Archive for the ‘Leben’ Category

Weihnachtliche Abenteuer: Abenteuer?

Wednesday, December 8th, 2004

Noch nie war ich vor Weihnachten so entspannt wie in diesem Jahr. Vergangenen Samstag haben wir in einer konzentrierten (gedanklich gut vorbereiteten) Aktion innerhalb von einer Stunde alle Geschenke ergattert, ohne durch Erdrücken zu Tode gekommen zu sein - die Gefahr besteht in der Tat. Zur Belohnung gabs anschließend einen leckeren Milchkaffee vor dem Operncafé in der Maximilianstraße schön kuschelig mit Wolldeckchen unter den Heizstrahlern. O.k. just eine Stunde später bekamen wir dann Herzrasen in der Vollautomatenabteilung vom Kaufhof, aber letztlich war es ein runder erfolgreicher Tag. Ohne Stress und Hektik. Von Abenteuer keine Spur. Und weil ich nun keinen Druck mehr habe, kann ich entspannt die Vorweihnachtszeit genießen. Wenn ich es mir recht überlege werde ich im nächsten Jahr wohl im August schon losziehen, dann kommt der Druck erst gar nicht auf. Schon irgendwie traurig.

Glamour II

Monday, December 6th, 2004

Mit ein wenig mehr Übung und Experimentierlust und -zeit wird auch der Glamourshot im Improvisatstudio kellerseits noch ein wenig glamuröser. Hier ein Sonja-Businesshot der vielleicht ein wenig zu verschmollt für die Anwalts-Seite ist und daher seinen Platz eher hier findet…

sonja_glamor.jpg

Weihnachtliche Abenteuer, Teil II

Saturday, December 4th, 2004

1. Mir ist übel vom vielen Kaffee-Probesaufen in der Vollautomatenabteilung des Kaufhof, die Beraterin war einfach zu motiviert, glaube ich.

2. Wenn in den Medien berichtet wird, dass die Leute kein Geld mehr ausgeben, die Innenstädte leer sind und Weihnachten ausfällt, DANN IST DAS EINE LÜGE!

Weihnacht

Monday, November 29th, 2004

Ich bin mir immer nicht so recht sicher, wie viel oder wenig man zum Thema Weihnachten sagen kann, darf oder muss. Jedenfalls stören mich persönlich die Bratwurstbunden auf dem Marienplatz, die Glühwein-Trunkenbolde und ganz allgemein der ganze vorweihnachtliche Stress ziemlich. Die eigentliche Weihnachtsstimmung kommt daher wohl wieder so ca. Mitte Januar auf. Das ist eben so.

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Auf jeden Fall gibt das Konsum-Weihnachten einmal mehr Gelegenheit sich anzuschauen, wie wir alle (postuliert i.V. durch die Werbewirtschaft) meinen, Glück, Zufriedenheit und weihnachtliche Geborgenheit zu finden. Wie ein protoypisches Leben aussehen sollte.

Kein Geld aber Glamour

Monday, November 15th, 2004

Schon seit Wochen treibt mich der Plan um, im Keller der verehrten Schwiegermama ein winziges, klitzekleines, kuschelweiches Foto-Heimstudio einzurichten. Randbedingung: es darf kein Geld kosten, ich habe nämlich keins (übrig).

Letztlich bleibt in dieser Situation nur, den Improvisateur (TM, das Wort scheint es noch nicht zu geben) und Heimwerker in sich selbst zu entdecken. Das gelingt mit:

  • Edelgasdampfbeleuchtung samt Lichtklappen aus einer aufgegebenen Edelboutique (vom Hausmeister organisiert)
  • Baustrahlerstativen aus dem Baumarkt
  • jeder Menge Elektrokram zum Anschluss des Ganzen aus dem Conrad (Lüsterklemmen, Schukosteckerstromdinger, Gaffa und Kleinkram)
  • Papierhintergründen auf der Rolle
  • einem selbstgebauten Rollenhalter
  • jeder Menge Dübeln und Haken.

