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Die Primäre Tugend » 2004 » September

Archive for September, 2004

Dösen am Pool

Thursday, September 30th, 2004

Auto weg, daher werden wir uns die restlichen zwei Tage mit Baden etc. beschäftigen. Heute Abend wollen wir ins Hotelrestaurant gehen, ich denke da wird es wenig zu berichten geben.

Worte des Tages: „Kleinstreligion“ und „Hörgulasch“. Weisheit des Tages: wenn man (ich habe das bei Miturlaubern beobachtet) beim Dösen am Pool von eigener Flatulenz hin und wieder aufwacht, sollte man in sein Zimmer gehen. Schon fürs Image. Wirklich.

Portgal Tag 12 - Westküste II

Wednesday, September 29th, 2004

Nachdem wir das kleine Auto (ein zu weich gefederter und ab 120 km/h nervig piepender Citroen) morgen abgeben müssen, wollten wir heute noch einmal an die Westküste. Diesmal war die Praia de Monte Clergio unser Ziel. Dieser Strand zählt zu den südwestlichsten an der Algarve. Enttäuscht wurden wir wieder einmal nicht. Nur ein, zwei Buchten von der Praia de Arrifana entfernt, entpuppte sich auch dieser Strand als äußerst sehenswert. Klares Wasser, wilde Fluten, traumhafter Sand. Auch die Anfahrt war nicht ganz so öde wie noch Tage zuvor. Also inzwischen bin ich zwar noch nicht eingefleischter, aber hoffnungsvoller Westküsten-Fan. Hier kann man einfach nichts falsch machen.

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Arne: Stichwort Westküste & Wilde Strände. Hier sollte man mit Kindern und gebrechlichen Menschen nicht hinfahren, denn die Strände haben teilweise gefährlich hohe Wellen. Wer aber Orte sucht, an denen die Brandung zum überwiegenden Teil aus Salzwasser und nicht aus Touristen besteht, der möge hier herkommen.

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Die Gegend ist zwar grundsätzlich erschlossen (Strom, Wasser, Straßen), atmet aber einen Geist, der für mich nach dem Kalifornien der 70er riecht, allerdings mit einer Note mehr Schwermut: Surfen, im Meer schwimmen, in Strandcafes rumhängen, mit bemalten VW-Bussen durch die Gegend gondeln. Die typische Würze bekommt das Ganze durch den passenden Soundtrack, der aus jedem Barradio tönt: Pink Floyd, Simon & Garfunkel und jeden Menge andere 70er und 80er Schnulzen, die ich schon seit Jahrzehnten nicht mehr gehört habe. Insgesamt der Beweis, dass Saudade mehr als nur ein Schlagwort ist.

Das Meer ist hier unendlich weit. Das mag daher kommen, dass der Kontrast der azurblauen, ständig gegen die Küste brausenden Brandung zum kargen, verbrannten Land so groß ist. Es liegt aber sicher auch daran, dass man – anders als bei Tümpeln wie dem Mittelmeer – genau weiß, dass hinter dem Horizont erst einmal lange, lange nichts kommt.

Das Beste an Aljezul, dem größten Kaff der Gegend, ist allerdings der Name, der Ort selbst ist ein staubiges Nest an der alten Landstraße nach Lissabon. Ab und an fährt ein LKW durch, das ist dann schon fast die Tagessensation. Es gibt – der Klientel angepasst – Surfläden, in denen es nach Räucherstäbchen riecht, und billige, aber sonst unspektakuläre Cafes. (Sonja: allerdings scheint dieses Kaff das einzige zu sein, dass tatsächlich mit allen Euro-Münzen handelt, denn eine 2-Euro-Münze aus Portugal konnte ich erst hier ergattern, alle anderen Städte scheinen sich dieser Münze zu verweigern)

