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Die Primäre Tugend » 2005 » April

Archive for April, 2005

Salzstreuer

Friday, April 29th, 2005

Zum Wochenende und außer der (von mir jedenfalls subjektiv so empfundenen) Schönheit völlig ohne tieferen Sinn hier: Salzstreuer in Langzeitbelichtung.

streuer_400.jpg

Fussfesseln?

Friday, April 29th, 2005

Da kommt so ein hessischer Minister (zugegebenermaßen stand das als Headline in der BILD) auf die glorreiche Idee, Langzeitarbeitslosen zur Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess Fussfesseln anzulegen. Da frägt man sich, ob man nicht manch langzeitdegeneriertem Politiker Hirnfesseln anlegen sollte zur Wiedereingliederung in vernünftige Denkprozesse.

Ein Zitat

Wednesday, April 27th, 2005

Fiel mir heute in der FTD auf:


Wir müssen das, was wir denken, auch sagen. Wir müssen das, was wir sagen, auch tun. Und wir müssen das, was wir tun, dann auch sein.”

Alfred Herrhausen, ermordet am 30. November 1989 von der RAF.

Hermann Hesse / Damian

Monday, April 25th, 2005

Am Wochenende hatte ich das – geteilte! – Vergnügen, mein erstes Werk von Hermann Hesse lesen zu dürfen: Damian. Erstmals erschienen 1919 soll es laut dem Covertext seinerzeit eine fast Werthersche Hysterie unter den Lesern ausgelöst haben, praktisch der Roman der ganzen Generation nach dem Ersten Weltkrieg gewesen sein. Das allerdings glaube ich gern, die Zeiten waren nicht gut.

Vordergründig scheint es um die Jugend des Protagonisten Sinclair und dessen Freundschaft zu Damian, einen etwas älteren Jungen zu gehen. Sinclair durchgeht neben einer offenbar klassisch-humanistischen Bildung, die in Philosophiestudium und Kriegsdienst endet, einen Prozess der Selbstfindung, der versetzt ist mit jeder Menge klebrig-überhöhtem Mystizismus. Dabei stellt sich aber heraus – und das ist die eigentlichen Geschichte –, dass der Protagonist offenbar insofern einer Form von milder Schizophrenie unterliegt, als viele der weiteren im Buch vorkommenden Figuren Teil seiner eigenen Persönlichkeit werden oder schon immer waren (und dann auf ihre Entdeckung hofften). Jedenfalls ist Demian, die Titelfigur, ein perfektes Wesen mit umfassendem Wissen und Wollen, ein „Führer“, dessen Welt Sinclair nach und nach entdeckt und dem er immer ähnlicher wird, bis er ihn komplett in sich aufnimmt, internalisiert.

Anders gesagt: Sinclair entdeckt sich selbst, entdeckt auch die Facetten seiner Persönlichkeit, die im Sinne der vorgegebenen Morallehren, gesellschaftlichen Strukturen nicht „erwünscht“ sind, wird wahrhaft frei von Konventionen, Überlieferungen, Zwängen und Ideologien.

Auf der psychologischen Ebene funktioniert das alles sehr gut und zweifellos ist es ein Teil der „Menschwerdung“ im Sinne der Persönlichkeitsentwicklung. Gefährlich ist das, was der Protagonist da in sich entdeckt und wie Hesse ihn diese Entdeckungen wahrnehmen lässt. Nämlich als Erwachen des wahren, des freien Geistes, der sich zu lösen vermag von den anderen Menschen (die im Sinne des Werkes keine „Menschen“ weil nicht frei sind, sondern nur auf der Stufe von Tieren stehen) und von den Institutionen und Glaubenssystemen der Welt. Der das Dasein als Sklave ablegt.

Wen das an Nietzsche und seinen Übermenschen erinnert, der hat natürlich Recht, und so werden an Sekundärliteratur in „Damian“ auch nur die Bibel und Nietzsches Bücher erwähnt. Die Bibel dabei – jedenfalls im Sinne der klassischen Interpretation – kritisch, anders als Nietzsche.

