Orthographie oder so ähnlich, wie ich sie aus der Grundschule - Dank meiner beiden älteren Schwestern auch schon lange davor - kenne. Nein, nicht ganz, “daß” schreibe ich jetzt konsequent mit zwei “s”. Manchmal auch groß mit zwei “s”, im Prinzip je nach Laune. “Delfin” hingegen gefällt mir einfach nicht, “Delphin” finde ich eben richtiger, alles andere widerspräche meinem Stilgefühl.

Bislang (seit 12 Jahren nicht!) erreichte mich jedoch auch noch kein einziger Hinweis von Kunden, Mandanten, Behörden oder Freunden, ich möge in meinen Schriftsätzen oder sonstiger Korrespondenz auf die neue Schreibweise achten. Vermutlich weil sich keiner anmaßen möchte, die neuen Regeln selbst zu kennen. Stillhaltetaktik. Oder besser noch nach der alten Weisheit, wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen, handeln. Oder noch besser, der größte Teil der deutschen Bevölkerung ignoriert die Rechtschreibreform ohnehin selbst.

Ich glaube, die Rechtschreibreform ist schlicht “verpufft”. Leid tun mir aber meine Nichten, die mit den unsinnigen neuen Regeln gequält wurden und vermutlich noch werden. Gott sei Dank lernen alle jetzt Latein - da weiß (ss) man, was man hat.

Bei dem Setzen von Kommata - das werden Sie diesem Artikel mit Adleraugen sofort ansehen - ließ ich ohnehin immer nur mein Gefühl walten. Manchmal trügt es eben. “Vor und steht ein Komma, wenn danach ein eigener Satz mit einem eigenen Subjekt kommt”, ist die einzige Komma-Regel, die mir Dank meines Deutschlehrers Herrn Bücherl, im Ohr geblieben ist. Wir muss(ß)ten diese Regel immer im Chor aufsagen. Ãœbrigens, ich war in der Grundschule meistens Klassenbeste, habe Abitur und u.a. zwei Staatsexamina. Meine Ignoranz gegenüber Komma-Regeln und auch sonst scheint mir also wenn überhaupt, dann nur unbemerkt geschadet zu haben.

Schade ist nur, dass soviel Geld mit der Reform verpulvert wurde, welches wir für andere Dinge dringend brauchen könnten. Neben vielen anderen sinnvollen Dingen, könnten wir zum Beispiel ein paar mehr Tagesstätten oder Schulen einrichten mit einem Angebot an Yoga-oder Meditationskursen für Jugendliche und Kinder, die infolge des Stresses beim Erlernen der neuen Rechtschreibung dringend einen Auslgeich benötigen. Pflicht des Staates wäre es, einmal einen Schlußpunkt zu setzen, Finanzkrise hin, Finanzkrise her. Finanzkrise? Wie? Was?

RAF und kein Vergessen?

November 25th, 2008

Nun steht es also fest, am 3. Januar 2009 und damit knapp zwei Jahre nach Brigitte Monhaupt wird nun auch Christian Klar aus seiner Haft entlassen werden. Erläutern muss man nicht, wer diese Personen sind. In jüngerer Zeit scheint der Deutsche Herbst durch Filme wie der „Baader-Meinhof-Komplex“ oder auch die heftigen Diskussionen im Vorfeld der Haftentlassung von Monhaupt wieder vermehrt die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Leider. Read the rest of this entry »

Opel und wer kommt dann?

November 19th, 2008

So, nun überlegt die Kanzlerin also eine Milliarden-Bürgschaft auch für OPEL. Obama prescht da mit vor und verspricht General Motors zu retten. Obama nehme ich aber noch in Schutz, der ist neu und sorgt für gutes Wetter.

Im Grunde ja eine heroische Tat, marktwirtschaftlich aber eine Katastrophe. Natürlich stehen bei Opel tausende von Arbeitsplätzen auf dem Spiel, was schlimm genug ist. Aber rechtfertigt dies das Einschreiten des Staates auf dem Rücken der Bürger? Weiter wundert mich, dass diese Staatsbürgschaften so willkommen sind, wird dem Bürger doch seit Jahren erzählt, der Staat sei im Grunde bankrott. Wer als Privatperson für einen Dritten eine Bürgschaft abgeben möchte, wird auf Herz und Nieren geprüft und nur bei äusserst soliden finanziellen Verhältnissen als potentieller Bürge überhaupt ins Bankhaus gelassen. Auf eine Staatsbürgschaft würde ich daher keine einzigen Cent geben. Glaubwürdig wird das Ganze nur, weil man auf den kleinen Steuerzahler hofft, der letztlich für diese Bürgschaft – würde sie denn gezogen – einstehen muss. „Den Bürgen musst Du würgen“, so ein alter Juristenspruch. Gewürgt wird eben am Ende der Bürger, der aufgrund der übernommenen Verpflichtungen des Staates keinerlei Entlastungen in steuerlicher oder sonstiger Hinsicht erfahren wird. Eine Bürgschaft für eingezahlte Rentenbeiträge wäre sicherlich auch einmal eine Überlegung wert, bevor man einzelnen Firmen hilft, sonst werden wir am Ende ein Volk von Hartz IV-Empfängern und noch bankrotter (bankrott, bankrotter, am bankrottesten?) sein, als wir es ohnehin schon sind. Aber vielleicht hilft uns ja dann Herr Obama oder seine Nachfolger.

