Archive for the ‘Leben’ Category

Kettenbriefe

Thursday, February 3rd, 2005

Haben Sie auch schon mal einen Kettenbrief erhalten? Sicher. Heute erhält man Serien-emails. Eigentlich mag ich diese ebenso wenig, wie die damals teils pseudo-intellektuellen Kettenbriefe, aber dieser enthält eine gewisse - wenn auch nicht neue - Erkenntnis:


Mein bester Freund öffnete die Kommodenschublade seiner Ehefrau und holte ein in Seidenpapier verpacktes Päckchen heraus. Es ist nicht irgendein Päckchen, sondern ein Päckchen mit Unterwäsche darin. Er warf das Papier weg und betrachtete die Seide und die Spitze. “Dies kaufte ich, als wir zum ersten Mal in New York waren. Das ist jetzt 8 oder 9 Jahre her. Sie trug es nie. Sie wollte es für eine besondere Gelegenheit aufbewahren. Und jetzt, glaube ich, ist der richtige Moment gekommen!”.

Er näherte sich dem Bett und legte die Unterwäsche zu den anderen Sachen, die von dem Bestattungsinstitut mitgenommen wurden. Seine Frau war gestorben. Als er sich zu mir umdrehte, sagte er: “Bewahre nichts für einen besonderen Anlass auf! Jeder Tag den du lebst, ist ein besonderer Anlass.”

Ich denke immer noch an diese Worte, sie haben mein Leben verändert. Heute lese ich viel mehr als früher und putze weniger. Ich setze mich auf meine Terrasse und genieße die Landschaft ohne auf das Unkraut im Garten zu achten. Ich verbringe mehr Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden und weniger Zeit bei der Arbeit. Ich habe begriffen, dass das Leben eine Sammlung von Erfahrungen ist, die es zu schätzen gilt. Von jetzt an bewahre ich nichts mehr auf. Ich benutze täglich meine Kristallgläser. Wenn mir danach ist, trage ich meine neue Jacke, um in den Supermarkt zu gehen. Auch meine Lieblingsdüfte trage ich dann auf, wenn ich Lust dazu habe. Sätze, wie z.B. “Eines Tages …” oder “An einem dieser Tage …” sind dabei, aus meinem Vokabular verbannt zu werden.

Ich sage mir, dass jeder Tag etwas Besonderes ist, jeder Tag, jede Stunde sowie jede Minute ist etwas Besonderes.

Der Sinngehalt ist auch schnell mit zwei Worten Epikurs (schon wieder!) zusammengefasst: CARPE DIEM!

Fernweh…

Friday, January 21st, 2005

Kennen Sie diese schleichend auftretende Unruhe, zunächst nur am Rande, dann plötzlich gewaltig, tief in einem selbst, so alle paar Jahre? Haben Sie dann auch das Gefühl dringend weg zu müssen? Raus aus dem Alltag? Weg in ein großartiges anderes Land, eine aufregende Stadt? Dort leben und arbeiten? Es ist wohl die Leidenschaft, die die Betroffenen treibt, oder das Bedürfnis, Alltag und Langeweile keinen Zutritt zum eigenen Leben zu gewähren. Vielleicht auch das schlichte Verlangen, vor dem letzten Atemzug ehrfurchtsvoll sagen zu können, mehr hatte in MEINEM Leben keinen Platz. Vielleicht ist es auch eine Sache für den Psychologen, wenn Menschen immer wieder auf der Suche sind, keinen Halt und keine Ruhe in sich selbst finden. Nicht jeder hält es eben in einem Fass aus. Andererseites kann auch die ständige Veränderung etwas sehr statisches sein, nichts ist ja bekanntlich beständiger als der Wandel. Nun, philosophieren könnte man hier sicher Stunden, Antworten bekommt man - wie so oft - wohl nicht. Aber halt, ich werd mal bei Epikur blättern, womöglich ist ihm zu diesem Phänomen etwas weises eingefallen.

Russisch

Friday, January 14th, 2005

Mein Russisch macht große Fortschritte. Ich finde schon manche Buchtstaben auf der Tastatur:

Вы понимаете по-русски?

