Archive for February, 2004

Filme

Monday, February 16th, 2004

     Ich muss mich ernsthaft fragen, warum Hollywood, das immerhin Filme wie “Marathon Man” oder “Der Pate” zustande gebracht hat – alles lange her – heute so wenige Filme mit Klassikerpotential produziert. Oder anders gesagt: so viel Mist.

Valuta

Sunday, February 15th, 2004

     Erst wenn man das Vergnügen hat, mit (s)einem Weib einen Samstag Vormittag in der Stadt durch die In-Läden streifend zu verbringen, entdeckt man, wie viele Etablisments es gibt, die Nobel-Nippes und Edelschund verkaufen. Manchmal ist es schlicht ein Segen, pleite zu sein.

Toleranz

Friday, February 13th, 2004

     Wenn Sie sich auch – so wie ich – einen Hang zu Vexierfragen und seltsam verschachtelten Denkschleifen haben, dann sind Sie sicher bereits über das Problem der Toleranz gestolpert. Zum Beispiel konnten Sie das Thema der Toleranz gegenüber der Intoleranz oder das Verhältnis von Toleranz zu Weltanschauung mit ausschließlichen Prinzipien. Vielleicht finden Sie dann diese Webseite zu einem Toleranz-Seminar ganz spannend und wollen vielleicht sogar teilnehmen.
     Vielleicht sollte ich das auch mal tun. Denn ich hänge ja auch einer Weltanschauung an, die gewisse unverrückbare Prinzipien beinhaltet. Zum Beispiel, dass es falsch ist, vor 8.00 Uhr aufzustehen.

Vergangenheit

Thursday, February 12th, 2004

     Die immer wieder lesenswerte weil teils sehr intelligente, teils sehr krude Evangelical Outpost bringt in ihrem Artikel Kerry’s Naivet and the Betrayal of American POWs, der an vielen Stellen blödsinnig ist, dennoch eine ganz interessante Frage auf. Inwieweit kann man - darf man! – eine Person aufgrund von Begebenheiten beurteilen, die sehr lange, vielleicht dreißig Jahre, zurückliegen. Das betrifft in dem konkreten Fall George W. Bush und – primär natürlich, die Outpost ist konservativ - John Kerry. Wann darf ich davon ausgehen, dass eine Sache einfach passiert ist und wann darf ich annehmen, dass sie Ausdruck einer generellen Charakterschwäche ist? Oder noch umfassender: wie weit beeinflusst die Vergangenheit die Gegenwart und die Zukunft? Nach welchen Kriterien darf ich Menschen richten?
     Interessanterweise ist die Frage nicht einfach zu beantworten, und vor allem: die Antwort fällt in den USA und in Europa unterschiedlich aus. Hier würde man wohl sagen: Menschen ändern sich. Etwas, das dreißig Jahre zurück liegt, muss ruhen dürfen. Auch Straftaten verjähren, Häftlinge werden entlassen, ihnen wird ein Neuanfang gewährt.
     Anders in den USA. Hier hält man es (um das klarzustellen: mit durchaus vertretbaren Gründen, auch wenn ich diese nicht teile) für richtig, Menschen, die Menschen töten, zu töten. Jedenfalls wenn das Töten in der zivilen Gesellschaft geschieht. Das heißt klar: keine Vergebung. Die Vergangenheit ruht nicht.
     Ich habe übrigens keine befriedigende Antwort auf die Frage.

Kant und Klöpse

Wednesday, February 11th, 2004

     Auch heute habe ich wieder viel gelernt. Zum Beispiel dass die Redewendung „seinen Senf dazugeben“ von Kant (dem homosexuellen Königsberger Philosophen) herrührt. Er gab unter Reichung selbstgemachten Senfs beim Abendessen immer Belehrungen seiner Mitmenschen von sich, die Zeitgenossen sollen ziemlich genervt gewesen sein. Aber er war halt Kant und der Senf war gut.
     Übrigens hießen die Königsberger Klopse früher in meiner Schulkantine nicht Königsberger, sondern Kaliningrader Klopse, nur mal so am Rande.

