Warum eigentlich ist es so, dass Beschränkung der Kreativität so gut tut, während Überfluss sie tötet?
Heute habe ich auf einer längst vergessenen Partition der Festplatte in einem ziemlich angestaubten Ordner einige alte Mods gefunden. Mods – für die Unwissenden – sind eine Art Packung aus Samples, also Klängen, und einem Ablaufschema dafür. Das Schema sagt einem Programm, wann welcher der Samples wie lange in welcher Tonhöhe abgespielt werden soll. Das ist einem alten Klavinola ganz ähnlich oder einer Spieluhr, die noch mit einer sich drehenden Walze arbeitet, bei der Kämme Metallzungen anschlagen.
Das Ganze ist eine sehr archaische art, Musik zu machen; eher programmieren als musizieren. Die meiste Zeit versuchten wir damals, an brauchbare Samples zu kommen; das war 1992 gar nicht so einfach. Danach ärgerte man sich ständig über die Beschränkungen der damaligen Hardware. Mehr als vier (4!) Samples ließen sich eben nicht gleichzeitig abspielen. Bekanntermaßen braucht ein Akkord mindestens drei Stimmen. Immerhin ein Problem, das man umgehen konnte, indem man den Akkord gleich ganz sampelte („Hast Du mal noch ein D-Moll vermindert mit 13. Ton?“).
Und was soll ich sagen: die alten Sachen sind toll, ich bin da unbescheiden. Da stecken so unglaublich viele Ideen drin, die – dazu! – angesichts der verfügbaren Technik auch gut umgesetzt sind.
Heute habe ich einen K2000, der steht im Keller. Jede Menge Software-Synthesizer, die darauf warten, ausprobiert zu werden. Und mir fällt absolut nicht ein.