Archive for February, 2005

Angriff der Killerhähnchen

Thursday, February 10th, 2005

Es kommt vor, dass auch Politiker Einsichten in die tieferen Schichten des Seins und der Frage nach dem Woher, Wohin und Was Bleibt gewinnen:


Zu den interessanten Dingen im Leben auf diesem Planeten gehört, dass manchmal das Unerwartete geschieht und Hühnchen Ziegeldächer durchschlagen. Tiefkühlhähnchen, die durch die Stratosphäre wirbeln, zählen zu den Mysterien unserer Existenz.

Bob Carr, Premierminister New South Wales

Fasching…

Monday, February 7th, 2005

Gehört ein Eintrag zum Thema Fasching unter die Rubrik “Gesellschaft” oder “Kultur”? Ich habe mir darüber nie Gedanken gemacht, da ich im grunde ein Faschingsmuffel bin. Im Rheinland gehört die fünfte Jahreszeit wohl eher zur Kultur. In Bayern? Das bedarf wohl noch längerer Diskussionen, ist aber auch egal. Was will ich eigentlich mitteilen? Richtig. Morgen ist der Tanz der Marktfrauen, beginnend um 11.00 Uhr auf dem Viktualienmarkt. Wer das ohnehin schon weiss, braucht nicht weiterzulesen, da jegliche Überredungskünste, dort aufzulaufen, überflüssig wären. Denn dieser Wissende weiss ja, was er hat. Der Faschingsdienstag weckt sogar in mir die Jeckenstimmung und lohnt, einen Tag Urlaub zu nehmen. Denn Faschingsdienstag am Viktualienmarkt ist großartig. Super Stimmung, nette Leute, teils sagenhafte Kostüme und Masken. Exorbitant ansteckend - ein prima Tag garantiert. Morgen werde ich gepflegt den Tag mit Bayerns Lieblingsgericht beginnen und mich dann ins Getümmel stürzen. Absolut jedem zu empfehlen ist das Weisse Bräuhaus, so ab 09.00 Uhr. Nein, das ist nicht zu früh, da tobt bereits der Bär…

Ingwer-Lychee-Eis?

Friday, February 4th, 2005

Wer es abgefahren mag, der ist derzeit bei Häagen-Dasz an der richtigen Adresse. Das weltberühmte Ginger-Lychee-Eis wird - jedenfalls in der Filliale hier im Tal - nur noch gegen Vorkostung verkauft: es ist einfach zu speziell.

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Ich meine: trotz der Klassiker (Cookies & Cream, Dulce de Leche) eine sinnvolle Ergänzung der interessanten Palette abgefahrener Eissorten zu völlig indiskutabel überteuerten und dennoch gern gezahlten Preisen. Ausgesprochen schmackhaft.

Kettenbriefe

Thursday, February 3rd, 2005

Haben Sie auch schon mal einen Kettenbrief erhalten? Sicher. Heute erhält man Serien-emails. Eigentlich mag ich diese ebenso wenig, wie die damals teils pseudo-intellektuellen Kettenbriefe, aber dieser enthält eine gewisse - wenn auch nicht neue - Erkenntnis:


Mein bester Freund öffnete die Kommodenschublade seiner Ehefrau und holte ein in Seidenpapier verpacktes Päckchen heraus. Es ist nicht irgendein Päckchen, sondern ein Päckchen mit Unterwäsche darin. Er warf das Papier weg und betrachtete die Seide und die Spitze. “Dies kaufte ich, als wir zum ersten Mal in New York waren. Das ist jetzt 8 oder 9 Jahre her. Sie trug es nie. Sie wollte es für eine besondere Gelegenheit aufbewahren. Und jetzt, glaube ich, ist der richtige Moment gekommen!”.

Er näherte sich dem Bett und legte die Unterwäsche zu den anderen Sachen, die von dem Bestattungsinstitut mitgenommen wurden. Seine Frau war gestorben. Als er sich zu mir umdrehte, sagte er: “Bewahre nichts für einen besonderen Anlass auf! Jeder Tag den du lebst, ist ein besonderer Anlass.”

Ich denke immer noch an diese Worte, sie haben mein Leben verändert. Heute lese ich viel mehr als früher und putze weniger. Ich setze mich auf meine Terrasse und genieße die Landschaft ohne auf das Unkraut im Garten zu achten. Ich verbringe mehr Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden und weniger Zeit bei der Arbeit. Ich habe begriffen, dass das Leben eine Sammlung von Erfahrungen ist, die es zu schätzen gilt. Von jetzt an bewahre ich nichts mehr auf. Ich benutze täglich meine Kristallgläser. Wenn mir danach ist, trage ich meine neue Jacke, um in den Supermarkt zu gehen. Auch meine Lieblingsdüfte trage ich dann auf, wenn ich Lust dazu habe. Sätze, wie z.B. “Eines Tages …” oder “An einem dieser Tage …” sind dabei, aus meinem Vokabular verbannt zu werden.

Ich sage mir, dass jeder Tag etwas Besonderes ist, jeder Tag, jede Stunde sowie jede Minute ist etwas Besonderes.

Der Sinngehalt ist auch schnell mit zwei Worten Epikurs (schon wieder!) zusammengefasst: CARPE DIEM!

So schlau wie TV

Tuesday, February 1st, 2005

Ich wollte schon sehr lange ein wenig zum Thema TV bloggen. Das fiel mit bis jetzt schwer, der Ideen wegen. Ich hatte keine.

Daran hat sich nicht geändert. Ich habe aber beschlossen, diesen Zustand einfach hinzunehmen. Schließlich fällt dem Fernsehen auch nicht ein, es hat auch keine Ideen; jedenfalls keine für mich erkennbaren. Mit Ausnahme vielleicht von „Pimp my Ride“ auf MTV, das ebenso prollig wie witzig ist.

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Das wirklich Spannende an der absoluten Leere, der Beschränktheit und bodenliegenden geistigen Dürre des deutschen TV ist eigentlich, dass es offenbar keinen stört. Warum eigentlich rebelliert das Fernsehvolk nicht gegen die allabendlich flach-dummbrätzlige Soße aus dämlich-dünnem Edutainment, flachsinnigen Pseudo-Humoresken und billigster Serienkost? Warum verweigern die Zuschauer nicht scharenweise die Zahlung von GEZ-Gebühren? Warum eigentlich verkauft nicht jeder seinen Fernseher? Warum tue ich das nicht?

Zumindest die Antwort auf die letzte Frage kann ich geben: der Fernseher gehört mir nicht…