Zum Werk passt ein in den letzten Wochen in Mode gekommener Begriff sehr gut: Relativismus. Besser vielleicht noch – wenn auch weniger in Mode und weniger klar – Gnostizismus. Die Botschaft ist letztlich, dass jeder sein eigener Gott ist. Dass jeder das (im herkömmlichen Sinn verstanden) „Gute“ und „Böse“ in sich vereinigt, und dass genau dies wünschenswert und richtig ist: Man darf (wieder im herkömmlichen Sinn verstanden) Gutes und Böses tun, solange man es auch sich selbst heraus tut und sich selbst treu ist. Und wer das verstanden hat, der ist „über“ der Masse aus Menschen, die menschliche Dinge tun, der ist „stark“, trägt im Hess’schen Sinn das Kainsmal. Und wer sich selbst in dieser Weise gefunden hat, wer damit zum „Führer“ taugt, der darf diese gnostische Weltsicht auch weitergeben, darf auch die anderen „befreien“, so wie Demian Sinclair „befreite“. Gut und Böse existieren dann nicht mehr, nur noch der Wille des Starken und Freien.

Leider ist das Werk sehr gut geschrieben, und so geht von ihm jene Faszination aus, die Büchern, die man bis zum Ende lesen muss nun einmal zu Eigen ist. Das ist durchaus zu bedauern, denn wenn über Hesse hier und da gesagt wurde, dass er ein geistiger Wegbereiter des Faschismus oder jedenfalls Totalitarismus war (und das wiewohl er sich vom Nationalsozialismus distanzierte und im Nazi-Deutschland seine Bücher nicht erhältlich waren), dann deshalb, weil das jedenfalls für „Demian“ die Wahrheit ist.

Noch ein Beitrag zur Kapitalismusdebatte

Monday, April 25th, 2005

Herrn Müntefering ist dafür zu danken, eine lange fällige Debatte über die Natur, die Fehler und die Zukunft des Kapitalismus angestoßen zu haben. Natürlich – wie nicht anders zu erwarten – gerade in die falsche Richtung. Orientiert eher an Marx und Lassalle als an Smith und Erhard. Zurückgewandt in die Vergangenheit ist sein Zermon vor allem Versuch, Verantwortung für politische Fehler auf einen Sündenbock abzuschieben; gleichzeitig ein Ansinnen, (berechtigte) Kritik an (durchaus kritikwürdigen) Erscheinungen in Gesellschaft und Wirtschaft zu einer Systemkritik zu machen.

Und es bedarf durchaus einer Systemkritik: in die andere Richtung. Dieses Land braucht keine Fesseln für die Marktwirtschaft. Keinen starken Staat, um dem vermeintlichen Turbokapitalismus Fesseln anzulegen. Dieses Land muss ganz im Gegenteil die Fesseln an Bürokratie, Missmut und Unverständnis lösen, von denen die Kräfte des Marktes ganz genauso behindert werden wie die intellektuellen Kräfte einer Erneuerung des Kapitalismus. Denn das ist es, was dieser braucht: Vordenker und Fürsprecher für eine Renaissance, oder – neudeutscher – Leute, dies das System neu erdenken und neu erfinden. Vorwärts gewandt, nicht rückwärts.

Verstehen wir uns nicht falsch: der Beitrag Herrn Münteferings ist ein absolut zulässiger und, wenn auch durch Wahlkampfgeklingel verzerrter, so doch im Sinne der Diskussion wertvoller Teil einer notwendigen Auseinandersetzung. Es bleibt dennoch zu hoffen, dass sein Anstoß eben das bleibt: ein Anfang, nicht aber das Ende.

