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Die Primäre Tugend » Gesellschaft

Archive for the ‘Gesellschaft’ Category

Sarrazin - und wir schlagen mal wieder um uns.

Saturday, September 4th, 2010

So, nun ist es also soweit. Die Bundesbank hat die Abberufung Theo Sarrazins als Bundesbankvorstand gefordert, der Bundespräsident muss nun entscheiden, was zu tun ist. Es ist eine Entscheidung darüber zu fällen, ob die jüngsten Äusserungen Sarrazins, insbesondere mit seiner Buchveröffentlichung “Deutschland schafft sich ab” tatsächlich dem Ansehen der Bundesbank geschadet haben. In der Begründung für die Abberufung wird auf Stimmen - von Merkel über Westerwelle etc. - verwiesen, die beweisen sollen, dass das Auftreten und die Meinung Sarrazins der Bundesbank geschadet hätten. Meines Erachtens zu Unrecht. Nun, es ist schon teils dämlicher Tobak und sind seltsame Thesen, die Sarrazin in seinem Buch ausführt. Teils naiv zusammengefaßt, teils bedrückend formuliert, teils schlicht schlecht recherchiert, teils einfach nur polemisch. Nun Sarrzin ist sicher kein begnadeter Schriftsteller, geschweige denn raffiniert in seinem Schreibstil. Wallraff übrigens auch nicht.

Aber nun folgendes - nur falls wir das vergessen sollten: “Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. (…). Eine Zensur findet nicht statt.”

Kommt Ihnen bekannt vor, der Spruch? Nun, so jedenfalls zu finden in Artikel 5, Absatz 1 unseres Grundgesetzes.

Das momentan mal wieder passiert, interessiert mich aus vielen Aspekten und ich erlaube mir, in diesem Zusammenhang einfach einmal ein paar Fragen zu stellen: ist denn das Bundesbankengesetz, der Ruf der Institution wirklich Grund genug, ein Grundrecht, ich wiederhole, ein Grundrecht, einzuschränken? Wird denn Sarrazin, wenn man nun über ihn als Privatmann, als Autor, spricht, überhaupt gleichgesetzt mit Sarrazin, dem Bundesbanker? Aus welcher Sicht und welche ist denn relevant? Die Sicht der Politiker, des Auslands, der Ausländer, der Deutschen, der gesamten Bevölkerung? Sind die geneigten oder weniger geneigten Leser wirklich nicht schlau genug, zwischen Sarrazin als Autor und Sarrazin dem Banker zu unterscheiden? Steckt nicht auch ein Fünkchen Wahrheit in so manch polemisch gemachter Äußerung und schlagen wir deswegen so verzweifelt um uns? Aus Angst, aus Wut oder aus Ohnmacht, weil wir es immer noch nicht gelernt haben, auch mit schwierigen Äußerungen emotionslos und nüchtern umzugehen? Wollen wir das überhaupt? Sollen wir das wollen, können oder dürfen? Könnten wir es überhaupt? Muss die Bundesbank ein Exempel statuieren und darf sie das? Brauchen wir überhaupt ein Exempel und wenn ja, für wen?

In der Frankfurter Allgemeinen von vergangener Woche (Dienstag?) war ein wunderbarer Artikel, der sich ganz nüchtern mit der Veröffentlichung Sarrazins und dessen Schwächen auseinandergesetzt hat. Leider habe ich den Autor vergessen. Ihm sollte ein Orden für erwachsenes und emanzipiertes Schreiben und Fähigkeit zur Auseinandersetzung auch mit schwierigen Themen verliehen werden.

Leider sind wir offensichtlich nicht soweit. Und dabei geht es hier nicht darum, Partei zu ergreifen für einen, auf den jetzt Jagd gemacht wird. Vieles von dem, was Sarrazin schreibt, sollte so nicht stehen gelassen werden, darf so nicht stehen gelassen werden und muss diskutiert oder korrigiert werden, aber genau das sollten wir eben auch tun. Nichts anderes. Immerhin spricht Sarrazin ja auch Ängste an, die viele haben, daran kann man ja nichts schön reden und sollte man es auch nicht tun. Vielmehr könnte man die Chance oder das zeitliche Moment nutzen, Entwicklungen anzusprechen, Bilanz zu ziehen, aus Fehlern zu lernen; Konsequenzen ziehen und andere Richtungen einschlagen; oder eben auch feststellen, dass trotz aller Kritik, genau das, was gemacht wird, das Richtige ist. Sprich konstruktiv mit Themen umgehen, auch wenn sie manchmal durch destruktive Schreibe auf den Tisch kommen.

