Politisches Engagement

Haben Sie schon mal über politisches Engagement nachgedacht? Vermutlich schon öfter. Politikverdrossenheit ist das Schlagwort. Mein Mann und ich sind Mitglieder - nur nicht derselben Partei. Wie auch. Er Freidenker - ich tief verwuzelt in den Auen meiner Heimat. Gestern haben wir dann auch brav eine politische Veranstaltung besucht. Gut war der gereichte Prosecco, nicht so gut der Orangensaft. Die Beiträge so là là. Politik lebt eben - leider - von Schlagworten und Parolen, selten von ernstzunehmender Auseinandersetzung mit den Problemen unserer Zeit. Dabei liegen doch viele Dinge auf der Hand. Bei unserem schwerfälligen Verwaltungsapparat angefangen, bis hin zu unserem wenig flexiblen Arbeitsmarkt und der Übersicherung durch den Staat. Nur wenn jeder weiss, was man ändern muss - warum tut es dann keiner? Wissen Sie, was unserem Land fehlt? Staatspersönlichkeiten, um es einmal geschlechtsneutral auszudrücken. Frauen und Männer, die ohne Ansehen der eigenen Person und des eigenen kleinen Machtradius, das Wohl des Staates - im übrigen geht die Staatsgewalt ohnehin vom Volke aus - in den Mittelpunkt ihres Strebens stellen. Neue Politiker braucht das Land - ob Mann oder Frau ist dabei egal. Menschen, die gestalten wollen und genug Euphorismus besitzen, um sich nicht von der ersten Gegenwehr oder dem ersten Umfragetief umwerfen zu lassen. Was Umfragen wert sind, wissen wir spätestens seit der Wiederwahl Schröders oder den Wahlen in Spanien. Wichtig ist die Linie, welche man unbeirrbar verfolgt, weil sie dem Volk und dem Land gut tut und nicht, weil sie eine Wiederwahl - so im Falle unseres zweiten Mannes im Staate - retten soll. Also engagieren wir uns. Bieten wir dem Land menschliches Potential. Schluss mit Verlegenheitslösungen, wenn es um die Besetzung der wichtigsten Ämter im Staat geht. Schließlich halten diese Leute die Zukunft des Landes in ihren Händen. Nicht die kleinste Warum werden eigentlich Politiker nicht nach Leistung bezahlt? Schluss mir Versorgungssicherheit nach zwei Jahren Amtsinhaberschaft. Machen wir die Politik ruhig durch angemessene Vergütung lukrativ, aber eben nur so lange das Amt besetzt wird. Engagieren Sie sich. Bemühen Sie sich um das Wohl des Landes, schließlich gehört es ein Stück weit auch Ihnen. Und wenn dabei auch noch ein Glas Prosecco rausspringt, so soll mir das auch recht sein…

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