Kapitalismuskritik

Friday, April 22nd, 2005

Wow, was für ein Thema. Ob nun wahlkampftaktisch oder heroisch, unsinnig ist die Diskussion mit Sicherheit nicht. Die Kluft zwischen arm und reich klafft immer weiter, in der Regel reicht das Geld nicht mehr zum Leben. Allein die Unternehmen sind daran aber nicht schuld. Man nehme beispielsweise nur den Häuslebauer. In den USA und den meisten europäischen Nachbarländern kann das schmucke Eigenheim mit 60% weniger Kosten erlangt werden, als hierzulande. Allein die Auflagen und Bedingungen zu erfüllen, die uns Bau-, Sicherheits- und Umweltvorschriften vorgeben, treibt die Kosten richtig in die Höhe. Benzinpreise, Kosten für öffentlichen Nahverkehr etc. erwähnen wir lieber nicht. Problem ist, dass höhere Kosten in der Kette des Mehrwertschöpfens der Endverbrauer in der Regel zu tragen hat. Wer aber mit unter wegen irrsinniger bürokratischer Vorgaben und Verflechtungen hohe Kosten hat, versucht sie verständlicherweise dort zu kappen, wo sie am leichtesten zu kappen sind - beim Personal. Das kann man sich leicht woanders holen. Gott sei Dank, oder leider, je nachdem wie man es sieht, gibt es ja noch keine Vorschrift, die dem Unternehmer vorschreibt, wie der Arbeiter am Fliessband physisch auszusehen oder welcher Herkunft er sein muss. In diesem Zusammenhang sei auch angemerkt, unter welchen Bedingungen beispielsweise aus Polen stammende Bauarbeiter teils hier wohnen. Zu viert, zu fünft in teilweise nur zwei Räumen mit Waschbecken und Elektroplatte. Die Familien im Heimatland - zweifelsohne dort im schmucken, aber günstigem (s.o.) Eigenheim. Das wird man aber von hier lebenden gebürtigen Arbeitern nicht verlangen können.
Papst Leo XIII (zzz, die Päpste sind schon Hunde!) hat einmal gesagt, dass ein Lohn eine Familie ernähren können muss. In und um München, wie auch in etlichen anderen Regionen, geht das schon lange nicht mehr. Wie steht es eingentlich um die gesellschaftliche Verantwortung von Vermietern? Nicht, dass ich hier nun die Unternehmen, die bösen, in Schutz nehmen möchte, aber so gut die Dikussion auch ist, man sollte sie nicht reduziert führen. Die strukturellen Probleme, die wir zweifelsohne haben, können nicht nur auf wirtschaftlicher Ebene gelöst werden, der Staat muss da schon mitziehen - und das sind wir alle. Aber wenn wir der Staat sind, dann tragen wir für das die Verantwortung, was wir am Ende zu tragen haben, und das ist dann wie bei der Katze mit dem Schwanz.

Ticket to L.A.

Friday, April 22nd, 2005

Also jetzt mal unter uns: Jeder hier hat sich doch schon mal gefragt, wer diese geile Musik komponiert hat, die beim DSF „Hattrick“ läuft. Ich weiß es. Es war der Nathan, der Song heißt “Ticket to L.A.”. Und das Beste: mein spezieller Kumpel Flo hat das Ganze produziert und die Gitarre eingespielt.

Und wer denkt, Musik entsteht nur in Villen bei abgehalfterten Ex-Stars, die jetzt ihre Millionen nutzen, um irgendwelche Chicks zu produzieren, die dann nach zwei Monate schon wieder abgeschrieben sind, der liegt hier falsch. Ich würde das Ganze mal eher als „liebenswertes kreatives Chaos“ umschreiben. Also genau das, wo die wirklich coolen Sachen von den wirklich witzigen Jungs herkommen.

Aber was rede ich, nur Versuch macht kluch. Mein Tipp jetzt mal als professioneller Ratgeber: schnell auf www.tickettola.de den Song anhören (Befehl!), wer will, kann ihn da auch kaufen…

PS: und schreibt mir einen Kommentar, wie es Euch gefallen hat, ja!?

Ratzinger oder lang lebe der Papst!