Und dass alle Themen auf den Tisch kommen dürfen, das sollte eigentlich die Garantie der Meinungsfreiheit sein, eine unglaublich wertvolle Errungenschaft und Manifest eines jeden demokratischen Staates. Ich bin immer Stolz auf dieses Gut, wenn ich auf andere Länder blicke, in denen es nicht so ist, Meinungsfreiheit eingeschränkt und mit Füßen getreten wird.

Soweit sollten wir es in unserem Staat nicht kommen lassen; diese Freiheit haben wir uns hart erkämpft. Anstatt also kindisch und linkisch um uns zu schlagen, sollten wir uns verhalten wie emanzipierte Meinungsfreiheitler und beweisen, dass wir mit dieser Freiheit auch umzugehen verstehen. Und nun nur laut nach einer Abberufung Sarrazins zu rufen, ist genau das nicht.

Das neue Unterhaltsrecht – was bleibt von der Gerechtigkeit

Thursday, October 15th, 2009

So langsam muss man ja denken, ich säße nur vor dem Fernseher, nein, tue ich nicht. Aber Mittwoch Abend kommt derzeit immer erst die Frau Maischberger – siehe letzter Beitrag – und dann noch Mona Lisa und das guck ich bei der Gelegenheit dann auch noch gleich mit.

Gestern ging es um das neue Unterhaltsrecht und was es gebracht hat. Das Fazit war, gebracht hat es eine verlorene Geschiedenengeneration. Und zwar die, die vor der Reform geheiratet hat und nach der Reform geschieden wurde. Im eigenen Familienkreis musste ich erleben, dass ein Ex-Schwager sogar extra auf die neue Reform gewartet hatte, nur um sich dann unter für ihn besseren Bedingungen scheiden lassen zu können. So was gibt es.

Richtig ist die Aussage, dass sich heute Frauen auf die geänderte Situation einstellen können und entsprechende Verträge schließen können. Insbesondere Kinder würde ich nur noch mit Ehevertrag bekommen. Betroffen sind die Frauen, die im Vertrauen auf den Bestand der Ehe und der damit im Normalfall verbundenen gegenseitigen Sicherheit ihre eigenen berufliche Karriere hinten angestellt haben oder sogar ganz darauf verzichteten, um sich z.B. ganz der Betreuung der Kinder zu widmen. Leider wird letzteres immer noch als „kein“ Beitrag zum Unterhalt der Familie betrachtet, weil sich ein Wert für diese enorme Leistung so schwer beziffern lässt. Traurig.

Wer jetzt als Frau verlassen wird, muss sich meist um sich selbst kümmern – das neue geforderte Selbstverantwortungsprinzip wurde ja als Meilenstein im neuen Unterhaltsrecht bejubelt – und zudem noch um die Kinder, die ja zumeist bei den Müttern bleiben. Für die Betreuung bleibt dann meist kaum mehr Zeit übrig. Der Gesetzgeber mutet jetzt den Müttern ab dem 3. Lebensjahr des Kindes zu, für sich selbst zu sorgen. Das ist dann mindestens der Halbtagsjob, wenn Frau denn einen findet (ggf. nach 10 oder 15 Jahren Hausfrauentätigkeit) und dann noch eine Betreuungsmöglichkeit für das Kind hat, denn auch 10jährige bedürfen meines Erachtens noch oder gerade der Betreuung. In diesem Alter findet der erste Kontakt mit Alkohol, Drogen und dem anderen Geschlecht statt. Wer da keinen Halt in der Familie hat, läuft Gefahr, auf Abwege zu kommen, welche damit verbundenen Probleme später dann wieder der Gesellschaft aufgehalst werden. Das ist allerdings nur meine persönliche Meinung.

