Gestern hat der weltberühmte Herr Müller mich doch – nachdem ich bereits beim kleinen Chinesen im Tal ein leckeres Abendessen anlässlich der erfolgreichen Verhandlung eines Vertrages eingenommen hatte – mich doch tatsächlich zum Besuch des Münchner Oktoberfestes überredet. Die meisten wissen sicher, wovon ich spreche. Das ist diese bajuwarische Festlichkeit, bei der Zehntausende Leute im Bierzelt Hendl essen und aus Literkrügen Bier saufen. Garniert wird das Ganze mit Knutschereien (gut) zwischen wildfremden, meist anderweitig verheiraten Menschen (okay), jede Menge Bierleichen, die im eigenen Erbrochenen liegen (ekelhaft) und einigen saftigen Schlägereien (abstoßend). Mir war allerdings deutlich weniger bewusst, dass das Fest auch aus ungefähr einer Million Fressbuden (Schokoladenäpfel!) und Fahrgeschäften besteht. Hit dabei ist eine Achterbahn, auf der man nicht oben drauf sitzt, sondern unten dranhängt. Da haben wir uns rein begeben. Irgendwie sieht das von außen nicht so schlimm aus, aber wenn das Ding dich dann auf 15 Meter hochzieht, du einfach unten dran hängst und runterfällst… das ist schon nicht schlecht. Nebenbei wird man gefallen, geschüttelt, hochgezogen, gestaucht, gequetscht, gekreiselt und gerührt. Anschließend ist dir dann schlecht. Aber eben für weniger Geld als wenn du dir die Übelkeit im Bierzelt holst.
Kurze Zeit später hatte der Herr Müller die Idee, gleich die nächste Achterbahn zu fahren, die Wilde Maus. Sieht nicht gefährlich aus. Ist es aber. Ich habe – das darf ich wohl sagen – dem Tod ins Auge gesehen. Deshalb fand ich den Vorschlag auch nicht schlecht, ganz erdverbunden den Autoscooter ein wenig zu quälen. Was ich nicht wissen konnte ist, dass der Herr Müller unter „ein wenig fahren“ zehn Runden am Stück bei unkontrolliertester Fahrweise unter Einsatz des vollen Körpergesichts versteht…
Jedenfalls schreibe ich gerade mal wieder am Buch, werde aber morgen mit dem besten aller Weiber nebst Schwiegermutter dem Fest einen weiteren Besuch abstatten, der Trend geht ja hin zum Zweitschock.