Archive for the ‘Kultur’ Category

Geburtstag

Monday, August 23rd, 2004

Und Kishon:

Frage: Dann ist auch der 80. Geburtstag nichts Besonderes für Sie?
Kishon: Das Besondere ist, dass ich noch niemals 80 war. Es ist das erste Mal.

Schwarzbroteis

Wednesday, August 11th, 2004
broteis.jpg

schmeckt exakt so wie es klingt.

Immer noch mit TZ

Wednesday, June 30th, 2004

Geschmäcker sind verschieden, gott sei Dank. Der Film ist ganz nett, nicht weniger, aber auch nicht mehr. Zum internationalen Hingucker wird der Streifen jedenfalls nicht werden, muss er aber auch nicht…

Troja

Thursday, June 17th, 2004

Falls jemand „Troja“ noch nicht gesehen hat oder es gesehen hat und sich aufregen möchte: hier mein Senf zum Film.

Zunächst hat das Werk eine eigenwillige Optik: es gibt kein Grün im Film. Alles ist entweder rot oder künstlich in den Blaubereich hineingedreht, abgesehen von ein paar (wenigen) Schatten. Die Optik ist praktisch „Matrix invers“. Nunja, das Werk spiel ja auch am Strand und auf dem Meer. Die Soundeffekte sind super, die Musik offenbar aus den 80ern – und auch so produziert; üble Casio-Keyboard-Sounds aus der Mottenkiste.

Die Schauspieler schauspielern ganz ordentlich, auch wenn die Helena Dialekt spricht, was dem Ganzen ein wenig Abbruch tut. Ansonsten sind die Dialoge in der Tat so scheußlich, wie man sie sich vorstellt und wie’s ausgeht weiß man ja irgendwie auch schon. Immerhin ist wenigstens das ein Verdienst von Petersen: er hat dem Film kein Happy-End verpasst, sondern es (halbwegs) geschafft, die Figuren als das zu erhalten, was sie bei Homer sind: gebrochene, kaputte, irre Typen, marodierende Killer und Brandschatzer.

Während des Films muss man ständig denken, man sähe gerade den „Herrn der Ringe IV“, die Schauspieler sind irgendwie alle wieder mit dabei und wie beim „Herrn“ hangelt sich der Film von Schlacht zu Schlacht, ohne, dass man noch wirklich weiß, worum es genau geht und ob nun mit 4-3-4 Aufstellung oder mit Vorstopper gespielt wird; Live-Übertragungen aus der Kabine gibt es auch nicht. Dafür sieht Brad Pitt ganz gut aus – fanden die Kerle, weil er ein wenig kantiger wirkt als sonst. Gerade die Damen sahen das anders… soll einer mal die Frauen verstehen.

Alles in allem: nett, aber das war’s auch.

Engelke

Wednesday, May 19th, 2004

Das hätte ich eigentlich gestern bloggen wollen & sollen, aber irgendwie kam ich nicht dazu. Also - die Neuigkeiten von Vorgestern sind ja immer die besten - jetzt mein Statement:

Gerade eben sehe ich die erste Ausgabe (oder sagt man da Folge?) der Anke Engelke Show. Ich schwöre, es ist ein reiner Zufall, ich hatte eigentlich nicht daran gedacht, mir das zu geben, aber da das Laptop Würmer hat (und das Weib schläft) passt das eigentlich ganz gut.

Nun ist natürlich viel darüber diskutiert und geschrieben worden, ob es eine gute Idee ist, ausgerechnet und gerade in die elefantengroßen Fußstapfen des Herrn S. zu treten. Als Frau. Als eine, die zudem etwas zu verlieren hat. Und: nein, es ist natürlich keine gute. Trotzdem wird die Engelke das packen. Aber erst wenn die Sendung den Schmidtschen Ballast komplett hinter sich lässt und eigenes Profil entwickelt. Und natürlich, wenn die Engelke bessere Gag-Schreiber findet. Jedenfalls für den Monolog. Die Filmchen machen offenbar dieselben Leute, die auch „Ladykracher“ produzieren. Keineswegs Schmidt’sch intellektuell, aber dafür zum Brüllen komisch.

Gerade eben kam der „Lindenberg“-Einspielfilm. Also okay, manchmal zum Brüllen komisch, ab und an auch zum Brüllen flach. Der Witz mit den Geschlechterrollen kam übrigens doppelt, ich hab’s gemerkt. Außerdem sollte man darüber nachdenken, ob Anke Engelke ihre Gäste oder aber die Gäste Anke Engelke interviewen. Und sie sollte die Band rausschmeißen. Ich weiß, dass ihr Typ da mitspielt, aber dennoch oder gerade deshalb. Weg mit den Spaßbremsen. Die sollten auf Beerdigungen spielen. Und warum eigentlich ist Bastian Bastewka (Pastewka? Bastefka?) noch viel aufgeregter als Frau Engelke?

Zur Pausenwerbung: Samsung sollte sich seine in nervzerrüttender Weise schwachsinnige und zudem überaus nervige Werbung für „Chips die inspirieren“ (was denn: Cheese & Onion?) einstellen und die verantwortlichen Werber sofort auf den Mond schießen. Sting gehört in Rente. Und war die Tante aus der Fa-Werbung in der Pause nicht früher noch nackt?

Oscars

Monday, March 1st, 2004

     Der „Herr der Ringe“ hat doch tatsächlich elf (11!) Oscars abgestaubt. Das finde ich bemerkenswert.
     Der Film setzt ein schon nur sehr mäßiges Buch um. Die Geschichte des „Herrn der Ringe“ ist zwar spannend zu lesen, hinterlässt aber geistige Leere und einen schalen Nachgeschmack. Gut und Böse, Schwarz und Weiß sind da fein säuberlich getrennt, es gibt keine Zwischentöne. Als ob die Welt so einfach wäre. Die Charaktere entwickeln sich auch nicht weiter, sie sind von Anfang an gleich; mit der Ausnahme vielleicht der Hobbits, die lernen, mit dem Schwert umzugehen und am Schluss – der zur Geschichte nicht mehr dazugehört – in der Shire aufräumen.
     Das Werk ist im übrigen herrlich fortschrittsfeindlich und vertritt eine Art der Verklärung und Romantisierung des naturverbundenen ländlichen Lebens, die bestenfalls peinlich ist.
     Der Film nimmt diesen vorgegebenen Rahmen nahtlos auf und glänzt mit unsäglichen schauspielerischen Leistungen. Dein einzige halbwegs gut gespielte Charakter ist Golum, und der stammt aus dem Rechner.
     Vor allem aber gelingt es der Verfilmung, dem ohnehin schon nicht überschau- und zuordenbaren Wirrwarr von Zwischen-, End-, Haupt- und Finalschlachten die Krone aufzusetzen, indem die auch im Buch schon spärlichen Hinweise, warum gerade wer gegen wen kämpft, komplett weggelassen werden. Vor allem der nun prämiert dritte Teil der Saga ist ein einziges Gemetzel. Ein Film, aus dem man absolut nicht mitnehmen kann. Schade um das Eintrittsgeld.