Was ist also geschehen? Mal wieder das, was so oft passiert, wenn sich eine Ministerin oder ein Minister berufen fühlt, mit einem vermeintlichen Missstand aufzuräumen. Man schlägt von einem Extrem in das andere. Leider sind die meisten Familienrichter nicht so abgeklärt und selbstbewusst, hier Abhilfe und gerechte Lösungen zu schaffen. Das wäre aber ihre Aufgabe. Was der Gesetzgeber verbockt, muss – leider – die Praxis richten.
Der Rat an alle, die jetzt heiraten und Kinder bekommen wollen: bitte nur mit notariellem Vertrag und zwar bevor man heiratet und Kinder bekommt. Nach den Vertragsverhandlungen kann man sich dann wieder darauf konzentrieren, was wesentlich sein sollte: die Liebe und die Verwirklichung eines gemeinsamen Lebensplans.

Quo vadis SPD?

Friday, October 2nd, 2009

Nur kurz: Frau Nahles ist nun also Generalsekretärin der SPD - so, so. Man muss nur lange genug warten, dann wird man schon was. Schön, wenn das in der Wirtschaft auch so einfach wäre, was Frau Nahles wohlweislich ja gar nie erst versucht hat. Solange die Parteien auf wirklich jeden angewiesen sind, der auch nur lesen und schreiben kann, fehlt es an Kompetenz und der fachlichen Expertise, die man innerhalb der Parteien, egal ob in Regierung oder Opposition, so bitter zum Wohle des Landes nötig hätte. Die erfrischenden Ausnahmen werden leider immer weniger. Bleibt mir, gespannt, ein wenig verdrossen, weiter zu beobachten.

Michael Jackson Superstar

Thursday, July 9th, 2009

Zwei Dinge fallen mir jetzt doch noch zu Michael Jacksons Tod ein.

Die eine Sache ist, dass das erste, was mir vor zwei Wochen einfiel, als ich von seinem Tod erfuhr, der Gedanke war, dass nun irgendwie meine „Jugend“ beendet sei. Ein flüchtiger Gedanke, weiter nichts, etwas wehmütig dachte ich an all die durchgetanzten Nächte im mehr schlecht als recht kopierten Moonwalk-Style. Muss ein trauriger Anblick gewesen sein. In den seinem Tod folgenden Tagen konnte man sich ob des Presserummels kaum erwehren, ab und an die Reaktionen von befragten Passanten oder Trauergästen zu hören. Und? Ganz viele junge Leute – so in meinem Alter – dachten und denken wohl genau dasselbe wie ich. Irgendwie spürt man, dass mit Jacksons Tod die Jugend vorbei sei, nebst einer ganzen Ära. Mit Thriller, Bad, Beat it sind wir alle groß geworden. Brüder und Schwestern im Geiste.

Die zweite Sache ist, dass sich einmal mehr bewahrheitet, dass der eigene Tod in manchen Fällen doch die beste PR ist. Nur schade, dass diese wirksame Markteingstrategie nicht mehrfach gefahren werden kann. 51 Millionen Dollar hätte Jackson angeblich mit seinen anstehenden 50 Konzerten – soweit er sie gesundheitlich überstanden hätte – verdient. Sein Tod spült da mit Sicherheit mehr in die Kassen. Gut für alle diejenigen, die sein ganzes Leben ohnehin nur Geld mit ihm machen wollten und sich auch jetzt nicht scheuen, seinen Tod noch intensiver und gefühlloser zu vermarkten und für eigenen Zwecke auszunutzen. Mich graust der Anblick der vielen selbsternannten Gönner, Bewunderer, Freunde, Mentoren und Gutmenschen, die derzeit wie Pilze aus dem Boden schießen und doch nur Blutegel sind, gierig nach immer noch mehr Geld und Macht. Meschliche Verluste werden billigend in Kauf genommen.

Ich schwelge lieber in Erinnerungen. Unvergessen das fantastische und frenetisch bejubelte Konzert im Moskauer Dynamo-Stadium, das ich mit 24 Jahren erleben durfte. Ein Panzer auf der Bühne in Moskau, das Konzert hermetisch abgeriegelt von Batallionen von Soldaten, die frierend in ihren Menschenketten um Zigaretten und Geld bettelten. Welch Schizophrenie und welch Gegensatz in dieser Zeit, so kurz nach Glasnost und Perestroika. Die Megashow eines Megastars in einer sich so nach Anerkennung und einem eigenen Selbstbewußtsein verzehrenden Mega-Metropole längst vergessener Zeiten. Diese wahnsinnigen Gefühle von damals, in dieser Nacht, werde ich nie vergessen.

