Anläßlich des erst kürzlich vergangenen Osterfestes ergaben sich in meinem Freundeskreis vielfältige Diskussionen zu religiösen Themen. Wie immer war es mir dabei ein Vergnügen, eine meiner Lieblingsgeschichten der Bibel, nämlich die von den “klugen und törichten Jungfrauen” (Matthäus 25) vorzutragen, der man - was viele dann überraschte - erheblichen Unterhaltungs- und Erkenntniswert nicht absprechen kann.
“1 Dann wird das Himmelreich gleichen zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und gingen hinaus, dem Bräutigam entgegen. 2 Aber fünf von ihnen waren töricht und fünf waren klug. 3 Die törichten nahmen ihre Lampen, aber sie nahmen kein Öl mit. 4 Die klugen aber nahmen Öl mit in ihren Gefäßen, samt ihren Lampen. 5 Als nun der Bräutigam lange ausblieb, wurden sie alle schläfrig und schliefen ein. 6 Um Mitternacht aber erhob sich lautes Rufen: Siehe, der Bräutigam kommt! Geht hinaus, ihm entgegen! 7 Da standen diese Jungfrauen alle auf und machten ihre Lampen fertig. 8 Die törichten aber sprachen zu den klugen: Gebt uns von eurem Öl, denn unsre Lampen verlöschen. 9 Da antworteten die klugen und sprachen: Nein, sonst würde es für uns und euch nicht genug sein; geht aber zum Kaufmann und kauft für euch selbst. 10 Und als sie hingingen zu kaufen, kam der Bräutigam; und die bereit waren, gingen mit ihm hinein zur Hochzeit, und die Tür wurde verschlossen. 11 Später kamen auch die andern Jungfrauen und sprachen: Herr, Herr, tu uns auf! 12 Er antwortete aber und sprach: Wahrlich, ich sage euch: Ich kenne euch nicht. 13 Darum wachet! Denn ihr wisst weder Tag noch Stunde.”
Ich denke ja, der Typ war nach fünf Jungfrauen einfach noch nicht wieder fit für die restlichen fünf, vielleicht hat er ja auch einfach die Unterhalts- und Alimente-Forderungen hochgerechnet und festgestellt, dass er dafür wahrscheinlich seinen Bausparvertrag vorzeitig kündigen muss. Im übrigen halte ich schon eine einzige Jungfrau für eine Zumutung und fühle auch daher mit dem armen Kerl. Zuletzt spricht die Geschichte natürlich Bände zum Thema weibliche Solidarität, die vor allem aus Stutenbissigkeit besteht. Wir sehen also: die Bibel ist wahrhaft ein Werk, das zu studieren auch in der heutigen Zeit lohnt.