    Das Ergebnis: erstaunlich brauchbar. Zwar erreicht das Ganze nicht die Lichtstärken, die man mit einer tollen Blitzanlage oder gar einem Profi-Dauerlichtsetup hätte, aber alles in allem sind die Ergebnisse doch ganz überzeugend. Hier mal ein Glamour-Shot der Schwiegermama.

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  • Dösen am Pool

    Thursday, September 30th, 2004

    Auto weg, daher werden wir uns die restlichen zwei Tage mit Baden etc. beschäftigen. Heute Abend wollen wir ins Hotelrestaurant gehen, ich denke da wird es wenig zu berichten geben.

    Worte des Tages: „Kleinstreligion“ und „Hörgulasch“. Weisheit des Tages: wenn man (ich habe das bei Miturlaubern beobachtet) beim Dösen am Pool von eigener Flatulenz hin und wieder aufwacht, sollte man in sein Zimmer gehen. Schon fürs Image. Wirklich.

    Portgal Tag 12 - Westküste II

    Wednesday, September 29th, 2004

    Nachdem wir das kleine Auto (ein zu weich gefederter und ab 120 km/h nervig piepender Citroen) morgen abgeben müssen, wollten wir heute noch einmal an die Westküste. Diesmal war die Praia de Monte Clergio unser Ziel. Dieser Strand zählt zu den südwestlichsten an der Algarve. Enttäuscht wurden wir wieder einmal nicht. Nur ein, zwei Buchten von der Praia de Arrifana entfernt, entpuppte sich auch dieser Strand als äußerst sehenswert. Klares Wasser, wilde Fluten, traumhafter Sand. Auch die Anfahrt war nicht ganz so öde wie noch Tage zuvor. Also inzwischen bin ich zwar noch nicht eingefleischter, aber hoffnungsvoller Westküsten-Fan. Hier kann man einfach nichts falsch machen.

    surfer_westbeach.jpg

    Arne: Stichwort Westküste & Wilde Strände. Hier sollte man mit Kindern und gebrechlichen Menschen nicht hinfahren, denn die Strände haben teilweise gefährlich hohe Wellen. Wer aber Orte sucht, an denen die Brandung zum überwiegenden Teil aus Salzwasser und nicht aus Touristen besteht, der möge hier herkommen.

    waves_head.jpg

    Die Gegend ist zwar grundsätzlich erschlossen (Strom, Wasser, Straßen), atmet aber einen Geist, der für mich nach dem Kalifornien der 70er riecht, allerdings mit einer Note mehr Schwermut: Surfen, im Meer schwimmen, in Strandcafes rumhängen, mit bemalten VW-Bussen durch die Gegend gondeln. Die typische Würze bekommt das Ganze durch den passenden Soundtrack, der aus jedem Barradio tönt: Pink Floyd, Simon & Garfunkel und jeden Menge andere 70er und 80er Schnulzen, die ich schon seit Jahrzehnten nicht mehr gehört habe. Insgesamt der Beweis, dass Saudade mehr als nur ein Schlagwort ist.

    Das Meer ist hier unendlich weit. Das mag daher kommen, dass der Kontrast der azurblauen, ständig gegen die Küste brausenden Brandung zum kargen, verbrannten Land so groß ist. Es liegt aber sicher auch daran, dass man – anders als bei Tümpeln wie dem Mittelmeer – genau weiß, dass hinter dem Horizont erst einmal lange, lange nichts kommt.