Wednesday, April 20th, 2005

Ach richtig, so lange leben soll er ja wohl gar nicht - Benedict XVI, der Ãœbergangspapst. Warum eigentlich? Die Wahl Ratzingers ist logisch, nicht konsequent - brauchte sie auch nicht zu sein -, wahrscheinlich sogar weise. Josef Ratzinger ist zweifelsfrei ein kluger Kopf. Durch seine Wahl haben die Kardinäle nun dem aufgebauten Druck und den Erwartungen an die Kirche, die von jedem (vermeintlich) Befähigten mit dem Schrei nach “zwingende Reformen” gestellt wurden, eine Absage erteilt. Die Kirche läßt sich eben nicht unter Druck setzen. Vielleicht sehen die Kirchenführer auch nicht das Zölibat, die Frauenfrage und Kondome als DIE Probleme der Kirche an, als vielmehr eigene organisatorische Fragen oder die Auseinandersetzung mit anderen Religionen, z.B. mit dem Islam.
Reformen sind gut, wenn sie das Ergebnis einer langen und ausgereiften Diskussion sind. Das gilt im Besonderen für die Kirche, die nicht Reformen mit Reformen refomieren will (wie die Politik), wenn sich eine Reform als deformiert herausstellt, sondern Entscheidungen meist für viele, viele Jahre, wenn nicht Jahrhunderte trifft. Kontinuität und Bedacht, Zurückhaltung vor Aktionismus sind Merkmale der Kirche, mit der diese es geschafft hat, 1 Milliarde Menschen dieser Erde zu vereinen und zwei Jahrtausende zu überdauern. Natürlich soll und wird es auch Reformen geben, aber dies ganz behutsam, um auch den Gläubigen nicht vor den Kopf zu stossen, die Reformen für nicht ganz so nötig halten, wie diejenigen, die diese laut und öffentlich fordern - vielleicht war das das Zeichen, welches mit der jetzigen Wahl gesetzt werden sollte. Und wer weiß, ich traue Benedict XVI vieles zu, insbesondere viele positive Überraschungen.

Ratzinger wird Benedikt

Wednesday, April 20th, 2005

Kardinal Ratzinger hat also das Rennen gemacht. Mich – als Außenstehenden – hat das zwar ein wenig überrascht, aber spontan eigentlich auch gefreut. Immerhin: ein Landsmann, wenn auch ein internationalisierter. Sicher aus Atheistensicht kein Tag, um ihn im Kalender anzumerken, aber immerhin, ein kleines Highlight. Da hat der heilige Geist wohl eine Weißwurst mit Brezn gegessen, als er den ausspähte.

Interessant sind die Reaktionen im Restland. Statt sich ein klein wenig (mit) zu freuen wird die Papstwahl (natürlich, ich hätte es wissen müssen!) als Grund zur Klage umgedeutet. Dabei meine ich gar nicht die üblichen Verdächtigen und Renegaten, die teilweise tatsächlich das eine oder andere Tiefkühlhähnchen mit Rom zu rupfen haben, Hans Küng, „Wir sind Kirche“ und so weiter.

Mir geht es vielmehr um die Reaktion der ganz normalen Leute auf der Straße. Heute im Morgenmagazin (super beim Zähneputzen) hat sich praktisch jeder von der ARD interviewte Passant beschwert. Wie konservativ der Ratzinger sei, dass man einen Reformer hätte wählen müssen, einen, der etwas an Zölibat / Schwangerenkonfliktberatung / Frauenstellungen (in der Kirche ;-) ändern würde. Das ging so weit, dass den Kardinälen (über hundert, kennen die Kirche wohl ganz gut) Unfähigkeit unterstellt wurde.

Ein wenig anders ist das vielleicht hier in Bayern, wo der „Ratzi“ vor allem ein im kollektiven Bewusstsein verankerter „guter Onkel“ ist („ich habe mit dem Papst schon Stachelbeerkuchen gegessen!“)

Letztlich wird man sehen müssen, was Ex-Kardinal Ratzinger als Benedikt XVI so alles anstellen wird. Ich glaube ohnehin an den Roman-Herzog-Effekt, dass er also in der Lage sein wird, einen – in seiner bisherigen Funktion ja auch notwendigen! – Konservativismus in seinem neuen Amt in ein umfassenderes und integratives Verständnis auch für andere Positionen und Sichtweisen zu wandeln.

