Angekommen, auch in der Blogosphäre ist inzwischen die Diskussion um Patriotismus und Vaterland. Mehrheitlich scheint sich die Meinung durchzusetzen, dass solche Dinge keine guten Konzepte sind und man sich auf das Wesentliche (Rotwein, Weiber etc.) konzentrieren solle.
Nun, ich teile diese Ansicht nicht. Sicher kann man durchaus sehr verschiedener Meinung über die Art und Weise sein, in der diese Diskussion (mal wieder: wer erinnert sich noch an „Darf man stolz sein, ein Deutscher zu sein?”) von den Parteien geführt und ausgeschlachtet wird. Da scheint ein wahres Wettrennen um die größten Patrioten entbrannt zu sein. Aber davon abgesehen denke ich, dass ein gesunder Patriotismus und ein klein wenig Liebe zum Vaterland eine gute Sache sind. Wer das gleich mit Nationalismus verwechselt, der hält meines Erachtens aus jeden Moslem gleich für einen Islamisten.
Gerade in Deutschland ist derzeit das Verhältnis zum Staat von einer art fordernden Gleichgültigkeit geprägt: Wir finden den Staat und gleich alle Partien und Politiker so richtig panne, das ist superschick. Aber Kindergeld, Arbeitslosen- und Sozialhilfe, Polizeischutz und Landesverteidigung wollen wir dann doch irgendwie auch. Klar wäre das schön, wenn das eine großherzige und durch und durch gute und verlässliche Institution wie Greenpeace oder ATTAC leisten würde, aber bis das mal der Fall ist, nehmen wir es auch vom Bund. Natürlich schimpfen wir auf die schlechte staatliche Bildung und das Versagen der Schule.
Ich finde: die Tatsache, dass dieses, unser Land (nach wie vor) ein Land ist, in dem es sich wunderbar leben lässt, dass seinen Leuten auch materiell menschenwürdige Bedingungen bietet, dass eine der führenden Industrie- und Forschungsnationen ist, das ist eine ganz dufte Sache. Aber Gemeinwohl kommt eben auch von Gemeinsinn, Patriotismus (richtig verstanden) wird so zur Notwendigkeit. Nicht umsonst fragte J.F.K. in seiner berühmten Rede, dass man bitte nicht immer nur fragen sollte, was das Land für einen tut, sondern auch mal was für’s Land tun sollte. Recht hat er.