Abends sind wir aber – trotz einiger bestimmt guter Alternativen zum Abendessen – dann doch ein letztes Mal nach Tavira gefahren. Wir mussten einfach das Aquasul noch ausprobieren und wurden auch nicht enttäuscht. Allein der Vorspeisensalat war schon ein Gedicht, die Ravioli hinterher und mein Lamm mit Couscous nicht minder lecker. Zwar zahlt man im Schnitt 10% mehr, aber wenn man die bayerischen Monacopreise gewohnt ist, schockt auch das nicht wirklich. Also insgesamt bestimmt einen Besuch wert und bitte nicht verpassen. Übrigens wurden wir heute erstmals von der Sorte Bettler heimgesucht, die irgendwelche Sprüche auf Tische legen, um diese dann Minuten später samt Spende wieder einzusammeln, während der „Zuhälter“ wohl irgendwo um die Ecke steht und aufpasst. Übrigens: ich habe nichts gegen Bettler, obwohl ich die bevorzuge, die sich bemühen, auf irgendeine Weise Gegenleistung anzubieten. Darum fand ich auch den Gitarrenspieler vom vergangenen Montag durchaus unterstützenswert (Arne: aber der müffelte!). Die Dame heute behauptete schriftlich, sie habe Leukämie. Wer jemals mit Leukämie konfrontiert war, weiß oder konnte bemerken, dass diese Dame nun wirklich nicht leukämiekrank war. Im Übrigen finde ich diese Behauptung gegenüber allen, die wirklich an dieser grausamen Krankheit leiden, einen Affront. Ich konnte dieser Dame nicht einen Cent geben. Besser wäre gewesen, sie hätte einfach gesagt, sie braucht Geld. Darüber kann man reden, denn in Not zu geraten geht oft schneller als man denkt. Aber diese Tour mag ich einfach nicht. Das war neben einem älteren Mann vor zwei Tagen damit ohnehin nur der zweite Erdenmensch in Portugal (wenn man das mit Paris vergleicht!), der bettelnderweise Geld von uns wollte. Um zurück zu kommen, wieder einmal ein gelungener Abend, auch wenn Arne heute vor lauter „ich-genieße-gerade-den-Süden-Feeling“ keinen Ton gesagt hat…

Arne: Das Aquasul hat – neben einem zum Lokal gehörenden beflohtem Hund, zickigen amerikanischen Gästen, einem arroganten Besitzersohn mit MX-5 und einem siffigen Koch – wirklich ausgesucht leckeres Essen. Das ist für mich insbesondere deshalb überraschend, weil die Gerichte organisch und mit irgendwelchen wertvollen Zutaten hergestellt sind; von der Beschreibung her damit eher an Müsli und Haferschleim denken lassen.
Der Kellner (ganz sicher entweder gescheiterter alternativer Philosoph, Surfer vom Weststrand oder – wahrscheinlich – beides) war zwar ein wenig verwirrt und statt Salat mit warmen Ziegenkäse und Hummus brachte er irgendetwas anderes; das war allerdings auch sehr schmackhaft (Sonja: korrigiere, statt Salat mit Hummus brachte er Salat mit warmen Ziegenkäse….).
Das Ambiente des Lokals ist natürlich unschlagbar. In einer kleinen Seitengasse zur Hauptkneipenstraße, also ruhig und doch im Geschehen; inmitten pittoresker südländischer Hausfassaden und das unter einem glasklaren Nachthimmel nebst Vollmond, der romantisch über die Dächer scheint (das freilich mag nicht immer so sein).

Portugal Tag 11 - Bica, Omelette etc.

Tuesday, September 28th, 2004

Faulenzen, Faulenzen, Faulenzen. Abends wieder einmal – und immer wieder gerne – Tavira. In einem kleinen Restaurant namens Bica haben wir dann gegessen. Die Tische befinden sich in einem Gang zwischen zwei Häusern, der nicht mehr als zwei Meter breit ist. Arne fand das ziemlich lustig. Erst als ihm der Wind von zwei Pennern – unter anderem dem Gitarrenspieler vom Vortag – um die Nase wehte, fand er das Lokal nicht mehr ganz so lässig. Das beste an dem Schuppen ist, dass man eine anderes Lokal findet, wenn man es verlässt, das Aquasul, eine Kneipe, die hauptsächlich von Jugendlichen - und solchen, die es noch sein wollen – heimgesucht wird. Coole Musik und gutes Essen, zumindest was man den Überresten der Teller - und schließlich der Speisekarte - entnehmen konnte, die dort unzählig auf den Tischen herumstanden. Die Stimmung schien aber sehr gut und ausgelassen zu sein.

