Bislang ahnte ich es nur, seit heute weiss ich - ich gehöre zu einer ominösen Gruppe. Zu welcher? Zu den ominösen 40% der Akademinerinnen, die sich partout “weigern”, ihren Beitrag zu einer Steigerung der Geburtenrate in diesem Land beizutragen. Seit Veröffentlichung des Koalitionsvertrages wir uns nun mit einem Eltergeld zur Gebärmutter gerückt. Es wird vermutet, dass die qualifizierten weiblichen Arbeitskräfte in diesem Land auf Kinder deswegen verzichten, weil sie gutbezahlte Jobs nicht aufgeben wollen. Liebe Politiker - mitnichten. Als Adressatin dieser Politik kann ich Ihnen sagen: nein, nicht der Verzicht auf Verdienst ist es, der uns Frauen überlegen lässt, ob man nun in die Kinderplanung (ich bin immerhin bald 34!) einsteigt oder nicht. Jede Familie oder Frau ist sich bewusst, dass Kinder erst einmal etwas kosten. Viel schwieriger sind doch die Möglichkeiten, nach einer Babypause - die bei den meisten Akademikerinnen in der Regel kürzer ausfallen wird - wieder in den Beruf einzusteigen, weil es an einer vernünftigen und bezahlbaren Betreuung für Kleinkinder fehlt. Da helfen mir die 1.800 Euro, die mir der Staat nun geben will auch nicht. Fazit: auch das Elterngeld wird nicht geeignet sein, die Babywut der ominösen Gruppe zu erhöhen, weil dies die eigentlichen Probleme nicht löst.