Merkel am Ziel!

November 23rd, 2005

Da haben wir ihn nun, den ersten weiblichen Bundeskanzler. Zu Recht hat Lammert gestern kommentiert, “das wird ein Zeichen für alles Frauen sein und für manche Männer auch”. Stoiber, Schröder und Müntefering links und rechts liegengelassen, behielt sie ihr Ziel im Auge. Man kann nur hoffen, dass sie die Eigenschaften nutzen wird, die uns Frauen in Führungspositionen den Männern überlegen macht: weibliche Intuition, Einfühlungsvermögen und Diplomatie. Die Reihe ließe sich fortsetzen. Ein Zeichen ist es allemal, da brauchen wir keine Alice Schwarzer, um das deutlich zu sehen. Bleibt zu hoffen, dass sie daneben auch die Eigenschaften besitzt, die man (und Frau) den Männern in Führungspositionen gemeinhin nachsagt: die Fähigkeit über Leichen zu gehen, Kaltschnäutzigkeit und ein ungebrochener Wille zur Macht. Nur dann wird das Spiel nicht nur Gastspiel sein, sondern Deutschland wirklich etwas bringen.

Omionöse Gruppen

November 14th, 2005

Bislang ahnte ich es nur, seit heute weiss ich - ich gehöre zu einer ominösen Gruppe. Zu welcher? Zu den ominösen 40% der Akademinerinnen, die sich partout “weigern”, ihren Beitrag zu einer Steigerung der Geburtenrate in diesem Land beizutragen. Seit Veröffentlichung des Koalitionsvertrages wir uns nun mit einem Eltergeld zur Gebärmutter gerückt. Es wird vermutet, dass die qualifizierten weiblichen Arbeitskräfte in diesem Land auf Kinder deswegen verzichten, weil sie gutbezahlte Jobs nicht aufgeben wollen. Liebe Politiker - mitnichten. Als Adressatin dieser Politik kann ich Ihnen sagen: nein, nicht der Verzicht auf Verdienst ist es, der uns Frauen überlegen lässt, ob man nun in die Kinderplanung (ich bin immerhin bald 34!) einsteigt oder nicht. Jede Familie oder Frau ist sich bewusst, dass Kinder erst einmal etwas kosten. Viel schwieriger sind doch die Möglichkeiten, nach einer Babypause - die bei den meisten Akademikerinnen in der Regel kürzer ausfallen wird - wieder in den Beruf einzusteigen, weil es an einer vernünftigen und bezahlbaren Betreuung für Kleinkinder fehlt. Da helfen mir die 1.800 Euro, die mir der Staat nun geben will auch nicht. Fazit: auch das Elterngeld wird nicht geeignet sein, die Babywut der ominösen Gruppe zu erhöhen, weil dies die eigentlichen Probleme nicht löst.

Stoiber goes to Hollywood…

November 2nd, 2005

Die Schlagzeile wär’s gewesen, seufz. Namen und Ämter sind eben doch nur Schall und Rauch. Da kann man ja genauso gut die alten Knobelbecher auspacken. Ein Müller wird nun (vielleicht)Wirtschaftsminister (was dem ehrenhaften Beruf des Müllers keinen Abbruch tun soll!) und die Frau mit dem Anfangsbuchstaben “N” (vielleicht) Vizekanzlerin. Gott sei Dank braucht sie dafür keinerlei (Berufs-)erfahrung. Hat sie nämlich nicht. Womit beweisen ist: wer nichts wird, wird nicht Wirt, sondern Politiker, was aber zugegebernermaßen parteiübergreifend gilt.

Das große Stochern im Nichts

October 28th, 2005

Jetzt kommt es aber richtig dicke. Neben dem Soli soll nun auch der Konsoli kommen. Was das ist? Nun ein Beitrag aller zur Konsolidierung des maroden Staatshaushaltes in Form einer Steuer auf das Einkommen. Die FTD hat das Thema heute in der Agenda aufgegriffen und angeprangert, dass noch kein Nachbarland von Erfolg gekrönt war, in Zeiten der Fast-Stagnation erst einmal den Haushalt konsolidieren zu wollen. Grund: vor lauter Konsolidierung und höherer Steuern, bleiben die Menschen mit dem bisschen Geld, das sie noch haben, lieber zu Hause. Kein Konsum, kein wirtschaftlicher Aufschwung. Wichtig in diesem Zusammenhang. Der Vorschlag für den Konsoli kommt von der SPD, die eine Mehrwertsteuererhöhung im Wahlkampf vehement ablehnte, nun aber keine Skrupel zeigt, an anderer Stelle eine Steuer in Höhe der von der CDU geplanten MwSt-Erhöhung einzuführen. Gratulation. Aber mehr konnte man von einer großen Koalition auch nicht erwarten.

Schon bedenklich…

October 24th, 2005

Polen hat einen neuen Ministerpräsidenten gewählt. Bedenklich ist, dass in einem Mitgliedsland der EU mit Kaczynski nun jemand gewählt wurde, der öffentlich für die Wiedereinführung der Todesstrafe plädiert. Den Bürgern am Bosporus muss dies gelinde gesagt seltsam anmuten und man frägt sich unweigerlich, wie menschenrechtsfest die EU-Bürger tatsächlich sind. Aber malen wir den Twin nicht gleich an die Wand, sondern sehen wir zu, in welche Richtung Polen getragen wird.

