Am Ende

      Nun bin ich ja sicher kein Freund der Bildzeitung, aber was der Kanzler und sein Sprecher Bela Anda da machen, das ist unsäglich. Da wird dem Blatt einseitiger Kampagnenjournalismus vorgeworfen und man schneidet es, wo man nur kann. Plötzlich sind da keine Sitzplätze mehr in der Kanzlermaschine frei und die Interviews werden auch gestrichen. Gut, dass man dagegen protestiert.
      Eine Regierung, die sich so kleinlich wie die Schrödersche zeigt – ich sage nur: Haarfarbe – und gleichzeitig geradezu nach Fettnäpchen sucht, in die man stolpern kann, die hat es schlicht verdient, dass sie schlechte Presse hat. Dann mit de facto Ausschluss eines bedeutenden Meinungsmachers, ob man diesen nun mag oder nicht, zu reagieren, negiert die Pressefreiheit. Und die steht im Grundgesetz. Aber wir haben eben Machtmenschen an der Regierung, und keine Politiker.

      Um dann aber gleich mal nachzulegen und keine falschen Eindrücke aufkommen zu lassen: Falls die CDU den in Spendenskandale verwickelten, strippenziehenden Koch, den ich persönlich für untragbar halte, als Kanzlerkandidaten aufstellt, gelobe ich hiermit feierlich, der nächsten Bundestagswahl fernzubleiben. Die derzeitige Regierung wähle ich nicht und das bürgerliche Lager fällt dann ja wohl auch aus. Koch als Kanzler – das dürfte den derzeitigen Zustand noch verschlimmern, auch wenn das unvorstellbar scheint.

      Und weil wir gerade beim Rundumschlag sind: von einer Frau, die sich bei Protestaktionen von Postlern in der Nähe ihres Hauses über die Lärmbelästigung beklagt, sollte sich der Kanzler scheiden lassen. Schnell. Ganz, ganz schnell.

     PS: habe ich nicht mal gelesen, Frau Schröder-Köpf soll mal als politische Journalistin gearbeitet haben? War das vielleicht ein früheres Leben? Sehr viel früher?

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