Es stimmt:
Monday, April 5th, 2004
Nur wo Einöde draufsteht, ist auch Einöde drin. Gilt auch im Plural.

Nur wo Einöde draufsteht, ist auch Einöde drin. Gilt auch im Plural.

Falls es jemand noch nicht so recht bemerkt hat - es ist Frühling! Um dann gleich noch die Bauernregel anzubringen: Raubt die Magd dem Knecht die Ruh’, geht’s mit Macht aufs Frühjahr zu.
Diese Forderung des spiekerblog unterstüzte ich vollkommen; das passt nicht nur für Designer, sondern auch für Anwälte… und bekanntermaßen für Fußballer! Wichtig ist nicht, was vorn reingeht, sondern was hinten rauskommt.
Oder - um mit Tim zu sprechen - es kommt nicht nur darauf an, die Dinge richtig zu tun, sondern auch, die richtigen Dinge zu tun.
Das weltberühmte MEX Blog stellt die Frage, warum Blogger eigentlich bloggen. Zwar finde ich die auf der Seite als Beispiel angegeben Gründe allesamt viel zu pathetisch – meine Meinung hierzu ist ja bekannt: man bloggt (blogged?) weil es cool ist, weil man sich selbst gern beweihräuchert und weil man leicht der Illusion unterliegt, man hätte etwas zu sagen – dennoch aber die Umfrage hochinteressant. Und Schachtelsätze schrecklich, das Verb steht übrigens vor dem Einschub.
Sei’s drum: die Ergebnisse der Umfrage werden im Rahmen eines Vortrages im Rahmen des Content-Bizz in der Münchner IHK dargestellt, wer also der Wissenschaft etwas gutes tun will, der sage seine Meinung.
Die Bescheidenheit verbietet es mir übrigens, allzu deutlich darauf hinzuweisen, dass auch das Law-Blog ein Intermezzo dort haben wird, ich werde über die Erfahrungen, Hintergründe und das Wie und Warum berichten, vor allem aber sicher eine Menge Spaß haben.
Die Seite von Elena, die mir Ihrem Motrorrad durch die Todeszone in Tschernobyl rast und Bilder macht, ist mit Abstand das Krasseste, was mir in letzter Zeit untergekommen ist. Das muss man einfach gesehen haben. Da kann man noch so viele Erzählungen hören, die Bilder haben ungeheuer viel mehr Macht.
Um keine Mißverständnisse aufkommen zu lassen: ich bin dennoch weiterhin der Ansicht, dass wir Kernkraftwerke brauchen.
Vielfältig wurde in den letzten Tagen ja das Thema des Handels mit Emissionsrechten diskutiert. Dabei geht es darum, dass man als Industriebetrieb praktisch ein „Emissionsguthaben“ hat, das man, wenn man es nicht selbst ausnutzt, weiterveräußern kann. Käufer kann dann ein weniger moderner Betrieb sein, der mit dem ihm zugeteilten Kontingent nicht auskommt.
Die Idee finde ich berauschend; schade nur, dass das nur für die Industrie gelten soll. Dabei wäre das doch auch für Privatpersonen sehr spannend. Ich zum Beispiel esse wenig Hülsenfrüchte, der Nachbar von nebenan dagegen schon, wie man an krachenden Flatulenzen ab und an trotz verminderter Hellhörigkeit der Altbausubstanz akkustisch vernehmen kann; manchmal hat der Nachbar da auch Streit mit seiner Frau, wohl wegen der Verdauungsproblematik. Da wäre es doch nett, wenn er von mir – ganz legal – einen Emissionsgutschein erwerben könnte, zumal Methan ja ein Klimagas ist. Sein Weib müsste dann ggf. den Verwaltungsrechtsweg beschreiten, könnte jedenfalls nicht die Zivilgerichte wegen einer Scheidung angehen. Allen wäre geholfen. Mir zumindest dann, wenn der Preis für den Gutschein stimmt.
Der Spiegel berichtet, dass die Riester-Rente nicht nur einfach so floppte, wie praktisch jede Initiative der derzeitigen Bundesregierung (der vorherigen übrigens auch), sondern noch schlimmer als gewohnt. Denn praktisch keiner derjenigen, die einen Riester-Vertrag abgeschlossen haben, hat den verstanden. Nur die Hälfte reicht Erstattungsanträge ein, von denen wiederum fast alle falsch gestellt sind.
Die Komplexität der Riester-Produkte ist so groß, dass – man erinnere sich – in den ersten Wochen nach dem Gesetzentwurf die Außendienste der Versicherungen und Banken selbst daran scheiterten, die Produkte zu verstehen oder gar zu erklären.
Das zeigt schlicht und ergreifend, dass der Weg nur dahin führen kann, das geltende Steuer-, Erstattungs-, Sozial- und Förderungssystem komplett und radikal zu entrümpeln. Wer dabei – theoretisch nicht einmal zu Unrecht – den Verlust der fein ausziselierten Gerechtigkeitsbalance befürchtet, dem ist nur zu entgegnen, dass es die in der Praxis schlicht nicht gibt. Rechte, von denen keine Mensch weiß, dass er sie hat, kann auch kein Mensch wahrnehmen.

Viele glauben ja, in der DDR hätte es keine verkaufsfördernden Maßnahmen gegeben. Ich beweise eindrucksvoll das Gegteil (Leipzig, Karl-Liebknecht-Straße kurz vor dem schicken kleinen Cafe).