Il Gatto e la Volpe

October 16th, 2005

Law-BlogItalien ist ja – bekanntermaßen – ein Land voller Wunder nicht nur allgemein kultureller, sondern auch kulinarischer und marketingtechnischer Natur. Betrachten Sie etwa nachfolgendes Beispiel: die Osteria „Il Gatto e la Volpe“ – (der Kater und der Fuchs, im Volkmund auch: die Gazelle und das faule Zebra). Die findet sich in Orleggio, Via Nebulina 22.

Wenn Sie jetzt fragen, wo zur Hölle Orleggio liegt, dann offenbart das keineswegs einen Mangel an Bildung, sondern die völlig richtige Konzentration auf das Wesentliche. Die Stadt, unweit des aber eben nicht direkt am Lago Maggiore gelegen, ist wunderschön, gleicht aber letztlich allen Städten in Italien abseits der Touristenströme. Es gibt eine Herberge, an der ab 5.00 Uhr morgens die LKW vorbeidröhnen, einen Marktplatz mit zwei Pizzerien und einer Gelateria; eine Bar, in der man Abends seinen Spritz oder Sanbitter Orange trinkt und kein Mensch spricht irgend etwas anderes als Italienisch. Das ist ja auch gut so.

Bemerkenswert macht die Stadt – außer dem vor allem für Frauen wichtigen Umstand, dass sich hier ein Zagna-Outlet befindet – das Vorhandensein eben der Osteria mit Kater und Fuchs.

Nicht, dass man das Lokal fände, wenn man nicht schon weiß wo es ist. Kein Schild oder ähnliches deutet auf sein Vorhandensein in dem ohnehin sehr unscheinbaren Gässchen hin. Allein in der Tür ist eine (kleine, von wildem Wein überrankte) Glasscheibe eingelassen, in die äußerst unauffällig ein Hinweis eingeätzt ist. Außerdem trägt die Fußmatte das Logo und den Namen des Lokals. Die Matte liegt aber innen. Wenn man sie sieht, steht man also schon drin.

Hat man aber einmal den Fund gemacht, dann will man eigentlich auch schon gar nicht mehr gehen. Die ganze Osteria ist nämlich eine einzige Vorspeisenlandschaft, ein einziges Riesebuffet. Hier bekommt man nicht nur die üblichen Dinge, sondern auch Speisen, von denen ich jedenfalls bisher nicht wusste, dass es die in Italien auch gibt: ganz herzhafte, ungemein bodenständige Sachen. Schlackwurst auf Polenta oder Zungensalat, in Balsamico eingelegte Zwiebeln und jede Menge seltsame Dinge mit Spinat.

Sollte man wider Erwarten noch mehr essen wollen, so gibt es natürlich auch noch die üblichen Primi und Secundi Piatti, über die ich aber so unglaublich viel nicht sagen kann. Die Desserts jedenfalls sind fein und der Espresso ist so wie er in Italien sein muss: schwarz wie die Sünde, bitter wie das Leben und süß wie die Liebe.

Neue Männer braucht das Land…

October 12th, 2005

Peinlich, was die Herren der Schöpfung in Berlin so von sich geben. Sind Frauen an der Macht für Männer wirklich so unerträglich? Da schafft es eine mal ohne Quote bis ganz nach oben und dann wird sogar das Grundgesetz mißachtet, um dem “Mädchen” verzweifelt weindend Paroli zu bieten. Erbärmlich, wirklich erbärmlich.
Gott sei Dank ist das Grundgesetz geschlechtsneutral und ich hoffe, dass Frau Merkel auch von ihrer Richtlinienkompetenz Gebrauch macht, wenn sich die Herren mal wieder pubertär zanken. Das Szenarion kann man nur müde belächeln, Frau Merkel.
Letztlich und zum Glück erledigt sich das derzeit in Berlin herrschende Männerbild demografisch in den nächsten Jahren sowieso von ganz allein und die Kommentare des Nachwuchses in der Fraktion ließ ein wenig Hoffnung durchschimmern. Ein wenig mehr Haltung würde ich dem knochigen maskulinen Kreis aber wirklich wünschen, der lange Jahre hämisch belächelte Turnschuhminister hat es doch schon vorgemacht wie es auch gehen kann.

Herbst in München II

October 9th, 2005

Der Oktober in der Stadt hat wunderbare Farben.

herbst-in-muenchen-II

Herbst in München

October 9th, 2005

In der Stadt riecht der Oktober nach Kastanien.

München im Herbst

Update

October 8th, 2005

Wie der Eine oder die Andere vielleicht bemerkt habe ich das Blogsystem auf Wordpress umgestellt. Das hat ganz toll dufte viele Vorteile: hoffentlich viel weniger Kommentarspam, weniger Ärger im Backend, bessere Erweiterbarkeit etc. Es hat aber auch Nachteile: die alten Links ins Blog und die Feeds funktionieren nicht mehr.

Ehe jetzt jemand mit .htaccess etc. kommt: ich weiß wie’s geht und habe mir beim Update des Law-Blogs die mit dem Umbiegen der Links verbundene Mühe auch gemacht. Hier bin ich zu faul.

Natürlich passt der Rest der Seite jetzt nur noch bedingt zum neuen visuellen Stil. Mittelfristig, wenn ich mal richtig viel Zeit habe (also wohl kaum vor Weihnachten) wird der Rest ins CMS mit hineingezogen werden, was auch wieder, Sie ahnen es, ganz toll dufte viele Vorteile hat. Machen muss es halt einer…