All das macht ihn aber nicht zum Heiligen oder Märtyrer und als solcher sollte er jetzt auch nicht mißbraucht werden. Er möge einfach nur ruhen – in Frieden.

Rechtschreibreform? Wie? Was?

Thursday, November 27th, 2008

Stimmt, das ist ja auch schon wieder über 10 Jahre her. Die Rechtschreibreform. Wohl einfach vergessen. 1996 erstmals implementiert, wurde sie aufgrund erheblicher Proteste der Gegner der Rechtschreibreform in den Jahren 2004 und 2006 nochmals überarbeitet. Ich weiß ja nicht, wie es Ihnen geht, aber bislang hat mich keine Reform so wenig tangiert wie diese und keine war wohl so überflüssig wie diese. Ich schreibe - ohne jemals über Änderungen nachgedacht zu haben - nach der alten Orthographie oder so ähnlich, wie ich sie aus der Grundschule - Dank meiner beiden älteren Schwestern auch schon lange davor - kenne. Nein, nicht ganz, “daß” schreibe ich jetzt konsequent mit zwei “s”. Manchmal auch groß mit zwei “s”, im Prinzip je nach Laune. “Delfin” hingegen gefällt mir einfach nicht, “Delphin” finde ich eben richtiger, alles andere widerspräche meinem Stilgefühl.

Bislang (seit 12 Jahren nicht!) erreichte mich jedoch auch noch kein einziger Hinweis von Kunden, Mandanten, Behörden oder Freunden, ich möge in meinen Schriftsätzen oder sonstiger Korrespondenz auf die neue Schreibweise achten. Vermutlich weil sich keiner anmaßen möchte, die neuen Regeln selbst zu kennen. Stillhaltetaktik. Oder besser noch nach der alten Weisheit, wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen, handeln. Oder noch besser, der größte Teil der deutschen Bevölkerung ignoriert die Rechtschreibreform ohnehin selbst.

Ich glaube, die Rechtschreibreform ist schlicht “verpufft”. Leid tun mir aber meine Nichten, die mit den unsinnigen neuen Regeln gequält wurden und vermutlich noch werden. Gott sei Dank lernen alle jetzt Latein - da weiß (ss) man, was man hat.

Bei dem Setzen von Kommata - das werden Sie diesem Artikel mit Adleraugen sofort ansehen - ließ ich ohnehin immer nur mein Gefühl walten. Manchmal trügt es eben. “Vor und steht ein Komma, wenn danach ein eigener Satz mit einem eigenen Subjekt kommt”, ist die einzige Komma-Regel, die mir Dank meines Deutschlehrers Herrn Bücherl, im Ohr geblieben ist. Wir muss(ß)ten diese Regel immer im Chor aufsagen. Ãœbrigens, ich war in der Grundschule meistens Klassenbeste, habe Abitur und u.a. zwei Staatsexamina. Meine Ignoranz gegenüber Komma-Regeln und auch sonst scheint mir also wenn überhaupt, dann nur unbemerkt geschadet zu haben.

Schade ist nur, dass soviel Geld mit der Reform verpulvert wurde, welches wir für andere Dinge dringend brauchen könnten. Neben vielen anderen sinnvollen Dingen, könnten wir zum Beispiel ein paar mehr Tagesstätten oder Schulen einrichten mit einem Angebot an Yoga-oder Meditationskursen für Jugendliche und Kinder, die infolge des Stresses beim Erlernen der neuen Rechtschreibung dringend einen Auslgeich benötigen. Pflicht des Staates wäre es, einmal einen Schlußpunkt zu setzen, Finanzkrise hin, Finanzkrise her. Finanzkrise? Wie? Was?

RAF und kein Vergessen?

Tuesday, November 25th, 2008

Nun steht es also fest, am 3. Januar 2009 und damit knapp zwei Jahre nach Brigitte Monhaupt wird nun auch Christian Klar aus seiner Haft entlassen werden. Erläutern muss man nicht, wer diese Personen sind. In jüngerer Zeit scheint der Deutsche Herbst durch Filme wie der „Baader-Meinhof-Komplex“ oder auch die heftigen Diskussionen im Vorfeld der Haftentlassung von Monhaupt wieder vermehrt die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Leider. (more…)

Politisch inkorrekte lebensrettende Blondinen

Friday, April 21st, 2006

Ãœber eine kleine Meldung bin ich heute im Stern gestolpert:

In der deutsch-niederländischen Grenzregion versucht ein Projekt erfolgreich, Verkehrsunfälle nach durchzechten und durchtanzten Nächten zu verhindern.

