Noch mal: Mohammed-Karikaturen
Irgendwie beschleicht mich zwar das Gefühl, dass zu dem Thema schon alles gesagt und geschrieben wurde. Aber eben noch nicht von allen. Von mir zum Beispiel nicht. Aber ich fasse mich kurz.
1. Ja es stimmt. Nicht alles, was man unter der Meinungs- und Pressefreiheit sagen kann, muss auch gesagt werden. Religiöse Gefühle sind eine heikle Sache und vermutlich verletzten die besagten Karikaturen (ich habe sie nicht gesehen) in der Tat die Gefühle vieler Menschen. Das muss nicht sein, ist auch nicht besonders geschmackvoll.
2. Es ist aber zulässig. Auch wenn man die Meinung irgendeiner dänischen Zeitung (Dänemark, ist das nicht das kleine Land da hinter Schleswig-Holstein?) nicht teilt oder sie (Zeitung und / oder Meinung) sogar für völlig bekloppt hält: erst mal dürfen die sagen, schreiben und zeichnen was sie denken. Das ist auch gut so.
3. Umgekehrt hat jeder und überall das Recht, seinerseits die Meinung zu vertreten, dass die Karikaturen gotteslästerlich und geschmacklos sind. Auch das ist freie Meinungsäußerung.
4. Aus der wechselseitigen Inanspruchnahme dieser Grundfreiheit der Meinungsfreiheit Aufrufe zum Boykott oder, schlimmer, zum Mord an Menschen abzuleiten, Botschaften zu stürmen und Sachen kurz und klein zu schlagen, liegt völlig neben der Sache und bestätigt nur die Vorurteile derer, die auch die Karikaturen (siehe Punkt 1) vermutlich schon gut gefunden haben. Es ist eine unangemessene und erschreckend kontraproduktive Reaktion.
February 5th, 2006 at 9:09 pm
Dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Obwohl mir scheint, daß zu viele Leute nicht bis Punkt 4 gedacht haben.
February 7th, 2006 at 6:29 pm
Hallo Arne,
haben die muslimischen Oberpriester versaeumt, ihre Gottheit bzw. Propheten als Bildmarke international eintragen zu lassen ?
Wie waere denn dann die Rechtslage ?
Gruesse
Konrad
April 11th, 2006 at 3:21 pm
prägnante betrachtung - den argumenten kann ich zustimmen!
schade nur . . . “ich habe sie nicht gesehen”