Archive for the ‘Gesellschaft’ Category

Camilla goes to Buckingham…

Friday, February 11th, 2005

Endlich kann sie triumphieren. Die langjährige treue Geliebte des britischen Thronfolgers Charles. Am 08. April soll es nun soweit sein. Die zwischenmenschlichen Kapriolen Ihres Bräutigams hat sie geduldig ertragen, insbesondere die Affäre mit Di, der Königin der Herzen. Wer derartige Tiefen durchschreitet und immer treu und geprügelt im Schatten ausharrt, hat es sicher verdient, die Frau des Angebetenen zu werden. Ein später, wenn auch bitterer Triumph. Die klassiche und von den Massen geliebte Vertreterin eines Königshauses wird sie wohl nie mehr werden, dazu fehlt ihr schon der Liebreiz und die Grazie, aber es müssen ja nicht immer Märchen sein, die wahr werden. Von dieser Seite daher Respekt und herzlichen Glückwunsch.

Fussball oder der ganz normale Wahnsinn?!

Friday, January 28th, 2005

Jetzt hat endlich auch der praktische Fußball seine “Affäre” - in den Stabsstellen sind wir das ja gewohnt. Nur Frage ist, wen juckt’s? Es ist allgemein bekannt, dass überall dort, wo es um viel, sehr viel Geld geht, betrogen und gelogen wird, dass es nur so kracht. Mit zunehmenden (Gewinn-) Chancen oder der Aussicht auf Macht wachsen die Begehrlichkeiten und die kriminelle Energie. Das ist wahrlich nicht neu. Es beginnt beim einfachen Steuerzahler - ein paar Euro vergißt doch jeder mal -, in der Wirtschaft - da wird der Urlaub in der Karibik mit einem zweistündigen Symposium verbunden -, in der Politik - da reicht der Platz nicht für die Beispiele. Nun eben auch im klassischen sportlichen Wettkampf. Doping ruft ohnehin nurmehr müdes Gähnen hervor, jetzt werden eben zudem die Ergebnisse manipuliert. Eigentlich auch nicht neu (so mancher Boxer wird für die Quoten zu Boden gehen und ob Schumi wirklich der Beste ist oder nur die Formel 1 ihn als solchen sehen will, weiß man auch nicht so genau). Die TV-Karriere von Daisy scheint aktuell die Leute auf der Straße jedenfalls mehr zu interessiern, als ein neuerlicher Betrug. Das liegt nicht an der Degeneration der Gesellschaft, sondern schlicht an der MASSE an Ungereimtheiten, mit denen man TÄGLICH konfrontiert wird. Man stumpft einfach ab. Also regen wir uns pflichtgemäß ein wenig auf und machen dann so weiter wie bisher.

Die Welle - jeder kann helfen

Thursday, December 30th, 2004

Gelesen bei Spiegel-online:


Im Mittelpunkt der Silvester-Aktion steht die traditionelle Veranstaltung zum Jahreswechsel am Brandenburger Tor in Berlin, zu der wieder mehr als eine Million Besucher erwartet werden. Während der Veranstaltung soll auf Videobildschirmen zu Spenden aufgerufen werden. Die Besucher können ebenso wie alle anderen Menschen in Deutschland eine SMS mit den Buchstaben Unicef an die Nummer 81190 schicken. Jede SMS kostet nach Angaben des Kinderhilfswerks 2,99 Euro. 2,65 Euro davon gingen an die Unicef-Nothilfe in Asien.

Selten ist eine SMS so nützlich wie diese…

Die Welle, der Tod und das Wold Trade Center

Wednesday, December 29th, 2004

In der Blogosphäre tauchen – hier beim hochgeschätzten Herrn K. – die ersten Vergleiche auf, dass angesichts der Opferzahl die Flutkatastrophe in Asien doch wohl 15mal (oder von mir aus auch 30mal) schlimmer sei als der Anschlag auf das WTC.

Das ist natürlich Unsinn (edit: in diesem speziellen Fall wohl nach Rücksprache ein Mißverständnis). Und zwar Großer. Dafür gibt es zwei Gründe: einen guten und einen sehr guten.

