Immerhin
Im Christianschen Debattierclub für gebildete und gute Menschen (Sonntag, ARD, irgendwann gegen Zehn am Abend) fielen immerhin zwei ganz interessante Sätze:
Herr Milbrand, Ministerpräsident von Sachsen, dem wohl einzigen ernstzunehmenden neuen Bundesland meinte völlig zu recht, dass a) die EU-Osterweiterung eine großartige Chance ist, gerade auch für den deutschen Osten, aber man die Verlierer – die es bei jedem politischen Umbruch notgedrungen gibt – nicht vergessen dürfe. Da hat er recht, das ist originäre Aufgabe der Politik: die (großartigen!) Chancen nutzen, aber nicht die Kehrseiten vergessen. Verschweigt man die nämlich, dann kippt schnell die Stimmung. An Gutes gewöhnt man sich schnell, die negativen Seiten einer Veränderung prägen sich ein. Das hat die deutsche Einheit genauso gezeigt wie die Euro-Einführung.
Herr Genscher, mein ganz privater TV-Liebling prägte im Anbetracht der bemitleidenswerten Bildungslage in diesem (unserem) Land das einrahmenswerte Bonmot, man hätte sich in der Bildungspolitik, statt die Leute mit missglückten Rechtschreibreformen zu quälen, lieber um die Lösung von Problemen kümmern sollen.