Vorweihnachten

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     Vorweihnachten in der Stadt. Gehetzte Gesichter, Aggressivität, volle U-Bahnen, Schlamm. München soll am schlimmsten sein. Weihnachtsfreie Zone nicht einmal beim Italiener; zwar kein Lametta aber „Let them know it’s Christmas“ aus dem Lautsprecher. Wir kaufen auch ein. Jede Menge Sachen. Schuhe zum Beispiel und auch fast Digitalkameras. Aber so richtig zufrieden macht das nicht, obwohl es erstaunlich schnell vorbei geht; gute Planung zahlt sich da aus. Irgendwie fühle ich mich trotzdem nicht so, wie ich meine, dass es der Zeit angemessen wäre. Aber kein Wunder.
     Konsum, Materialismus, Hedonismus; viel besser noch: Stress, Ärger und mentale Überlastung sagen uns nichts über die Fragen, die zu Weihnachten gestellt werden. Sie sagen uns nichts über Werte, sie lassen uns weder Bilanz ziehen, Rechenschaft ablegen, über das, was war, noch lassen sie uns nach vorn schauen, in das neue Jahr. Sie sagen uns nichts über das Woher und nichts über das Wohin. Sie sind – wie jede Ersatzbefriedigung – hohl, hinterlassen einen bitteren Nachgeschmack.
     Aber natürlich sind das alles Allgemeinplätze. Es ist eben doch schon alles gesagt, nur eben nicht von allen. Bleibt noch einiges zu tun. Nur am Rande: das Bild illustriert eher Weihnachten auf dem Land. Das hat mit dem Thema nichts zu tun, sieht aber besser aus.

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