Bildung
Wednesday, December 22nd, 2004Folgendes wohl zutiefst wahre und irgendwie optimistische (weil den richtigen Weg aufzeigende) Statment habe ich in einem ansonsten sehr, sehr deprimierenden Artikel im Stern.de über Armut und Bildung in Deutschland gefunden:

Seit Jahrzehnten versucht die deutsche Gesellschaft, die Armut mit Geld zu be- siegen. Das hat nicht funktioniert. Paul Nolte, Professor für Sozialgeschichte an der International University in Bremen, nennt dies “fürsorgliche Vernachlässigung”. Staat, Gesellschaft und auch die Sozialwissenschaften haben versucht, sich von der Verantwortung für die Unterschicht freizukaufen. Die wurde mit Geld ruhig gestellt. Opium fürs gemeine Volk. Doch was die Unterschicht wirklich braucht, das wurde ihr verwehrt.Was braucht die Unterschicht? Womit kann ihr geholfen werden, wenn nicht mit Geld? “Bildung”, sagt Paul Nolte. “Bildung”, sagt Berthold Werth. “Bildung”, sagt Klaus Peter Strohmeier, Soziologieprofessor an der Bochumer Ruhr-Universität, einer der wenigen deutschen Sozialwissenschaftler, die sich mit der Unterschicht beschäftigen. “Bildung”, sagt der Gesundheitsforscher Andreas Mielck. “Bildung”, sagt der Sportsoziologe Klaus Cachay. “Bildung”, sagt Klaus Wermker, Stadtentwicklungsleiter in Essen. “Bildung”, sagt Karin Neuhaus vom Essener Institut für Stadteilbezogene Soziale Arbeit, die sämtliche sozialen Projekte in Katernberg koordiniert. “Bildung”, sagt der Kriminologe Christian Pfeiffer. “Bildung”, sagt Gisela Wehner-Böhme,die Leiterin der Kindertagesstätte in Katernberg. “Bildung”, sagt Angelika Sass-Leich, Direktorin der Hebartschule, einer Grundschule in Katernberg.
Lesen, unbedingt!