Es ist allemal verwerflich, schlechtes Management und Misswirtschaft auf dem Rücken der Bürger auszutragen, fraglich ist, ob die Regierung überhaupt einen Auftrag dafür hat, sich derart in die Marktwirtschaft einzumischen. Wer sich mit seinem Haus übernimmt, muss im Zweifel verkaufen, Privatinsolvenz anmelden und seine Finanzen über mehrere Jahre offenlegen. Opel will Geld, aber keinen staatlichen Einfluss. Im Rahmen einer Investmententscheidung könnte und würde sich der Bürger überlegen, ob er zwar eine Bürgschaft abgibt, dafür aber Anteile am Unternehmen erhält. Wer nur die Hand aufhält, aber die Bedingungen hierfür nicht will oder akzeptieren kann, sollte nicht nach Hilfe schreien.

Ich werde mir jetzt mal überlegen, ob ich mir nicht ein Eigenheim zulegen sollte. Meiner Bank werde ich mitteilen, dass sie sich wegen der Sicherungen an die Regierung in Berlin („Liebe Frau Merkel…“) wenden soll, meinen Super-Bürgen. Dann kann ich endlich mal meine Familie, die in solchen Fällen immer herhalten muss, entlasten. Danke, lieber Staat.

Anne Will und der blanke Wahnsinn

November 10th, 2008

“Anne Will” ist eine immer wieder interessante, mich aber mehr und mehr zum Wahnsinn treibende sonntagabendliche Politsendung zu Themen, die eine Woche über von Interesse waren oder immer noch sind. Thema der Woche: Ypsilanti und die verlorene Schlacht. Eingeladen sind Vertreter der Parteien und ein Mönch, was auch immer dieser hier zu sagen hat. Fazit nach 20 Minuten: wir leben derzeit in einem verrückten, einem seltsam anmutenden Land. Immer mehr sind wir Politikern und selbsternannten Führungspersönlichkeiten in den Parteien ausgesetzt, die von Demokratie so viel verstehen wie Juristen von tropfenden Wasserhähnen, nämlich nichts. Lichtblick - den einen oder anderen gibt es nämlich noch - in der Diskussion: Herr von Dohany, SPD, scharfer Blick und scharfer Verstand, obwohl ich persönlich weiter rechts wähle.
Die traurigste Erkenntnis des Abends ist, dass der “Wolf” in die sonnabendlichen Wohnzimmer Einzug gehalten hat und ihm Eintritt gewährt wurde - bei Anne Will in Person des Herrn Ramelow. “Nach einem Parteitag und geheimen Abstimmungen hat man kein Recht mehr auf Gewissen” - so schießt es einem ans Ohr. Bitte?! Das unabhängige Mandat, die freie Entscheidung sind Grundfeste unserer Demokratie - für einen Herrn Ramelow natürlich ein offensichtlich völlig unerwünschtes und nicht erlebtes Terrain. Dem Gewissen ist man bis zu einer Entscheidung und während des Prozesses unterworfen, gestützt von unserem Grundgesetz. Herr Ramelow scheint es nicht gelesen zu haben.
Zutiefst berührt und dankbar für die Entscheidung der vier “Abtrünnigen” ziehe ich meinen Hut vor einer dem Gewissen unterworfenen Entscheidung, unabhängig von Partei- und Karrierekalkül. Verhindert wurde eine der übelsten Vabanquespiele jüngster Geschichte - und der Bruch des Wahlversprechens wiegt hierbei im Grunde gering. Wer eine ehemalige Kaderpartei, die sich heutzutage hinter einem Intelektuellen versteckt, an die politische Macht befördern will, spielt mit unkontrollierbaren und radikalen Kräften und einer gefährlichen Instrumentalisierung von Einflüssen, wovor sich jede Demokratie schützen muss; wer dies zulässt und dies auch noch bewusst, der sollte, muss und wird damit hoffentlich immer wieder auf die Nase fallen. Vier Menschen, ihres Auftrages bewusst, haben diesem Wahnsinn ein Ende gesetzt - im besten Sinne der Demokratie. Demokratie, Herr Ramelow, heißt nicht, nach dem Willen der Partei zu pfeifen, das haben Sie offensichtlich zu sehr verinnerlicht, Demokratie heißt, dem Bürgerwillen durch sein Mandat gerecht zu werden, der Parteiwille ist hierbei völlig untergeordnet. Das Volk und seine Bürger sind der Staat, Politiker stehen in deren Dienste, das Gewissen - wenn es nicht die Vernunft und der Blick für die Realitäten schafft - setzt den Handlungen der Amtsinhaber Grenzen. Wer dieses Verständnis nicht (mehr) hat, der treibt sich eben am äußerst linken oder äußerst rechten Flügel herum, unfähig selbstständig zu denken. Daher gilt den vier Musketiere die höchste Wertschätzung. Sie haben verhindert, dass man Kommunisten, dem Wolf im Schafspelz, in die Verantwortung nimmt, sei es auch nur durch die Duldung einer Regierung, die auf Machthunger und falschem Selbstverständnis einer einzelnen beruht hätte Ich bin in diesen Tagen stolz darauf, dass Demokratie in unserem Land mit Werten und Wertvorstellungen zu tun hat, die offensichtlich manifestiert sind und welche es eben manchmal in Sekunden, seien es auch die letzten, zu verteidigen gilt.

