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Die Primäre Tugend » 2010 » September

Archive for September, 2010

Sarrazin - und wir schlagen mal wieder um uns.

Saturday, September 4th, 2010

So, nun ist es also soweit. Die Bundesbank hat die Abberufung Theo Sarrazins als Bundesbankvorstand gefordert, der Bundespräsident muss nun entscheiden, was zu tun ist. Es ist eine Entscheidung darüber zu fällen, ob die jüngsten Äusserungen Sarrazins, insbesondere mit seiner Buchveröffentlichung “Deutschland schafft sich ab” tatsächlich dem Ansehen der Bundesbank geschadet haben. In der Begründung für die Abberufung wird auf Stimmen - von Merkel über Westerwelle etc. - verwiesen, die beweisen sollen, dass das Auftreten und die Meinung Sarrazins der Bundesbank geschadet hätten. Meines Erachtens zu Unrecht. Nun, es ist schon teils dämlicher Tobak und sind seltsame Thesen, die Sarrazin in seinem Buch ausführt. Teils naiv zusammengefaßt, teils bedrückend formuliert, teils schlicht schlecht recherchiert, teils einfach nur polemisch. Nun Sarrzin ist sicher kein begnadeter Schriftsteller, geschweige denn raffiniert in seinem Schreibstil. Wallraff übrigens auch nicht.

Aber nun folgendes - nur falls wir das vergessen sollten: “Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. (…). Eine Zensur findet nicht statt.”

Kommt Ihnen bekannt vor, der Spruch? Nun, so jedenfalls zu finden in Artikel 5, Absatz 1 unseres Grundgesetzes.

Das momentan mal wieder passiert, interessiert mich aus vielen Aspekten und ich erlaube mir, in diesem Zusammenhang einfach einmal ein paar Fragen zu stellen: ist denn das Bundesbankengesetz, der Ruf der Institution wirklich Grund genug, ein Grundrecht, ich wiederhole, ein Grundrecht, einzuschränken? Wird denn Sarrazin, wenn man nun über ihn als Privatmann, als Autor, spricht, überhaupt gleichgesetzt mit Sarrazin, dem Bundesbanker? Aus welcher Sicht und welche ist denn relevant? Die Sicht der Politiker, des Auslands, der Ausländer, der Deutschen, der gesamten Bevölkerung? Sind die geneigten oder weniger geneigten Leser wirklich nicht schlau genug, zwischen Sarrazin als Autor und Sarrazin dem Banker zu unterscheiden? Steckt nicht auch ein Fünkchen Wahrheit in so manch polemisch gemachter Äußerung und schlagen wir deswegen so verzweifelt um uns? Aus Angst, aus Wut oder aus Ohnmacht, weil wir es immer noch nicht gelernt haben, auch mit schwierigen Äußerungen emotionslos und nüchtern umzugehen? Wollen wir das überhaupt? Sollen wir das wollen, können oder dürfen? Könnten wir es überhaupt? Muss die Bundesbank ein Exempel statuieren und darf sie das? Brauchen wir überhaupt ein Exempel und wenn ja, für wen?

In der Frankfurter Allgemeinen von vergangener Woche (Dienstag?) war ein wunderbarer Artikel, der sich ganz nüchtern mit der Veröffentlichung Sarrazins und dessen Schwächen auseinandergesetzt hat. Leider habe ich den Autor vergessen. Ihm sollte ein Orden für erwachsenes und emanzipiertes Schreiben und Fähigkeit zur Auseinandersetzung auch mit schwierigen Themen verliehen werden.

Leider sind wir offensichtlich nicht soweit. Und dabei geht es hier nicht darum, Partei zu ergreifen für einen, auf den jetzt Jagd gemacht wird. Vieles von dem, was Sarrazin schreibt, sollte so nicht stehen gelassen werden, darf so nicht stehen gelassen werden und muss diskutiert oder korrigiert werden, aber genau das sollten wir eben auch tun. Nichts anderes. Immerhin spricht Sarrazin ja auch Ängste an, die viele haben, daran kann man ja nichts schön reden und sollte man es auch nicht tun. Vielmehr könnte man die Chance oder das zeitliche Moment nutzen, Entwicklungen anzusprechen, Bilanz zu ziehen, aus Fehlern zu lernen; Konsequenzen ziehen und andere Richtungen einschlagen; oder eben auch feststellen, dass trotz aller Kritik, genau das, was gemacht wird, das Richtige ist. Sprich konstruktiv mit Themen umgehen, auch wenn sie manchmal durch destruktive Schreibe auf den Tisch kommen.

Und dass alle Themen auf den Tisch kommen dürfen, das sollte eigentlich die Garantie der Meinungsfreiheit sein, eine unglaublich wertvolle Errungenschaft und Manifest eines jeden demokratischen Staates. Ich bin immer Stolz auf dieses Gut, wenn ich auf andere Länder blicke, in denen es nicht so ist, Meinungsfreiheit eingeschränkt und mit Füßen getreten wird.

Soweit sollten wir es in unserem Staat nicht kommen lassen; diese Freiheit haben wir uns hart erkämpft. Anstatt also kindisch und linkisch um uns zu schlagen, sollten wir uns verhalten wie emanzipierte Meinungsfreiheitler und beweisen, dass wir mit dieser Freiheit auch umzugehen verstehen. Und nun nur laut nach einer Abberufung Sarrazins zu rufen, ist genau das nicht.