Rechtschreibreform? Wie? Was?
Stimmt, das ist ja auch schon wieder über 10 Jahre her. Die Rechtschreibreform. Wohl einfach vergessen. 1996 erstmals implementiert, wurde sie aufgrund erheblicher Proteste der Gegner der Rechtschreibreform in den Jahren 2004 und 2006 nochmals überarbeitet. Ich weiß ja nicht, wie es Ihnen geht, aber bislang hat mich keine Reform so wenig tangiert wie diese und keine war wohl so überflüssig wie diese. Ich schreibe - ohne jemals über Änderungen nachgedacht zu haben - nach der alten Orthographie oder so ähnlich, wie ich sie aus der Grundschule - Dank meiner beiden älteren Schwestern auch schon lange davor - kenne. Nein, nicht ganz, “daß” schreibe ich jetzt konsequent mit zwei “s”. Manchmal auch groß mit zwei “s”, im Prinzip je nach Laune. “Delfin” hingegen gefällt mir einfach nicht, “Delphin” finde ich eben richtiger, alles andere widerspräche meinem Stilgefühl.
Bislang (seit 12 Jahren nicht!) erreichte mich jedoch auch noch kein einziger Hinweis von Kunden, Mandanten, Behörden oder Freunden, ich möge in meinen Schriftsätzen oder sonstiger Korrespondenz auf die neue Schreibweise achten. Vermutlich weil sich keiner anmaßen möchte, die neuen Regeln selbst zu kennen. Stillhaltetaktik. Oder besser noch nach der alten Weisheit, wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen, handeln. Oder noch besser, der größte Teil der deutschen Bevölkerung ignoriert die Rechtschreibreform ohnehin selbst.
Ich glaube, die Rechtschreibreform ist schlicht “verpufft”. Leid tun mir aber meine Nichten, die mit den unsinnigen neuen Regeln gequält wurden und vermutlich noch werden. Gott sei Dank lernen alle jetzt Latein - da weiß (ss) man, was man hat.
Bei dem Setzen von Kommata - das werden Sie diesem Artikel mit Adleraugen sofort ansehen - ließ ich ohnehin immer nur mein Gefühl walten. Manchmal trügt es eben. “Vor und steht ein Komma, wenn danach ein eigener Satz mit einem eigenen Subjekt kommt”, ist die einzige Komma-Regel, die mir Dank meines Deutschlehrers Herrn Bücherl, im Ohr geblieben ist. Wir muss(ß)ten diese Regel immer im Chor aufsagen. Übrigens, ich war in der Grundschule meistens Klassenbeste, habe Abitur und u.a. zwei Staatsexamina. Meine Ignoranz gegenüber Komma-Regeln und auch sonst scheint mir also wenn überhaupt, dann nur unbemerkt geschadet zu haben.
Schade ist nur, dass soviel Geld mit der Reform verpulvert wurde, welches wir für andere Dinge dringend brauchen könnten. Neben vielen anderen sinnvollen Dingen, könnten wir zum Beispiel ein paar mehr Tagesstätten oder Schulen einrichten mit einem Angebot an Yoga-oder Meditationskursen für Jugendliche und Kinder, die infolge des Stresses beim Erlernen der neuen Rechtschreibung dringend einen Auslgeich benötigen. Pflicht des Staates wäre es, einmal einen Schlußpunkt zu setzen, Finanzkrise hin, Finanzkrise her. Finanzkrise? Wie? Was?
December 27th, 2008 at 2:37 pm
Gott sei dank sind wir irgendwann alle tot - da weiß (ss) man, was man hat.
May 27th, 2009 at 1:28 am
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May 2nd, 2011 at 1:02 pm
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September 7th, 2011 at 9:26 am
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