Archive for June, 2004

TV-Abend

Wednesday, June 16th, 2004

Leider war die gestrige Folge von „Colombo“ nur mittelmäßig.

Himmlisch

Monday, June 14th, 2004

Tja in Nancy wäre ich auch gerne gewesen, tatsächlich haben Arne und ich (obwohl zunächst misslaunig) die Partnachklamm heimgesucht. Unglaublich was und wie es sich dort bietet. Der Anfang des Naturschauspiels ist eigentlich am Ende der Klamm zu finden. Die Partnach beginnt dort sanft und gütig, klar und flach, in einem leuchtenden grün, kein Gedanke an die Kraft und Macht, wie sie sich bereits in Sekunden darstellen wird. Nur einige Meter weiter beginnt sich das Bächlein zu wandeln. Reissend und stark stürzt sich der Fluß in die Tiefe, hat in Jahrhunderten dem Felsen Platz abgetrotzt. Mit sich reißt der Fluss, was sich ihm in den Weg stellt, Bäume, Sträucher, Felsbrocken. Gewaltige Wassermassen stürzen viele Meter in die Tiefe, wo das Wasser dicke wulstige Schaumkronen aufwirft. Tiefe Einschnitte sind in den Felsen, welche sich meterhoch links und rechts des Flusses aufbäumen, auszumachen. Über der Schlucht erkennt man nur gelegentlich die Sonne und den Himmel. Für Sekunden beschleicht einen die Angst, die Felsen könnten über einem zusammenbrechen und den Fluss und einen selbst unter sich begraben. Dort in der Ecke steht eine Heiligenfigur, Zeugnis eines Unglücks oder der Achtung für Mutter Natur? Ein Baumstamm spreizt sich zwischen zwei Felsbrocken und wehrt sich dagegen, mitgerissen zu werden. Man hört die Stimmen der Besucher nur aus kurzer Entfernung, zu laut und mächtig ist das Getöse des Flusses. Mir ist kalt, denn die enge der Klamm verbietet es der Sonne, bis hier unten vorzudringen. Vorsichtig setzt man seine Füße auf dem schmalen Pfad, der entlang des Felsens führt. Der Widerhall der Worte ist kurz.
Nur kurze Zeit (die Klamm erstreckt sich wohl auf einen halben Kilometer), dann ist das Schauspiel wieder zu Ende. Aus dem reissenden Gewässer ist wieder das sanfte Bächlein geworden, verträumt und in Gedanken an die gewaltige Zeit und den Eindruck, den man in dem bisschen Zeit hinterlassen hat.

(Die Klamm ist Winter wie Sommer geöffnet und die Zufahrt in Garmisch gut ausgeschildert)

Wer immer ohne Sünde ist,

Friday, June 11th, 2004

der werfe den ersten Stein.

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Am Meer

Tuesday, June 8th, 2004

Habe ich eigentlich hier und da schon einmal über den seltsamen Umstand berichtet, dass, wenn man am Wochenende in alten Bildern wühlt, das Fernweh zurückkehrt? Am liebsten sehe ich mir die Fotos vom Meer an.

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Meer, das heißt Weite, Grenzenlosigkeit, irgendwie auch: Transzendenz.

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Und – was nur wenige wissen – am Meer, da kann man das Universum verstehen lernen, das unbegrenzt ist, aber nicht unendlich. So ist auch die Erde: ich kann immer geradeaus laufen, ohne je an eine Grenze zu stoßen. Im schlimmsten Fall komme ich dahin zurück, wo ich hergekommen bin.

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Das glaubt man aber nicht, wenn man auf das Land schaut, da versteht man das nicht. Man braucht den Wind und das Salz und das Rauschen der Wellen. Und dann, irgendwann, erfasst man das Ganze. Und wenn man doch nicht so in Philosophierlaune ist, dann geht man einfach baden.

Ronald Reagan ist tot

Sunday, June 6th, 2004

mit einer Karriere als Radiojournalist, 50 gedrehten Filmen, einer intakten Familie, einem Posten als Gouverneur, als epochemachender Präsident, der die Gemüter erhitzt, und nebenbei noch der Bezwinger des „Reichs des Bösen“ hat er in 93 Jahren so viel erlebt, wie wohl kaum sonst jemand auf dieser Welt. Was für ein Leben, im Licht und im Schatten.

Ruhe in Frieden.

An der Grenze

Sunday, June 6th, 2004

zwischen Spanien und Portugal, da gibt es eine Brücke. Die erreicht man nach fast genau 24 Stunden Fahrt, von München aus gerechnet. Und wenn man an das Ende Europas will, ganz nach Westen, da, wo das Land aufhört und das Meer – das große! – anfängt, dann weiß man, wenn man die Brücke sieht: man ist fast da.

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Wenn man dann drüber fährt, dann riecht es auf der anderen Seite nach Sand und Salz und Freiheit. Ich weiß natürlich nicht, ob es für jeden so riecht, aber für mich tut es das.

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Ich habe aber auch viele Jahre in einem Land gelebt, wo es nicht einfach war, immer nur geradeaus zu fahren, so lange, bis das Meer – das große! – beginnt. Eigentlich war es nicht einfach, überhaupt lange irgendwo immer geradeaus zu fahren. Schön, dass die Brücke da steht und ich drüberfahren kann, wann immer ich mag.

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Markttag in Padua

Wednesday, June 2nd, 2004

Über das Pfingstwochenende haben Sonja und ich den Kollegen Matthia d.C. in seiner Heimatstadt Padua heimgesucht. Neben vielem anderen berichtenswerten – das zu gegebener Zeit auch hier zu lesen sein wird – hat mich besonders der Markt fasziniert.

In den Arkaden des Stadtpalastes befinden sich jede Menge… nunja, Läden, Buden, Stände – oder eine Mischung aus allem. Auf der einen Seite eine Art Metallcontainer, in denen die Händler sitzen, auf der anderen Seite mehr oder weniger „normale“ Ladengeschäfte. Vor dem Palast ist natürlich auch noch reges Treiben. Überall wuselt es, man schreit und ruft und schwatzt wild durcheinander, es wird gestikuliert, gezeigt, gewogen und gewunken. Natürlich richt es in jeder Ecke anders, meist gut, nach den leckeren Dingen, die da angeboten werden, ab und an aber auch einfach nur nach Pisse: abends trifft man sich hier auch zum Trinken, die Buden am Platz haben aber keine Toilette.

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Zu kaufen gibt es mehr oder weniger alles, was man sich so unter Italien vorstellt: Obst, Gemüse, Blumen, vor allem aber jede Menge Wurst, Schinken, Pasta und Käse. Eigentlich vor allem Käse. Ziemlich viel davon, in allen Sorten, Farben, Formen, Preisstufen und Geruchsnoten.

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Wie es sich für einen echten Markt gehört, sind die guten Sachen nicht abgepackt in irgendwelchen Zellophantütchen zu haben, sondern sie werden gleich kiloweise verkauft und in Papier eingeschlagen. Wer mag, der kann auch ganze Schinken am Knochen mitnehmen. Ratschläge für die Zubereitung gibt es gratis obendrauf.

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Und wenn das Treiben einmal abebbt, dann widmet man sich – ganz italienisch – entweder dem Genuss eines kleine Apperetivos oder aber – ebenso italienisch – einem Telefonat.

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Alles zusammen ist weit weniger steril als der typische deutsche Markt, aber ungleich lustiger. Italien halt…