    Das Beste an Aljezul, dem größten Kaff der Gegend, ist allerdings der Name, der Ort selbst ist ein staubiges Nest an der alten Landstraße nach Lissabon. Ab und an fährt ein LKW durch, das ist dann schon fast die Tagessensation. Es gibt – der Klientel angepasst – Surfläden, in denen es nach Räucherstäbchen riecht, und billige, aber sonst unspektakuläre Cafes. (Sonja: allerdings scheint dieses Kaff das einzige zu sein, dass tatsächlich mit allen Euro-Münzen handelt, denn eine 2-Euro-Münze aus Portugal konnte ich erst hier ergattern, alle anderen Städte scheinen sich dieser Münze zu verweigern)

    Abends sind wir aber – trotz einiger bestimmt guter Alternativen zum Abendessen – dann doch ein letztes Mal nach Tavira gefahren. Wir mussten einfach das Aquasul noch ausprobieren und wurden auch nicht enttäuscht. Allein der Vorspeisensalat war schon ein Gedicht, die Ravioli hinterher und mein Lamm mit Couscous nicht minder lecker. Zwar zahlt man im Schnitt 10% mehr, aber wenn man die bayerischen Monacopreise gewohnt ist, schockt auch das nicht wirklich. Also insgesamt bestimmt einen Besuch wert und bitte nicht verpassen. Übrigens wurden wir heute erstmals von der Sorte Bettler heimgesucht, die irgendwelche Sprüche auf Tische legen, um diese dann Minuten später samt Spende wieder einzusammeln, während der „Zuhälter“ wohl irgendwo um die Ecke steht und aufpasst. Übrigens: ich habe nichts gegen Bettler, obwohl ich die bevorzuge, die sich bemühen, auf irgendeine Weise Gegenleistung anzubieten. Darum fand ich auch den Gitarrenspieler vom vergangenen Montag durchaus unterstützenswert (Arne: aber der müffelte!). Die Dame heute behauptete schriftlich, sie habe Leukämie. Wer jemals mit Leukämie konfrontiert war, weiß oder konnte bemerken, dass diese Dame nun wirklich nicht leukämiekrank war. Im Übrigen finde ich diese Behauptung gegenüber allen, die wirklich an dieser grausamen Krankheit leiden, einen Affront. Ich konnte dieser Dame nicht einen Cent geben. Besser wäre gewesen, sie hätte einfach gesagt, sie braucht Geld. Darüber kann man reden, denn in Not zu geraten geht oft schneller als man denkt. Aber diese Tour mag ich einfach nicht. Das war neben einem älteren Mann vor zwei Tagen damit ohnehin nur der zweite Erdenmensch in Portugal (wenn man das mit Paris vergleicht!), der bettelnderweise Geld von uns wollte. Um zurück zu kommen, wieder einmal ein gelungener Abend, auch wenn Arne heute vor lauter „ich-genieße-gerade-den-Süden-Feeling“ keinen Ton gesagt hat…

    Arne: Das Aquasul hat – neben einem zum Lokal gehörenden beflohtem Hund, zickigen amerikanischen Gästen, einem arroganten Besitzersohn mit MX-5 und einem siffigen Koch – wirklich ausgesucht leckeres Essen. Das ist für mich insbesondere deshalb überraschend, weil die Gerichte organisch und mit irgendwelchen wertvollen Zutaten hergestellt sind; von der Beschreibung her damit eher an Müsli und Haferschleim denken lassen.
    Der Kellner (ganz sicher entweder gescheiterter alternativer Philosoph, Surfer vom Weststrand oder – wahrscheinlich – beides) war zwar ein wenig verwirrt und statt Salat mit warmen Ziegenkäse und Hummus brachte er irgendetwas anderes; das war allerdings auch sehr schmackhaft (Sonja: korrigiere, statt Salat mit Hummus brachte er Salat mit warmen Ziegenkäse….).
    Das Ambiente des Lokals ist natürlich unschlagbar. In einer kleinen Seitengasse zur Hauptkneipenstraße, also ruhig und doch im Geschehen; inmitten pittoresker südländischer Hausfassaden und das unter einem glasklaren Nachthimmel nebst Vollmond, der romantisch über die Dächer scheint (das freilich mag nicht immer so sein).

    Portugal Tag 11 - Bica, Omelette etc.