1. (der gute)

Leben gegen Leben kann man nicht abwägen, Leid gegen Leid auch nicht. Fünf zerstörte Leben sind nicht fünfmal schlimmer als eins. Es gibt dieses Beispiel mit dem Zug, der auf einen auf den Schienen liegen gebliebenen Bus zurast, in dem noch Leute sind. Der Zugführer hat die Wahl, den Zug entgleisen zu lassen (Tote im Zug, ca. 10) oder drauf zuzurasen (Tote im Bus, ca. 20). Wenn er den Zug entgleisen lässt, ist er NICHT des zehnfachen Totschlags schuldig.

2. (der sehr gute)

Der Tod von 50.000 oder 100.000 Menschen ist unfassbar und schrecklich. Es handel sich hier (hier gehört eigentlich ein „aber“ hin, wenngleich es mir fast den Atem verschlägt das zu schreiben: es hat rein grammatische Gründe, ich möchte damit nicht einmal in den Verdacht kommen, die Tragödie relativieren zu wollen) um Naturgewalten, um einen sinnlosen, grauenhaften Tod.

Bei dem Anschlag im WTC dagegen geht es um 2.000fachen Mord. Gezielte Tötung aus niederen Beweggründen. Geplant. Mit einer Botschaft: „Schaut her, Euer Leben ist uns scheißegal, weil unser Gott das so will. Und es werden noch mehr von Euch sterben. Wir werden nicht aufhören, bis zur völligen Vernichtung.“

Das IST ein Unterschied.

Die Welle

Tuesday, December 28th, 2004

Spendenkonten

Diakonie Katastrophenhilfe, Postbank Stuttgart (BLZ 600 100 70), Kto. 502 707, Kennwort „Erdbeben-Südasien“

Caritas International, Postbank Karlsruhe (BLZ 660 100 75), Kto. 202 753, Kennwort „Erdbeben-Südasien“

Christoffel-Blindenmission, Sparkasse Bensheim (BLZ 509 500 68), Kto. 5050505, Kennwort „Südasien“

Unicef, Bank für Sozialwirtschaft (BLZ 370 205 00), Kto. 300 1000, Kennwort „Erdbeben Asien“

Kindernothilfe, KD-Bank (BLZ 350 601 90), Kto. 45 45 40, Stichwort “Seebeben”

Malteser Hilfsdienst, Konto 120 120 120, Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 370 205 00, Stichwort “Seebeben Asien”

Die Welle

Monday, December 27th, 2004

Wohl mehr als 25.000 Menschen hat die Welle das Leben gekostet. Ich gebe zu, dass es mir schwer fällt, das Ausmaß an Leid und Tod auch nur ansatzweise zu ermessen, das menschliche Verständnis reicht wohl nicht für diese Zahl. Ich denke an diejenigen, die Angehörige, Freunde und Bekannte verloren haben oder die kein Dach mehr über den Kopf haben.

Bildung

Wednesday, December 22nd, 2004

Folgendes wohl zutiefst wahre und irgendwie optimistische (weil den richtigen Weg aufzeigende) Statment habe ich in einem ansonsten sehr, sehr deprimierenden Artikel im Stern.de über Armut und Bildung in Deutschland gefunden:


Seit Jahrzehnten versucht die deutsche Gesellschaft, die Armut mit Geld zu be- siegen. Das hat nicht funktioniert. Paul Nolte, Professor für Sozialgeschichte an der International University in Bremen, nennt dies “fürsorgliche Vernachlässigung”. Staat, Gesellschaft und auch die Sozialwissenschaften haben versucht, sich von der Verantwortung für die Unterschicht freizukaufen. Die wurde mit Geld ruhig gestellt. Opium fürs gemeine Volk. Doch was die Unterschicht wirklich braucht, das wurde ihr verwehrt.

Was braucht die Unterschicht? Womit kann ihr geholfen werden, wenn nicht mit Geld? “Bildung”, sagt Paul Nolte. “Bildung”, sagt Berthold Werth. “Bildung”, sagt Klaus Peter Strohmeier, Soziologieprofessor an der Bochumer Ruhr-Universität, einer der wenigen deutschen Sozialwissenschaftler, die sich mit der Unterschicht beschäftigen. “Bildung”, sagt der Gesundheitsforscher Andreas Mielck. “Bildung”, sagt der Sportsoziologe Klaus Cachay. “Bildung”, sagt Klaus Wermker, Stadtentwicklungsleiter in Essen. “Bildung”, sagt Karin Neuhaus vom Essener Institut für Stadteilbezogene Soziale Arbeit, die sämtliche sozialen Projekte in Katernberg koordiniert. “Bildung”, sagt der Kriminologe Christian Pfeiffer. “Bildung”, sagt Gisela Wehner-Böhme,die Leiterin der Kindertagesstätte in Katernberg. “Bildung”, sagt Angelika Sass-Leich, Direktorin der Hebartschule, einer Grundschule in Katernberg.