Arne: Das Bica kann man mitnehmen, muss aber nicht unbedingt. Das Essen ist o.k. und auch nach lokalen Maßstäben recht günstig. Mein Tipp ist das Omelette mit Shrimps (6,50 Euro). Das Schokoladen-Mousse dagegen scheint aus Kaba-Milch und mit Sahne-Steif angerührt zu sein.

Portugal Tag 10 - die Pinte am Fluss

Monday, September 27th, 2004

Faulenzen, Faulenzen, Faulenzen. Abends waren wir dann (wieder) in Tavira in einem von einem Deutschen geführten Lokal direkt am Fluss. Gutes, wenn auch von unfreundlichen bis inkompetenten Kellnern serviertes Essen, lässt selbst den nervigen Straßengitarristen vergessen, der das Lokal offenbar regelmäßig heimsucht und auf Lagerfeuerromantikniveau seine zweieinhalb mäßig gut gegriffenen Akkorde zum Besten gibt. Erstaunlich übrigens, dass man mit so wenig musikalischem Material die Leute doch so lang nerven kann. Es fand sich leider auch niemand, der dem armen Kerl Geld dafür bot, dass er aufhört.
Zu empfehlen sind jedenfalls die flambierten Feigen und das Mango-Mousse.

Portugal Tag 9 - Westküste

Sunday, September 26th, 2004

Nach einem etwas missglücktem Anlauf auf diverse Strände bei Lagoa, die Praia de Benagil und die Praia do Marinha (beide Strände sind, obwohl hoch gelobt, keinen Besuch wert) sind wir nach ein bisschen Zicken meinerseits und taktisch klugem Einwirken seitens Arne – wie immer – an die Westküste gefahren. Exkurs: ich fahre seit wir den Wagen haben, mein Mann ist nämlich nicht in Besitz eines Führerscheines. Er hat zwar eine Fahrerlaubnis, aber keinen Führerschein. Weil er die Unannehmlichkeiten fürchtet, wenn er einem portugiesischen Polizisten erklären soll, warum er zwar fahren darf, aber keinen Führerschein hat (der Zustand besteht allerdings schon seit wir uns kennen), lässt er fahren. Dass man dann nach ungefähr 1000 km auch mal zicken darf, ist - glaube ich - berechtigt. Exkurs Ende.

Westküste also, das ist wohl das eigentliche Highlight wenn es um wild romantische Strände geht. Wir waren an der Praia de Arrifana, einem Strand, an dem sich auch die Wellenreiter tummeln. Entsprechend jung und hippie ist das Volk. Der Strand traumhaft, sandig und sauber, das Meer klar und wild, mehr kann man sich nicht mehr wünschen. Beim Zugang zum Strand befindet sich ein kleines Surfer-Restaurant, in dem es unglaublich gute Crepes und Sandwichs gibt, wir saßen dort dann wenigstens drei Stunden und haben die Wellenreiter und den Sonnenuntergang beobachtet. Die Stimmung ist unglaublich friedlich und ruhig. Keine Hektik, kein Stress, in der Abendsonne laufen vereinzelt Pärchen über den Strand, hier und da spielen Kinder Fußball. Wer hier nicht zu sich findet, der schafft es nirgendwo.

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Portugal Tag 8

Saturday, September 25th, 2004

Faulenzen, Faulenzen, Faulenzen.

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Nur abends waren wir in Tavira beim Essen. Das Patio, obwohl ebenfalls in den meisten Reiseführern wohl enthalten, ist wirklich einen Besuch wert. Man sitzt da nämlich auf einer unglaublich schönen Dachterrasse, genießt sehr guten Service und ein nicht minder gutes Essen.

Arne: Zu erwähnen wäre noch, dass der Service im Patio wirklich ausgezeichnet ist. Trotz Füllung des Etablissements sorgt sich immer ein netter Geist um alles mögliche das man braucht. Braucht man gerade nichts, sagt er einem, was man gerade brauchen sollte.

