Archive for August, 2004

Kein EC im Sushi-Duke

Friday, August 6th, 2004


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Wieder ein Kandidat für das Reich des Bösen: der Sushi-Duke am Platzl (gegenüber Hofbräuhaus). Wie immer dasselbe Muster des Grauens: man nimmt weder EC, noch Kreditkarten. Und das bei Preisen für 26 Euro für vernünftige Sushi-Portionen. Wenn ich da mal Geschäftspartner einlade muss ich hunderte von Euronen in bar vorrätig halten, völlig undenkbar. Da können wir ja gleich wieder anfangen und Muscheln tauschen wie in der Steinzeit.

Die warn’s!

Thursday, August 5th, 2004

Gestern Abend habe ich eines der größten Rätsel der Menschheit, jedenfalls der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, gelöst. Wie es zu Rezessionen und Wirtschaftskrisen kommt, insbesondere zu der, an deren Ende wir uns befinden (angeblich schon seit zwei Jahren oder so). Mir fehlt es noch ein wenig an Daten und Vergleichen, aber qualitativ ist mir das alles klar: Melancholie und Lebensunlust. Ganz logisch. Und schuld sind die Medien und die kunstschaffende Bevölkerung.

Eigentlich ist das nämlich alles ganz einfach. Wirtschaft und Gesellschaft sind einfach nur Spiegelbilder der Summe der Geistesverfassung der ganzen Bevölkerung. Und die ist eben schon Ende der 90er umgeschlagen. Die Leute hatten genug, immer nur Party zu machen, Caipi zu saufen, zu kiffen und sich durch die Gegend zu vögeln. Auf die Dauer nervt zu viel gute Laune einfach. Und auch das Kulturvieh wollte nicht immer nur einen Sommerhit mehr nach dem anderen produzieren. Daher der Umschwung zu Innerlichkeit und ökonomisch unproduktiver Selbstreflexion.

Das fiel mir auf, weil im TV letztens „Magnolia“ lief. Ein – trotz des versöhnlichen Endes – zutiefst stimmungstötendes Werk voller Nabelschauen von Leuten, die eigentlich keine Sorgen haben und sich deswegen umbringen oder anderen Unsinn machen. Und von 1999. In dem Jahr haben auch die Red Hot Chili Peppers die „Californication“ veröffentlicht, von der praktisch jeder Track ein Nummer Eins Hit wurde. Und wer bitte, frage ich, geht nach „Other Side“ (slithin’ my throat is all I ever had) motiviert an die Arbeit und erhöht das Bruttosozialprodukt? Keine alte Sau. Auch umgekehrt funktioniert das übrigens. Wann begann die letzte weltweite Boomphase? Richtig, nach dem Ende von „Nirvana“.

Ich rufe daher hiermit: „Künstler aller Länder vereinigt Euch. Und schreibt mehr Stimmungslieder!“

Kantinenessen

Tuesday, August 3rd, 2004

Unsere Kantine hat zur Zeit Betriebsurlaub, ist also geschlossen. Nein, auch kein Notbetrieb. Kantinenessen ist schlecht, sagt der Volksmund. Alles ist aus der Dose, frische Sachen gibt es kaum und die Soßen sind auch künstlich. Fad schmeckt das Essen und eintönig. Und wenn einem nachmittags schlecht ist, ist das Kantinenessen schuld. Mag je alles richtig sein, aber ich vermisse meine Kantine. Jawohl. Irgendwie stimmt nämlich der Tagesrhythmus nicht. Frühmorgens, wenn ich mich selbst kaum im Spiegel erkenne, soll ich nun Brote schmieren oder Obst schnippeln. Mittags mümmelt man dann das Brot in sich hinein, ohne den üblichen Bürotratsch mit anderen nun zu Brotschmierern Verurteilten auszutauschen und abends geht man nach Hause und weiß, man hat den ganzen Tag noch nichts “Richtiges” gegessen. Also ich vermisse meine Kantine und bin froh, wenn sie endlich wieder zum Essenfassen ruft.