    Tuesday, September 28th, 2004

    Faulenzen, Faulenzen, Faulenzen. Abends wieder einmal – und immer wieder gerne – Tavira. In einem kleinen Restaurant namens Bica haben wir dann gegessen. Die Tische befinden sich in einem Gang zwischen zwei Häusern, der nicht mehr als zwei Meter breit ist. Arne fand das ziemlich lustig. Erst als ihm der Wind von zwei Pennern – unter anderem dem Gitarrenspieler vom Vortag – um die Nase wehte, fand er das Lokal nicht mehr ganz so lässig. Das beste an dem Schuppen ist, dass man eine anderes Lokal findet, wenn man es verlässt, das Aquasul, eine Kneipe, die hauptsächlich von Jugendlichen - und solchen, die es noch sein wollen – heimgesucht wird. Coole Musik und gutes Essen, zumindest was man den Überresten der Teller - und schließlich der Speisekarte - entnehmen konnte, die dort unzählig auf den Tischen herumstanden. Die Stimmung schien aber sehr gut und ausgelassen zu sein.

    Arne: Das Bica kann man mitnehmen, muss aber nicht unbedingt. Das Essen ist o.k. und auch nach lokalen Maßstäben recht günstig. Mein Tipp ist das Omelette mit Shrimps (6,50 Euro). Das Schokoladen-Mousse dagegen scheint aus Kaba-Milch und mit Sahne-Steif angerührt zu sein.

    Portugal Tag 10 - die Pinte am Fluss

    Monday, September 27th, 2004

    Faulenzen, Faulenzen, Faulenzen. Abends waren wir dann (wieder) in Tavira in einem von einem Deutschen geführten Lokal direkt am Fluss. Gutes, wenn auch von unfreundlichen bis inkompetenten Kellnern serviertes Essen, lässt selbst den nervigen Straßengitarristen vergessen, der das Lokal offenbar regelmäßig heimsucht und auf Lagerfeuerromantikniveau seine zweieinhalb mäßig gut gegriffenen Akkorde zum Besten gibt. Erstaunlich übrigens, dass man mit so wenig musikalischem Material die Leute doch so lang nerven kann. Es fand sich leider auch niemand, der dem armen Kerl Geld dafür bot, dass er aufhört.
    Zu empfehlen sind jedenfalls die flambierten Feigen und das Mango-Mousse.

    Portugal Tag 9 - Westküste

    Sunday, September 26th, 2004

    Nach einem etwas missglücktem Anlauf auf diverse Strände bei Lagoa, die Praia de Benagil und die Praia do Marinha (beide Strände sind, obwohl hoch gelobt, keinen Besuch wert) sind wir nach ein bisschen Zicken meinerseits und taktisch klugem Einwirken seitens Arne – wie immer – an die Westküste gefahren. Exkurs: ich fahre seit wir den Wagen haben, mein Mann ist nämlich nicht in Besitz eines Führerscheines. Er hat zwar eine Fahrerlaubnis, aber keinen Führerschein. Weil er die Unannehmlichkeiten fürchtet, wenn er einem portugiesischen Polizisten erklären soll, warum er zwar fahren darf, aber keinen Führerschein hat (der Zustand besteht allerdings schon seit wir uns kennen), lässt er fahren. Dass man dann nach ungefähr 1000 km auch mal zicken darf, ist - glaube ich - berechtigt. Exkurs Ende.

    Westküste also, das ist wohl das eigentliche Highlight wenn es um wild romantische Strände geht. Wir waren an der Praia de Arrifana, einem Strand, an dem sich auch die Wellenreiter tummeln. Entsprechend jung und hippie ist das Volk. Der Strand traumhaft, sandig und sauber, das Meer klar und wild, mehr kann man sich nicht mehr wünschen. Beim Zugang zum Strand befindet sich ein kleines Surfer-Restaurant, in dem es unglaublich gute Crepes und Sandwichs gibt, wir saßen dort dann wenigstens drei Stunden und haben die Wellenreiter und den Sonnenuntergang beobachtet. Die Stimmung ist unglaublich friedlich und ruhig. Keine Hektik, kein Stress, in der Abendsonne laufen vereinzelt Pärchen über den Strand, hier und da spielen Kinder Fußball. Wer hier nicht zu sich findet, der schafft es nirgendwo.

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