Lesen, unbedingt!

Patriotismus

Wednesday, December 8th, 2004

Angekommen, auch in der Blogosphäre ist inzwischen die Diskussion um Patriotismus und Vaterland. Mehrheitlich scheint sich die Meinung durchzusetzen, dass solche Dinge keine guten Konzepte sind und man sich auf das Wesentliche (Rotwein, Weiber etc.) konzentrieren solle.

Nun, ich teile diese Ansicht nicht. Sicher kann man durchaus sehr verschiedener Meinung über die Art und Weise sein, in der diese Diskussion (mal wieder: wer erinnert sich noch an „Darf man stolz sein, ein Deutscher zu sein?”) von den Parteien geführt und ausgeschlachtet wird. Da scheint ein wahres Wettrennen um die größten Patrioten entbrannt zu sein. Aber davon abgesehen denke ich, dass ein gesunder Patriotismus und ein klein wenig Liebe zum Vaterland eine gute Sache sind. Wer das gleich mit Nationalismus verwechselt, der hält meines Erachtens aus jeden Moslem gleich für einen Islamisten.

Gerade in Deutschland ist derzeit das Verhältnis zum Staat von einer art fordernden Gleichgültigkeit geprägt: Wir finden den Staat und gleich alle Partien und Politiker so richtig panne, das ist superschick. Aber Kindergeld, Arbeitslosen- und Sozialhilfe, Polizeischutz und Landesverteidigung wollen wir dann doch irgendwie auch. Klar wäre das schön, wenn das eine großherzige und durch und durch gute und verlässliche Institution wie Greenpeace oder ATTAC leisten würde, aber bis das mal der Fall ist, nehmen wir es auch vom Bund. Natürlich schimpfen wir auf die schlechte staatliche Bildung und das Versagen der Schule.

Ich finde: die Tatsache, dass dieses, unser Land (nach wie vor) ein Land ist, in dem es sich wunderbar leben lässt, dass seinen Leuten auch materiell menschenwürdige Bedingungen bietet, dass eine der führenden Industrie- und Forschungsnationen ist, das ist eine ganz dufte Sache. Aber Gemeinwohl kommt eben auch von Gemeinsinn, Patriotismus (richtig verstanden) wird so zur Notwendigkeit. Nicht umsonst fragte J.F.K. in seiner berühmten Rede, dass man bitte nicht immer nur fragen sollte, was das Land für einen tut, sondern auch mal was für’s Land tun sollte. Recht hat er.

Thales und die Magd

Tuesday, December 7th, 2004

Als Thales von Milet vor mehr als zweieinhalbtausend Jahren die Sterne beobachtete, da war er so fasziniert von der Erhabenheit und Unendlichkeit, dass er den Blick für das Naheliegende ein wenig verlor und in einen Brunnen fiel. Von einer Magd, welche das Vergnügen hatte, die Szene zu beobachten, wurde er verlacht. Die Sätze Thales’ werden noch heute in der Schule gelehrt, jeder kennt ihn.

Die Magd aber auch.

Was lernen wir daraus?

Wenn man will, dass man die Ewigkeit überdauert, muss man entweder Werke schaffen, die noch kommende Generationen inspirieren oder zur rechten Zeit am rechten Platz sein und lachen. Das ist doch tröstlich, oder?

Hochhäuser in München

Monday, October 25th, 2004

muc_hochhaus.jpg

In München ist ja derzeit eine wilde Diskussion darüber im Gange, ob man Hochhäuser im Stadtbild haben möchte oder nicht. Ab und an steht jemand auf dem Odeonsplatz und sammelt Unterschriften, hin und wieder meldet sich Alt-OB Kronawitter zu Wort.

Mein Senf zur Diskussion: wir leben im 21. Jh und das soll man der Stadt auch ansehen dürfen. Ich bin ja dafür, die Dinger nicht gerade in die Innenstadt zu bauen, wo jede Menge alte Bausubstanz rumsteht. Aber was ist denn gegen ein Hochhaus im Norden jenseits des Rings zu sagen? Eine Skyline, die Tradition und Moderne verbindet, steht auch München gut.

Abgesehen davon stehen die beiden erwähnenswerten Hochhäuser in München derzeit ohnehin leer…