Weihnachtliche Betrachtungen III

Monday, December 27th, 2004

Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass Sissi, die Kaiserin Österreichs a.D., eine bemerkenswerte Ähnlichkeit mit der Schauspielerin Romy Schneider hat? Anbei ein Bild des heimatlichen Weihnachtsbaums (der sich dreht, 30 Sek. belichtet). Als Petrus bin ich übrigens unbrauchbar.

weihnacht_kerzen.jpg

Weihnacht: der Tag danach oder Resümee

Monday, December 27th, 2004

Entgegen aller auch eigener Empfehlungen sitze ich zwischen Weihnachten und Silvester im Büro - natürlich allein. Alle anderen haben schlauerweise Urlaub genommen. Hätte ich auch, hatte aber keinen mehr. Weihnachten ist (wie immer schneller als man denkt) vorüber und hat so die eine oder andere längst bekannte Erkenntnis bestätigt, aber auch neue gebracht: a) Heringssalat paßt doch zu Würstchen, b) der heilige Abend eignet sich prima zum Ausschlafen, c) mit nicht allen Geschenken trifft man ins Schwarze, d) Vorfreude ist die schönste Freude, e) jeder Baum ist als Christbaum schön, f) Kirchen können ganz schön kalt sein, g) Spülmaschinen sind eine segensreiche Erfindung und h) mein Mann bleibt auch als Petrus immer zuerst Anwalt. Fazit: eigentlich keines.

Noch mehr Dinge

Thursday, December 23rd, 2004

Und weil ich heute hier so entspannt sitze und mich vor einem Vertrag drücke…


“Gottschalk ist ohnehin der Gute. Nun kehrt das Böse (Harald Schmidt, d.A.), zurück. Es wird lächeln.”

schreibt der Spiegel. Vielleicht ein wenig übertrieben, gerade so vor Weihnachten.

Außerdem hat der Nachbar (danz daheim) ein Kaninchen für mich geschlachtet. Ich fühle mich wie der verlorene Sohn. Zuletzt glaube ich, dass ich beim ersten Satz im Krippenspiel dieses Jahr


“Gestatten Sie, dass ich mir erst einmal vorstelle. Mein Name ist Petrus.”

ganz laut lachen muss. Ich spiele diese Rolle. Ich, ausgerechnet.

Diverses

Thursday, December 23rd, 2004

Die Weihnachtsplätzchenlage im Büro ist schon einen Tag vor Heiligabend dramatisch schlecht. Man weiß gar nicht mehr, wo man noch klauen soll. Die Spammer dagegen legen keine Weihnachtspause ein und nerven auch heute mit Penisverlängerungssonderangeboten. Ergebnis der Diskussion mit der Allerbesten von allen zum Brigitte-Hauptthema “Der Trend geht hin zu Ostmännern” (bekanntermaßen bin ich einer): Ossis können besser aportieren, Wessis haben dafür mehr Neurosen.

Berufung

Monday, December 20th, 2004

Wer eine Sache wirklich liebt, der läßt sich auch nicht davon beeindrucken, dass der Ball im Schnee stecken bleibt!

wintertischtennis.jpg

Dies und das

Monday, December 20th, 2004

Der Bus kam zu spät und ich musste mit den dünnbesohlten Schuhen (nicht mitgedacht, klar) lange im Schnee an der Haltestelle stehen. Weil aber die U-Bahnen auch nicht pünktlich fahren, gleicht sich der Verdruss wieder aus. Außerdem habe ich heute Geburtstag.

Überaus wichtige Einsichten zum Tage

Friday, December 17th, 2004

Drei wirklich fundamental wichtige Erkenntnisse hat der heutige Tag mir beschert:

1. Die Hölle sieht aus die U-Bahnstation am Sendlinger Tor morgens kurz vor acht: drängelnde Schuldkinder, mit Handtaschen prügelnde Omas und genuschelte, unverständliche Lautsprecheransagen. Um wie viel angenehmer und entspannter sind die Menschen doch nach neun!

2. Wenn die Rolltreppe im Norma kaputt ist, die mit den großen Stufen, und die Leute allein da runter laufen müssen, dann sehen die allermeisten aus wie watschelnde Enten (ich vermutlich auch).

3. Wirklich nett geschriebene Weihnachtskarten rühren tatsächlich meine amoralische, verkrustete Anwaltseele an und entfachen ein zartes Flämmlein in selbiger.