Ein offenes Wort zu den Stones

March 28th, 2008

Wenn Sie ein alter Sack sind, dann kennen Sie sicher noch die Rolling Stones. Das sind Methusalems aus dem vergangenen (oder doch vorvergangenem? Man ist sich nie ganz sicher) Jahrhundert. Die machten Musik. Also: eigentlich machen sie’s immer noch. Nun, die letzten 35 Jahre ließen kreativ ein wenig zu wünschen übrig und ihre Instrumente werden die Jungs vermutlich auch zum 75. Bühnenjubiläum noch nicht fachgerecht bedienen können. Andererseits hatte ich heute Abend mal wieder Gelegenheit, in alte Stones-Platten reinzuhören. Und immer wenn ich das tue stelle ich fest, dass man so einer Band die vorgenannten kleinen Schönheitsfehler einfach nachsehen muss. Leute, denen Sachen einfallen wie “Gimme Shelter”, “Jumpin’ Jack Flash” oder “Sympathy for the Devil” sind einfach nur anbetungswürdig - selbst wenn sie ab und an von Bühnen oder Palmen fallen.

Dennoch die Ergänzung: Wenn Sie mal wieder besagtes “Sympathy for the devil” in der Originalaufnahme hören, fehlt Ihnen dann auf, dass da nichts, aber auch gar nichts im Groove ist (also falls man das was da rhythmisch abgeht überhaupt so nennen mag. Vielleicht isses ja einfach Kunst)? Naja, wie gesagt, da kommt’s natürlich nicht drauf an…

Große Koalition plant Kommunismus

June 20th, 2006

Im Taumel der (absolut verständlichen) Erregung um die Fußball-WM (das ist die Weltmeisterschaft mit diesem Ball und den hin- und herrennenden Männern in lustiger Verkleidung, nur falls Sie sich fragen) scheint unterzugehen, dass die Regierung die Wiedereinführung des Kommunismus plant. Vielleicht nicht überall, aber jedenfalls im Gesundheitswesen.

Ich finde es bemerkenswert, dass wir in diesem, unseren Land eine Regierung dulden, die

  1. diese Nachteile des Kommunismus (Zwangsbeglückung, Unfreiheit, Gängelei) bedenkelos einführt,
  2. dabei aber die (theoretischen) Vorteile des Kommunismus (Vollbeschäftigung, Solidarität mit den Schwachen etc.) vermeidet und sich
  3. dabei noch erdreistet, zum X-ten mal hintereinandern einen schlicht und ergreifend verfassungswidrigen Haushalt trotz massiver Steuererhöhungen vorzulegen.

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Der Papst und das Kondom

April 24th, 2006

Nach Aussagen des Vatikans, so zumindest Kardinal Javie Lozano Baragán, arbeitet der Vatikan an einem Dokument, wonach der Gebrauch von Kondomen für AIDS-Kranke und HIV-Infizierte nach den Lehren der Kirche erlaubt werden soll. Zur Erinnerung: bislang war dieser Gebrauch strikt verboten, auch in der Ehe. Aha. Nun darf man sich nicht täuschen wie gross dieser Schritt für die katholische Kirche ist. Zweck des geschlechtlichen Zusammenseins von Mann und Frau ist die Zeugung, der Gebrauch empfängnisverhütender Mittel Sünde. Für Ehepartner ist das natürlich ein Vabanquespiel. Die Kirche will ja den Geschlechtsverkehr, es ist sogar Plicht, tut man es aber, läuft man Gefahr, seinen gesunden Ehepartner mit einer Krankheit anzustecken, die überwiegend tödlich endet. Ein schier unlösbarer Konflikt. Würde sich die Kirche hier endlich bewegen, wäre dies für Katholiken ein wichtiger und grosser Schritt. Trotz aller Freizügigkeit und Religions-Laisser-faire darf man sich nicht täuschen: es gibt genug Katholiken, für die dieses Ge- oder Verbot, je wie man es sieht, einen echten und tiefen Gewissenskonflikt auslöst und die dringend auf ein Zeichen aus dem Vatikan warten. Bei Andersgläubigen stößt man bei dieser Problematik ohnehin nur auf verständnisloses Kopfschütteln.