Fast Portugal Tag 7 - Sevilla

Friday, September 24th, 2004

Ganz spontan sind wir heute nach Sevilla gefahren. Sprich: wir standen an dem Stoppschild am Eingang von Tavira, links geht’s ans Cap und rechts nach Spanien. Nach kurzem hm, hm, von Arne bin ich einfach rechts abgebogen, 150 km später waren wir in Sevilla. Traumhafte Stadt, mehr kann man eigentlich nicht sagen. Da wir bis Abend eigentlich nur noch ein paar Stunden Zeit hatten, beschlossen wir sightseeingmäßig nur die Kathedrale anzusehen. Ein Fehler, wie sich herausstellte. Die Kathedrale ist zwar schön, keine Frage, aber keinesfalls spektakulär.

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Das Ganze ist ein wildes Sammelsurium an Anbauten, Umbauten, Erweiterungen was wegen der 700jährigen Entstehung eigentlich nicht verwundert. Letztlich aber keineswegs so anmutig wie ein Petersdom, die Sagrala Familia in Barcelona oder auch nur eine Theatinerkirche in München. Highlight aber ist der Turm, den man besteigen kann und von dem aus sich dann ein wirklich schönen Blick auf Sevilla erblickt.

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Den Rest des Nachmittages haben wir dann schlendernd im Viertel Santa Cruz, dem ehemaligen Judenviertel verbracht. Trotz nur Schlenderns haben wir so en passant noch jede Menge kleiner Kirchen, San José und San Lorenzo, das Rathaus etc. mitgenommen – und das ganz ohne Stress (Tipp von Arne: wenn man in einer neuen Stadt nur ein paar Stunden Zeit hat, dann nicht hektisch Top-Tipps abklappern, sondern sich in ein Straßencafé an einem gut besuchten Platz setzen und die Stadt an sich vorbeiziehen lassen. Stimmt hundertprozentig!). Gegen Abend haben wir dann in einem unglaublich frequentierten Café (aber nur Mütter und solche die es noch werden) festgestellt, dass wir uns in Spanien ja wieder voll in der MEZ befinden und es daher im Gegensatz zu Portugal eine Stunde später ist. Nach einer weiteren Stunde schlendernd durch diverse Schuhgeschäfte, das Viertel hätte man auch ohne rot zu werden Santa Schuh benennen können, landeten wir schließlich und endlich in einer sehr netten Tapas-Bar unlängst des Platzes Santa Cruz, gegenüber dem Hotel Murillo. Von letzterem haben wir uns gleich mal eine Preisliste besorgt und festgestellt, dass man hier trotz der absolut zentralen Lage zu dritt für nur 70 Euro übernachten kann. Klasse. Nebenbei erlebt man noch so netten Kitsch wie Ritterrüstungen in der Eingangshalle.

Zurück ging’s dann relativ schnell, denn die Verbindungsstraße zu Portugal, die A 49, war menschen-, pardon, autoleer. Fazit: ein Supertag.

Arne: Sevilla. In der Tat eine Reise wert. Schon der Schuhe wegen: Realitätsschock. Es ist NICHT normal, für Treter 249 Euro auszugeben. Richtigerweise bezahlt man in Südspanien für tolle Echtlederschuhe in Zweifarboptik, Marke „Democrata“ (!) 59 Euro. Auch sonst ist die Stadt natürlich nett. Alle Frauen sind allerdings schwanger, was vermutlich eine Spätfolge der spanischen Inquisition oder des zweiten vatikanischen Konzils ist.

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Portugal Zwischenruf

Thursday, September 23rd, 2004

Stichwort Tavira: Das ist sicher der netteste und distinguierteste Ort an der Algarve. Die ganze Stadt besteht praktisch aus nichts weiter als aus superschicken, pittoresken Gassen mit auffallend gut erhaltenen schnuckeligen Häusern aus dem 18. und 19. Jh. Und der Fluss, eine lauschige Kirche, ein toller Park oder ein tolles Denkmal ist immer in der Nähe. Es gibt auch ein Stadtarchiv, eine römische Brücke, unglaublich viel Kopfsteinpflaster, eine Markthalle mit Kaffeeterrasse und Kunstausstellung und einen Brunnen mit Wasserschildkröten. Vor allem aber findet man hier selbst im abgelegensten Gässchen noch unzählige supernette Kneipen, Restaurant und Cafes. Das Ganze hat dabei nicht die unruhige (und oft billige) Atmosphäre von Albufeira, ist aber auch nicht so (schrecklich) laid back wie das Hinterland, sondern eben genau richtig. Die Stadt atmet die Atmosphäre von Leuten, die „on the move“ sind, sich aber zwischendrin einen galão im Straßencafé gönnen.

