Schnee

     In der Stadt fällt wieder jede Menge Schnee. Für die Südländer: Schnee ist eine der Erscheinungsformen von gefrorenem Wasser. Eis (das ist eine andere Erscheinungsform) und Schnee sind sozusagen Wasser in Stückform. Fest eben. Wobei der Schnee so fest sich gar nicht anfühlt, weil er in Flocken fällt und die eigentlich wieder schön weich sind. Schwierig zu fassen also, diese Erscheinung.
     Jedenfalls ist der Schneefall in der Stadt eine ziemliche Verschwendung. Denn hier sieht die weiße Pracht bereits nach wenigen Stunden eher matschig-grau, staubig und recht unappetitlich aus. Viele Stadtautofahren haben auch keine Winterreifen und müssen mit der U-Bahn fahren, die nun noch voller ist, falls das geht. Außerdem stehen auf jedem Fußweg Bürger, die ihrer Räum- und Streupflicht nachkommen im Weg; die muss man verscheuchen, will man vorankommen. Klarer ausgedrückt: Schnee in der Stadt nervt.
     Wie viel schöner wäre es doch, würde der städtische Schnee direkt in den danach dürstenden Schigebieten fallen. Dort investiert man Geld und Mühe in die Erzeugung künstlichen Schnees oder fährt den Kram per LKW aus höheren Berglagen an.
     Ich bin dafür, dass die Bundesregierung sofort eine Initiative zu bedarfsgerechteren Verteilung des Schnees initiiert. Das Gesetzgebungsverfahren sollte möglichst noch vor der Sommerpause (!) in die Wege geleitet werden, damit es nicht zu spät für die nächste Scheesaison kommt. Und wehe, der Bundesrat stellt sich quer, dann wir er abgeschafft.
     Wahrscheinlich wird das alles den Schnee nicht kümmern.

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