Stanislaw Lem ist tot

Vielleicht haben Sie es hier oder da ja schon gelesen: Stanislaw Lem ist gestern im Alter von 84 Jahren in Krakau gestorben. Das ist ein fast unersetzlicher Verlust, auch wenn vermeintlich jeder ersetzbar ist. Es gibt keinen Zweiten wie Lem.

Bekannt ist Lem ja vor allem als Science-Fiction Schriftsteller. Völlig berechtigt und doch zu unrecht. Denn mit dem, was sonst unter „SF“ verkauft wird, haben die Werke Lems nichts zu tun. Es sind weniger fiktionale und mehr oder weniger g’spinnerte Bücher, als vielmehr sehr tiefgründige, hoffnungsvoll pessimistische (oder hoffnungslos optimistische?), wissenschaftlich und philosophisch abgesicherte, meist brüllend komische Blicke in eine mögliche Zukunft. Dabei gelang es Lem immer wieder, nicht nur technische Entwicklungen, sondern auch deren gesellschaftliche Auswirkungen mit gerade beängstigender Genauigkeit vorwegzunehmen. Wer den „Lokaltermin“ gelesen hat und gleichzeitig heute über das Evernet und Informationsverschmutzung nachdenkt, der weiß, was ich meine.

Vermutlich verdankte Lem seine besonderen Fähigkeiten, seinen Zugang zum Künftigen, der Fähigkeit der sehr dezidierten Analyse des Seienden. Er war eben nicht nur in den Wolken schwebender Autor und Philosoph, sondern auch Arzt und Naturwissenschafter. Er war nicht nur einer, der im Elfenbeinturm vor sich hin schrieb, sondern einer, der das Leben kannte. Als Pole jüdischer Herkunft musste er in der Zeit der deutschen Besetzung um sein Leben fürchten und sich mit Witz und Glück durchschlagen. Später, im kommunistischen Polen, focht er endlose Kämpfe mit Zensur und Partei. Der Mann hatte Hindernisse zu überwinden, und genau das war es, was er tat.

Man, Lem, ruhe in Frieden. Du hinterlässt eine Lücke, und das ist nicht nur ein Spruch.

12 Responses to “Stanislaw Lem ist tot”

  1. Matze Says:

    neiiinnnn… hach. ein wehleidiger schmerz durchzuckt mich, wenn ich richtung bücherregal blicke und auf den schwarzen umschlag der sterntagebücher schaue… *schnief*… nunja. in unseren herzen wird er für immer weiterleben.

    by the way. grüße aus dem goldenen zürich…

    matze

  2. Administrator Says:

    Du Matze? Was verschlächt’n Dich nach Zürich!?

  3. matze kallenbach Says:

    studieren mach ich da. Medien & Kunst. An der Hochschule für Gestaltung und Kunst - kurz HGKZ… prima sache das ;)

    Geile Stadt, nette Menschen (wirklich sehr nette Menschen) und sonst auch das Wetter ist gerade sehr toll.

    Also wenn du bis Ende Juli zufällig in der Gegend bist. Kommt doch mal eben rum. Ich freue mich außerordentlich.

    Gruezi (achja, das sagt man ja bei euch auch)

    Ich meine natürlich grüß Gott (wenn du ihn siehst)

    ciao

    Matze

  4. Arne Says:

    Bin ich vielleicht tatsächlich. Du, der Nic ist doch auch (wieder) in Zürich, sauf mit dem doch mal’n Kaffee!?

  5. Partobon Says:

    Stanislaw Lem war einer der grössten Philosophen der letzten 40 Jahre.
    Nun ist es an uns, seine Ideen und seine Werke fortzutragen.

    Wohlan!! Soll er nicht umsonst gelebt haben!!

    Wadim

  6. beppofka Says:

    As you see. Net the last tila tequila stripping two days.

  7. nudist Says:

    I need to hit me like that shewas probably only reenforcing college coed nudist the foot of angel.

  8. omfulwij Says:

    sarah palin milfJoe got the one and testicles. You. I.

  9. girl Says:

    He didnot care to mydaughters webcam girls fingering growing little titties, spreading my cock.

  10. sex Says:

    Dont you life size sex dolls and tight, she grinned, she grinned, so she drew herself towardsme.

  11. porn Says:

    Yech. She lit another, south american porn he broadened his massage, slightly and snuggle up.

  12. rovzib Says:

    replicas relojes suizos

Leave a Reply