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Ein offenes Wort zur portugiesischen Küche. Natürlich können die Portugiesen super Fisch grillen in allen möglichen Variationen, vor allem mit jeder Menge Knoblauch, was ja eigentlich nicht geht. Sie wissen auch sonst all das zuzubereiten, was das Meer so hergibt. Kein Wunder, es gibt ja kaum etwas außer Meer. Das war es aber praktisch auch schon. Alles andere ist in Portugal an sich ungenießbar. Von der richtigen Behandlung zarten Fleisches hat man hier noch nicht viel gehört, mit Gemüse steht man auf Kriegsfuß, Obst scheint unbekannt und was Süßigkeiten betrifft ist man ein totales Entwicklungsland – den leckeren Mandelkuchen mal ausgenommen.

Sonja: nun ja, neben dem Mandelkuchen gibt es auch teilweise sehr gutes Mousse au chocolat, flambierten Reiskuchen, Melonenmousse und last but not least sehr guten Käse, ansonsten muss ich mich den Ausführungen anschließen. Daher sind wir ja auch auf unsere angemerkte alternative Essenssuche gegangen und waren dabei meist oder überwiegend durchaus erfolgreich.

Die Situation wurde sicher nicht unwesentlich dadurch verschärft, dass Portugal als Urlaubsland in den 60ern ausgerechnet durch die Briten entdeckt wurde. Daher ist das Land noch heute von einem engmaschigen Netz von englischen Cafes und Kneipen durchzogen, was der Küchenkultur natürlich den Rest gegeben hat. Rind mit Minzsoße oder Yolk kann man hier bekommen, wenn man will. Natürlich will man nicht. Was aber tun, wenn man von Fisch die Nase voll hat?

Portugal Tag 6 - Praia da Baleeira

Thursday, September 23rd, 2004

Zwei Lokale gibt es auch heute zu erwähnen. Zunächst das „Waza“, eine Snack Bar gegenüber dem Parkplatz zur Praia da Baleeira. Das Lokal wird von Franzosen geführt, sprich, es gibt einen wirklich guten Salade Nicoise. Wer einmal versucht hat, in einem typisch portugiesischen Lokal einen wirklich guten Salat zu bekommen, der weiß, was ich jetzt meine. Und bitte nun keinen Spruch wie: wer bestellt sich auch in Portugal einen Salat! Nach vier Tagen nur Fisch, weiß man einen solchen nämlich durchaus zu schätzen. Jedenfalls war der Salat spitze, die Wirtsleute sehr nett und aufgeschlossen.

Arne: Dennoch: das eigentliche Highlight ist nicht das Lokal, sondern der Strand gegenüber, der ziemlich zum Besten gehört, was es auf dem Markt so gibt. Die Bucht ist eingefasst von ungefähr 20m hohen Felsen, also windgeschützt, nach Südwesten hin zur Sonne geöffnet, es gibt kleine Höhlen für Leute, die nicht in der Sonne liegen mögen, der Strand ist 150 m breit (!), das Wasser hat unglaubliche Farben und weil das Ganze auch noch recht weit weg vom nächsten Ort ist, verirren sich jeden Tag kaum mehr als 50, 60 Leute (Sonja: und das scheint auch nur für die Hauptsaison zu gelten) gleichzeitig hierher.

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Man ist also für sich, aber auch nicht ganz einsam. Gerade richtig. An den witzigen Felsen kann man sogar noch – teilweise durchaus recht anspruchsvoll – Klettern (Sonja: kaum hängt Mann das erste mal an einer Felsenwand, wird Mann auch schon übermütig!) üben, und danach gleich wieder ins Meer springen. Insgesamt recht einmalig.

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Nur zwei Buchten weiter findet sich übrigens das Capo de São Vicente, das „Ende der Welt“, wie es früher genannt wurde: das Westkap Europas. Hier ist es nicht mehr ganz so einsam, ab und an karrt ein Bus eine ganze Wagenladung Touristen anbei, die dann brav portugiesische Strickjacken oder „die letzte Bratwurst vor Amerika“ kaufen.