Das funktioniert so: Auf Plakaten vor Clubs, Kneipen und Hupsen reden blonde, comicartige Figuren den Autofahrern ins Gewissen „Ras nicht so“, „Damit Du heil nach Hause kommst!“ Das soll vor allem die – meist weiblichen – Beifahrerinnen (Vorsicht, Tautologie!) der – meist männlichen – jungen Fahrer stoppen, die oft – gemeinsam – am Baum enden.

Das Ganze scheint tatsächlich zu klappen, die Zahl der Unfälle sinkt offenbar. Die Aktion ruft natürlich auch Kritik hervor. Cornelia Zieseniß, Geschäftsführerin der Landesverkehrswacht Niedersachsen:

“Junge Frauen werden funktionalisiert“, und: „Frauen sind grundsätzlich nicht dafür da, um auf Männer aufzupassen.“

Woran man sieht: wichtig ist nicht, dass etwas funktionert. Wichtig ist nur, dass es ins Weltbild paßt.

Omionöse Gruppen

Monday, November 14th, 2005

Bislang ahnte ich es nur, seit heute weiss ich - ich gehöre zu einer ominösen Gruppe. Zu welcher? Zu den ominösen 40% der Akademinerinnen, die sich partout “weigern”, ihren Beitrag zu einer Steigerung der Geburtenrate in diesem Land beizutragen. Seit Veröffentlichung des Koalitionsvertrages wir uns nun mit einem Eltergeld zur Gebärmutter gerückt. Es wird vermutet, dass die qualifizierten weiblichen Arbeitskräfte in diesem Land auf Kinder deswegen verzichten, weil sie gutbezahlte Jobs nicht aufgeben wollen. Liebe Politiker - mitnichten. Als Adressatin dieser Politik kann ich Ihnen sagen: nein, nicht der Verzicht auf Verdienst ist es, der uns Frauen überlegen lässt, ob man nun in die Kinderplanung (ich bin immerhin bald 34!) einsteigt oder nicht. Jede Familie oder Frau ist sich bewusst, dass Kinder erst einmal etwas kosten. Viel schwieriger sind doch die Möglichkeiten, nach einer Babypause - die bei den meisten Akademikerinnen in der Regel kürzer ausfallen wird - wieder in den Beruf einzusteigen, weil es an einer vernünftigen und bezahlbaren Betreuung für Kleinkinder fehlt. Da helfen mir die 1.800 Euro, die mir der Staat nun geben will auch nicht. Fazit: auch das Elterngeld wird nicht geeignet sein, die Babywut der ominösen Gruppe zu erhöhen, weil dies die eigentlichen Probleme nicht löst.