Überfluss aus Beschränkung

Sunday, February 8th, 2004

     Warum eigentlich ist es so, dass Beschränkung der Kreativität so gut tut, während Überfluss sie tötet?
     Heute habe ich auf einer längst vergessenen Partition der Festplatte in einem ziemlich angestaubten Ordner einige alte Mods gefunden. Mods – für die Unwissenden – sind eine Art Packung aus Samples, also Klängen, und einem Ablaufschema dafür. Das Schema sagt einem Programm, wann welcher der Samples wie lange in welcher Tonhöhe abgespielt werden soll. Das ist einem alten Klavinola ganz ähnlich oder einer Spieluhr, die noch mit einer sich drehenden Walze arbeitet, bei der Kämme Metallzungen anschlagen.
     Das Ganze ist eine sehr archaische art, Musik zu machen; eher programmieren als musizieren. Die meiste Zeit versuchten wir damals, an brauchbare Samples zu kommen; das war 1992 gar nicht so einfach. Danach ärgerte man sich ständig über die Beschränkungen der damaligen Hardware. Mehr als vier (4!) Samples ließen sich eben nicht gleichzeitig abspielen. Bekanntermaßen braucht ein Akkord mindestens drei Stimmen. Immerhin ein Problem, das man umgehen konnte, indem man den Akkord gleich ganz sampelte („Hast Du mal noch ein D-Moll vermindert mit 13. Ton?“).
     Und was soll ich sagen: die alten Sachen sind toll, ich bin da unbescheiden. Da stecken so unglaublich viele Ideen drin, die – dazu! – angesichts der verfügbaren Technik auch gut umgesetzt sind.
     Heute habe ich einen K2000, der steht im Keller. Jede Menge Software-Synthesizer, die darauf warten, ausprobiert zu werden. Und mir fällt absolut nicht ein.

Nachtrag

Friday, February 6th, 2004

     Anna Netrebko - jetzt durfte ich sie auch mal hören. Hochgejubelt, das scheint es zu treffen. Super Aussehen, keine Frage, und ein technisch einwandfreier Gesang. Nicht weniger, aber eben auch nicht mehr. Keine Stimme, die rührt und bewegt. Schöne Stimme, ja. Nur schwelgen, träumen, weinen wird man nicht. Schade. Eine Callas - ganz bestimmt nicht. Aber vielleicht ist das alles nur eine Frage des Geschmacks. Wobei das wirkliche Genie sich jedem nahezu aufdrängt und gerade nicht von Präferenzen abhängt.

Size does matter!

Thursday, February 5th, 2004

Geltendorf

     Wo wir gerade beim Thema Winterfotografie sind: Panoramabilder im Blog müssen notwendigerweise etwas von ihrer Wirkung verlieren.

Wahnsinn:
Wurstbrief

Wednesday, February 4th, 2004

     Sicher geht das jetzt in jedem Blog in diesem, unserem (!) Lande (mit Dativ-e) um, aber es ist einfach zu schnittig: der Wurstbrief. Verzücken Sie doch die Liebste einfach mal mit einer leckeren Salamirose oder einer kleinen Sauerei aus Schweinsgedärm. Auch zur Verwendung im Direct Marketing sehr empfohlen und gerade bei ausländischen Kunden ausgesprochen beliebt.
     Die Idee ist so krass - die muss einfach funktionieren!

Wochenzeitung für Halb-Intellektuelle

Monday, February 2nd, 2004

     Immer mehr entdecke ich die “Zeit” für mich und überlege sogar, sie in den (sehr) ausgewählten Kreis meiner regulären Zeitungs- und Journallektüre (FTD, C’t, Spiegel – wenn auch meist nur online) bleibend aufzunehmen.
     Es sind so Sätze wie diese über die Mode: „Die Deutschen sind nicht Gestalter, sondern Opfer der Mode. Sie wissen seit alters her, dass Kleidung und Geschmack in anderen Ländern entworfen werden. Es sind Länder, die man früher nicht ohne Erfolg mit Krieg überzog, aber das ändert nichts daran, dass dort diktiert wurde, was der Deutsche zu machen hatte, wenn er gerade keine Uniform trug.“
     Brav geschrieben.