PS: Ein sehr schöner Artikel als Fortsetzung des Themas ist zwar beim SPON erschienen, wird aber dennoch in der Flut der Neuigkeiten untergehen. Da macht sich jemand Gedanken darüber, warum einer wie Ratzinger zu seinen Werten steht und warum so jemand im Zeitalter der Beliebigkeit als Fundamentalist wahrgenommen werden muss:


Sie wollen sie (Kirche und Glauben, d.A.) so trivial wie den Supermarkt an der Ecke, in den jeder latschen kann. So trivial wie sie selber sind. Deshalb reden sie, wenn sie vom Glauben reden, am liebsten von Priesterinnen, Kondomen, Kommunion für alle. Sie möchten nicht über die zehn Gebote reden, den sonntäglichen Kirchgang, die Sünde und die Beichte, den Rosenkranz, und wenn, dann nur mit anzüglichem Spott. Sie möchten das Angebot, das sie ausschlagen, gerne ohne jeden Wert. In seiner Predigt zu Beginn des Konklaves hat Joseph Ratzinger gegen den Relativismus der Moderne Stellung genommen. Es war so etwas wie seine Regierungserklärung.

Werteunterricht - eigentlich muss nichts gesagt werden

Tuesday, April 19th, 2005

Das Thema hatten wir schon einmal: Werte. Wo sie Ihren Ursprung haben, welche Bedeutung sie haben oder was überhaupt Werte sind. Heute in der FAZ ging es erneut um diese Frage im Zusammenhang mit dem Werteunterricht, welcher nun und nur im Vorreiterland Berlin stattfinden und verpflichtend sein soll - ganz im Gegensatz zum Religionsunterricht. Die Kirchen laufen nun Sturm, fühlen sich vernachlässigt und fürchten leere Schulbänke, sollte der Religionsunterreicht zum Wahlfach verkommen. Bislang waren die Kirchen - in Bayern unangefochten, im “Westen” eigentlich auch - für die Vermittlung von Werten sozusagen traditionsgemäß zuständig. Will Berlin nun mit einem Werteunterricht aufwarten, so frägt man sich zum einen, ob die Berliner Kinder dies besonders nötig haben, und zum anderen, ob die Berliner die benannte Tradition nun völlig aufgeben wollen - ganz nach alter “Ost”-manier. Für meine Begriffe kann man die Diskussion um Werte und Werteverfall nicht über Religion, traditionelle Zuständigkeiten, oder eine “geistige Mauer” zwischen Ost und West führen. Werte sind für eine Gesellschaft eine wichtige Grundlage (wie gesagt, die Frage, was eigntlich (Grund-)Werte sind, ist dabei noch nicht geklärt). Stellt man einen Verfall der Werte fest, so kann und soll man sich überlegen, wie man einem solchen entgegentritt. Bevor man sich aber um Werteunterricht, Tradition der Kirchen, die bayerische Arroganz oder ähnliches unterhält, sollte man doch zunächst versuchen, klar zu definieren, WAS das Ziel ist. Essen mit Messer und Gabel, nicht Lügen, Bräuche? Der Lehrplan interessiert mich brennend. Bevor man also über wahrhaftigen Kulturkampf spricht, sollte man doch meines Erachtens eine Diagnose durchführen und Ziele definieren und sich nicht eines echten Problems und der notwendigen Diskussion mit der Einführung eines Werteunterrichts entledigen. Ob die Schüler eine weitere Katastrophe wie die Rechtsschreibreform verkraften können, möchte ich sowieso bezweifeln. Nachgedacht kann darüber niemand haben, da der Werteunterricht in der 7. Klasse beginnen soll. 13jährige rauchen meist schon, werden schwanger und trinken Alkohol, pöbeln und raufen auch. Werte sollten in diesem Alter also schon vermittelt sein. Nun, allein an dem konfusen Eintrag merkt man schon, dass die ganze Diskussion um Werte irgendwie unausgegoren ist. Also kurz zusammengefasst, was ich eigentlich sagen wollte: 1. Werteunterricht finde ich abwegig, 2. Werte können, müssen aber nicht über die Kirchen vermittelt werden und 3. “Ost” und “West” kann ich nicht mehr hören…