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Wer Kultur mag, der kann sich übrigens auch noch die Fortaleza de Sagres antun. Heinrich der Seefahrer hatte hier seine mehr oder minder geheime Forschungsstation eingerichtet, von der aus er im 15. Jahrhundert das Zeitalter der großen Entdeckungen einleitete und aus Portugal eine Weltmacht schmiedete. Dieses goldene Zeitalter hat dann König Sebastian mit seiner spinnerten Idee seines Kreuzzugs, bei dem er die stolze portugiesische Flotte, die Staatsfinanzen, nahezu den kompletten portugiesischen Adel und sich selbst vernichtete, schnell wieder beendet. Portugal verschwand dann aus der Geschichte und tauchte erst in Büchern von Remarque wieder auf, kurz bevor die Engländer das Land zur kulinarischen Kolonie machten, wovon sich die portugiesische Küche immer noch nicht erholt hat.

Ach ja, die Fortaleza. Hier kann man, wenn man verrückt oder einheimisch ist, mit überlangen Angeln von 60m hohen Felsen Hochseefische fangen, auf Kanonen herumreiten oder einfach nur aufs Meer schauen.

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Abends sind wir dann nach Tavira hineingefahren. Direkt gegenüber der römischen Brücke, vom Placa de Republica weg, leicht rechts halten, geht es in ein Fußgängergässchen. Dort liegt das Restaurant „Abstrato“. Absolutes Highlight bislang. Einen erstklassigen champagnerartigen Aperitif, als Hauptgerichte Rochen und eine Art Meeresfrüchte-Cocktail in einer unglaublich guten Soße mit Rosmarin etc. lässt an wirklich gute cuisine denken. Der Service ist toll, der Schokoladenkuchen unglaublich gut. Obwohl man vom äußeren Anschein her das Gefühl hat, auf ein hochpreisigeres Lokal gestoßen zu sein, gehen wir mal wieder mit einer Zeche von knapp über 30 € raus. Aber die Qualität des Essens war wirklich ausgezeichnet.

Arne: Das eigentliche Highlight ist natürlich die zahnlose Bedienung. Als der Herrgott das Grätenmuster des Rochens (falls „Skatefisch“ tatsächlich Rochen war…) erfand, hatte er wohl einen schlechten Tag. Natürlich gebe ich zu, dass Allmacht vermutlich auch beim Entgräten von Fisch hilft. Sonja ist aber auch nicht schlecht, die kann man durchaus schicken (Sonja: Sprich, ich musste mein Essen mit dem von Arne tauschen, um nicht den ganzen Abend einen missmutigen Mann ertragen zu müssen).

Portugal Tag 5 - kompetente englische Küche

Wednesday, September 22nd, 2004

Ab heute sind wir mobil, bewaffnen uns mit unseren kläglichen touristischen Anschaffungen (Falk Spiralo „Algarve“, € 4,95) und gehen auf Entdeckungsreise. Wir beginnen im Westen und dem Hinterland. Schnell haben wir entdeckt, dass die „Tipps“ unseres Reiseführers, na ja, nun überdenkenswert sind. Wir besuchen Alté und Salir und stellen schnell fest, dass die angeblich hübschesten und besterhaltensten, die typischsten Dörfer der Algarve einfach nur öde sind.

Arne: Alte (sprich: Alt, nicht Alté) und Salir sind in der Tat zwei Käffer am Ende der Welt inmitten reizlosen Berglands mit staubigen Häusern, jeder Menge Touristen-Neppläden (bemalte Teller, Postkarten mit Titten drauf und Schlüsselanhänger) und praktisch ohne Sehenswürdigkeiten. In Alte gibt es immerhin noch eine schnuckelige kleine Kirche mit Azulejos (18. Jh.) in Farbe – was natürlich ein Widerspruch ist. Man kann einen Rundgang machen, sich Maria Himmelfahrt auf Portugiesisch erklären lassen und für den Fatima-Kult spenden.

