Kopflos, Konzeptlos, Vaterlandslos, schweres Los
Was für Tage wir derzeit erleben dürfen, können und müssen. Da nennt der Kanzler die Auslagerer und Job-Verschieber der deutschen Wirtschaft unpatriotisch und Herr Benneter legt noch einen drauf und bezeichnet sie als vaterlandslose Gesellen.
Das ist insofern ganz interessant, als es ja gerade die SPDler waren, die von den Eliten des Kaiserreiches wegen ihrer internationalen Ausrichtung (wir erinnern uns: „… die Internationale erkämpft das Menschenrecht“ und ähnliches Gedudel) so bezeichnet wurden. Nun also wirft eine neo-nationalistische (und damit, entschuldigung, deutlich rückwärtsgewandte, also konservativ im schlechten Sinn ausgerichtete) SPD den international – wer mag darf hier auch „global“ oder „globalisiert“ sagen – agierenden Unternehmen vor, dass sie auf wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen über-national reagieren. Aber das sind die Märkte, Kaptial- und Warenflüsse eben: global. Und das wollte ja auch die Politik, nicht umsonst bekennen sich ja die EU-Verträge zum Binnenmarkt und erklärt die EU-Politik auf dem Papier (und nur da!) auch ständig, dass es toll wäre, Markte und Wirtschaftssysteme etwa für die Dritte Welt zu öffnen. Nun ist die EU nur ein Teil der Welt, aber die grundsätzliche Einsicht in Notwendigkeiten spricht eben auch aus solchen Werken.
Als Fazit darf man wohl sagen: Ein Fall von a) widersprüchlichem Verhalten und b) selbst dran schuld.