Kapitalismuskritik

Friday, April 22nd, 2005

Wow, was für ein Thema. Ob nun wahlkampftaktisch oder heroisch, unsinnig ist die Diskussion mit Sicherheit nicht. Die Kluft zwischen arm und reich klafft immer weiter, in der Regel reicht das Geld nicht mehr zum Leben. Allein die Unternehmen sind daran aber nicht schuld. Man nehme beispielsweise nur den Häuslebauer. In den USA und den meisten europäischen Nachbarländern kann das schmucke Eigenheim mit 60% weniger Kosten erlangt werden, als hierzulande. Allein die Auflagen und Bedingungen zu erfüllen, die uns Bau-, Sicherheits- und Umweltvorschriften vorgeben, treibt die Kosten richtig in die Höhe. Benzinpreise, Kosten für öffentlichen Nahverkehr etc. erwähnen wir lieber nicht. Problem ist, dass höhere Kosten in der Kette des Mehrwertschöpfens der Endverbrauer in der Regel zu tragen hat. Wer aber mit unter wegen irrsinniger bürokratischer Vorgaben und Verflechtungen hohe Kosten hat, versucht sie verständlicherweise dort zu kappen, wo sie am leichtesten zu kappen sind - beim Personal. Das kann man sich leicht woanders holen. Gott sei Dank, oder leider, je nachdem wie man es sieht, gibt es ja noch keine Vorschrift, die dem Unternehmer vorschreibt, wie der Arbeiter am Fliessband physisch auszusehen oder welcher Herkunft er sein muss. In diesem Zusammenhang sei auch angemerkt, unter welchen Bedingungen beispielsweise aus Polen stammende Bauarbeiter teils hier wohnen. Zu viert, zu fünft in teilweise nur zwei Räumen mit Waschbecken und Elektroplatte. Die Familien im Heimatland - zweifelsohne dort im schmucken, aber günstigem (s.o.) Eigenheim. Das wird man aber von hier lebenden gebürtigen Arbeitern nicht verlangen können.
Papst Leo XIII (zzz, die Päpste sind schon Hunde!) hat einmal gesagt, dass ein Lohn eine Familie ernähren können muss. In und um München, wie auch in etlichen anderen Regionen, geht das schon lange nicht mehr. Wie steht es eingentlich um die gesellschaftliche Verantwortung von Vermietern? Nicht, dass ich hier nun die Unternehmen, die bösen, in Schutz nehmen möchte, aber so gut die Dikussion auch ist, man sollte sie nicht reduziert führen. Die strukturellen Probleme, die wir zweifelsohne haben, können nicht nur auf wirtschaftlicher Ebene gelöst werden, der Staat muss da schon mitziehen - und das sind wir alle. Aber wenn wir der Staat sind, dann tragen wir für das die Verantwortung, was wir am Ende zu tragen haben, und das ist dann wie bei der Katze mit dem Schwanz.

Karol Wojtyla Superstar

Monday, April 4th, 2005

Das öffentliche Sterben

Sonja:

Das öffentliche Sterben des Papstes ist die Konsequenz seines Handelns und Wirkens. Ein Papst, der den Menschen so nahe war, kann, sollte und wird es auch bis zu seinem Tode sein. Wichtig ist, dass er mit Würde sterben konnte, die Gläubigen aller Welt dies auch zugelassen haben. Danke an die Medien, die sich in diesen Tagen zurückgehalten haben.

Arne:

Dieser Papst musste öffentlich sterben. Alles andere wäre eher seltsam gewesen. Denn Johannes Paul II ging das Leben über alles; so weit, dass selbst in Fällen etwa von Vergewaltigungen keine Abtreibungen zugelassen werden konnten. Leben also als absoluter Wert und vor allem als Wert unabhängig davon, wie kraftvoll oder (Vorsicht, ethische Falle) „wertvoll“ dieses Leben ist. Das heißt für Karol Wojtyla als Papst aber, dass auch er sein Leben bis zum Ende auskosten muss, dass er kein Recht – und auch gar keinen Anlass! – hat, auch nur ein Jota zu ändern. Wenn er vor die Menschen tritt und seine Botschaft verkündet, dann tut er das eben in gesunden wie in kranken Tagen.

Persönliche Empfindungen

Sonja:

Der einzige Papst, den ich in meinem Leben bewusst wahrgenommen habe, war Papst Johannes Paul II. Ich kann mich noch lebhaft an die Diskussionen in der Schule erinnern nach den wichtigen Enzykliken aus dem Vatikan. Die unbeirrbare Meinung des Papstes zu Fragen der Abtreibung, Priesteramt für Frauen, Homosexualität, waren Streit- und Diskussionsstoff und werden es auch wieder sein. Je nach Einstellung des neuen Papstes. Das Papsttum gehört für einen Gläubigen Katholiken, wie ich es bin, zum täglichen Leben wie das Zähneputzen. Sein Tod wurde empfunden wie der eines guten Bekannten. Ein von mir sehr geschätzter Mensch hat einmal gesagt, dass das irdische Leben die Hölle sei, das wahre Leben käme erst. In diesem Sinne kann man Johannes Paul II nur beglückwünschen, denn sein Leben begann am Samstagabend, 21.37 Uhr.