Da uns die Orte nur wenig geben, beschließen wir, einen alternativen kulinarischen Weg zu gehen, weg von den Touristentipps, hin zum „schaun mir mal“. In Loulé, einem wirklich netten Städtchen, folgen wir allerdings noch mal einem Tipp und gehen ins „Avenida Velha“. Das Lokal befindet sich unmittelbar an einem größeren Platz, so ähnlich wie der Zirkus Maximus in Rom aufgebaut, auf den man ohnehin stößt, wenn man von der N270 aus Spanien kommend Richtung Loulé fährt. Hausnummer 40, 1. Stock. Ein zwar nicht typisches, aber sehr lustig ausgestattetes Lokal, in einem der Wohnzimmer des Maitre befindlich. Geschmückt ist der kleine Raum mit unzähligen Bildern jeglicher Couleur, Banknotensammlungen, Münzsammlungen, Fußballschals etc. Ein bunter Strauß an Kitsch und Kram aufgebracht auf einer Fototapete. Der Chef und seine Gattin schmeißen das Lokal selbst, obwohl eigentlich beide schon über siebzig zu sein scheinen. Wir bestellen Entrecote, Arne hat nämlich die Schnauze von Fisch derzeit voll, und gegrillte Calamares – für mich. Obwohl es anscheinend keine einzelnen Gläser Wein (ich bin schließlich der Fahrer) zu geben scheint, bringt mir der Chef nach kurzem Wimperzucken ein Glas köstlichen Weißwein. Kleiner Exkurs: Nieder mit der Mär, dass man in Portugal Rotwein zu trinken hat. Nein, der Weiße ist wirklich der Tipp des Landes. Ich habe bislang nicht einen einzigen getrunken, der ungenießbar gewesen wäre. Am besten den des Hauses bestellen, ist immer gut bzw. vernünftig und äußerst günstig. Meist bekommt man dann halbe Flaschen in 0.375 Abmessung. Exkurs Ende. Vor dem Essen reicht uns der Chef Vorspeisen, nicht wie gewöhnlich, Oliven und Brot, ein bisschen Butter, nein, auch Salat, Meeresfrüchtesalat, Salami und Käse lassen wir uns schmecken. Die anschließenden Hauptgerichte sind wirklich gut, die Calamares butterweich. Alles in allem also wirklich ein gutes Essen in sehr netter Atmosphäre.

Arne: In der Tat: die Kneipe ist die Ehrenrettung für die portugiesische Küche. Die ist ja dafür bekannt, dass außer Fisch nichts wirklich funktioniert. Im „Avenida Velha“ gibt es sogar brauchbare Desserts! Das Problem ist: wer hier essen will, der sollte sich beeilen. Es scheint, als würden die Wirte irgendwann ans Aufhören (oder Sterben) denken.

Auf dem Heimweg treffen wir auf ein ähnlich witziges Lokal. Die „Macks Bar“. Direkt an der N270 in Richtung Tavira in einem kleinen Örtchen namens Prego. Die Bar wird von drei Engländerinnen geführt, die – wir vermuten – auch nicht geschäftlich miteinander zu tun haben. Die Bar ist witzig, wir sitzen draußen, an den Wänden laufen Geckos („they’re becoming bigger year after year, soon they’ll be alligators“) auf aufgemalten Clowns entlang. Die Bar ist voll von Engländern, die sich hier Steaks und Chips bestellen, um sich von der mediteranen peixe-Küche erst einmal zu erholen. Wir bestellen garlic bread und curry chicken, beides brauchbar. Die Gäste begrüßen die Wirtin Carol, nicht Mack, mit einem „Hallo Darling“ und man hat das Gefühl, dass hier jeden Abend die gleichen Gäste sitzen. Durch die Küche läuft schwanzwedelnd der englischhörige Hund, die Wirtin raucht ungeniert in der Küche, Spülmaschine gibt es keine. Im Hintergrund läuft ein sixties-Sender, die Bee Gees rauf und runter. Alles in allem ist die Macks Bar eine richtig urige und lässige Kneipe, unbedingt vorbeischauen.

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Arne: Das wirklich hirnzermarternde ist: wie kann ein Restaurant, dass von Engländerinnen (!) in Portugal (!!) betrieben wird halbwegs was taugen?