Arne:

Vor ein paar Jahren habe ich im Einband eines Buches von Douglas Hofstadter gelesen, dass seine Frau gestorben sei. Nun kenne ich Herrn Hofstadter nicht persönlich, seine Frau noch viel weniger. Aber dennoch hat es mich berührt. Warum? Nun, er ist eine von den Personen, mit deren Gedankenwelt ich mich intensiv auseinandergesetzt habe, mit der ich praktisch „Zwiegespräche“ führte. Und ob man will oder nicht, das bringt einem diese Person näher, auch wenn der oder die Betroffene von dieser Ehre nichts weiß. So ähnlich geht es mir auch mit Karol Wojtyla. Er war ein Mensch, mit dessen Ansichten ich mich – ob in Übereinstimmung oder Ablehnung – auseinandersetzte. In diesem Sinne, wenn auch nicht als geistiger oder spiritueller Führer (ich bin ja Heide), so doch als imaginärer Partner für Selbstgespräche, wird er mir fehlen.

Priesterehe, Frauen, Abtreibung

Arne:

In diesen Tagen, in denen über das Wirken des Johannes Paul II reflektiert wird, äußern Viele, er sei ein autoritärer Papst mit reaktionären Ansichten gewesen. Und natürlich kann man das so sehen. Es trifft aber den Punkt nicht. Ein Papst hat in solchen Punkten kaum eine Wahl. In der einen oder anderen Form muss er wohl autoritär sein. Jedenfalls wäre mir persönlich eine Religion, in der über die grundlegenden Fragen des Glaubens demokratisch abgestimmt wird, ziemlich suspekt. Ähnliches gilt für die „reaktionären Ansichten“. Die Kirche ist keine Einrichtung, die ihre Überzeugungen und Einstellungen nach tagespolitischen Gegebenheiten ausrichtet. Sie beruht auf grundlegenden, von Gott (ihrem Gott wohlgemerkt) inspirierten Wahrheiten. Ihr das vorzuwerfen ist etwa so, als wolle man einem Fluss vorwerfen, dass er ins Meer fließe. Wenn der Johannes Paul II Abtreibung und Verhütung ablehnt, weil für seinen Gott das Leben ein absoluter, unantastbarer Wert ist, dann sollten wir eher froh sein, eine solche klare Stimme in der Diskussion zu vernehmen, als ihm seine Meinung vorwerfen. Diese ist nämlich durchaus respektabel, auch wenn man sie – wie auch ich – nicht teilt.

Sein Vermächtnis

Sonja:

Ich weiß nicht, ob man so wirklich von einem Vermächtnis sprechen kann. Er hat einen wichtigen Weg beschritten, die Versöhnung und die Einigung aller Konfessionen. Im Gegensatz zu Paps Pius XII war Johannes Paul II ein Papst „zum Anfassen“, ein Papst der Massen. Dadurch wurden der christliche Glaube und die Botschaft Gottes transparenter, anschaulicher und nachvollziehbar. Man kann über das Amt des Papstes streiten, ist man Befürworter des Kirchenaufbaus, so war Wojtyla ein ehrlicher Nachfolger Petri im Sinne der Botschaft Christi. Er stand dort und konnte nicht anders, auch wenn sich das viele Kritiker gewünscht hätten.

Arne:

Es ist sicher schwer von einem Vermächtnis zu schreiben; vielleicht hat Johannes Paul II Prozesse angestoßen, die erst in hunderten von Jahren Früchte tragen; die Kirche betrachtet Zeit ja ein wenig gelassener. Sicher aber kann ich zwei Dinge im Wirken des Papstes finden, die ich für ungemein wichtig halte. Zum einen: Die richtigen Dinge anzupacken, auch wenn sie ausweglos erscheinen. Ob das nun die Einheit der Kirche betrifft oder den Sturz des Kommunismus (den der Papst allerdings, auch wenn das in der retrospektiven Berichterstattung nun so scheint, keineswegs allein hinweggefegt hat); beides sind oder waren Vorhaben, denen wohl kaum jemand 1979 Aussicht auf Erfolg gegeben hätte. Und doch ist eines der Projekte erfolgreich gewesen, das andere, nun ja, ist auf einem langen Weg; immerhin. Zum anderen: Zu seinen Überzeugungen stehen. Viele der Positionen des Papstes zu Sachfragen sind ja höchst umstritten. Aber es geht nun mal in Fragen des Glaubens nicht um Popularität, Zeitgeist oder Mode, sondern um Grundsätzliches.