Demokratie frei nach Müller
Gerade eben flimmerte im „Heute-Journal“ ein kurzes, nichtsdestotrotz aber bezeichnendes Statement des Herrn Michael Müller, seines Zeichens einer der acht stellvertretenden Vorsitzenden der SPD-Bundestagsfraktion über den Bildschirm. Darin äußerte Herr Müller, dessen Äußerungen meist ohnehin gewisses Amüsement hervorrufen, dass Herr Gerhard Schröder schon deshalb Bundeskanzler bleiben müsse, weil er allein in der Lage sei, die kommenden Herausforderungen, vor dem dieses Land stehe, erfolgreich zu meistern.
Dieses launige Bonmot mag Herrn Müller ja zum Propheten qualifizieren, kaum aber zum Demokraten: es ist nicht die Sache einer politischen Elite, zu der man auch stellvertretende Fraktionsvorsitzende zählen mag, darüber zu entscheiden, wer einen Job „besser“ (gemessen an welchen Maßstäben eigentlich) machen könnte. Letztlich wählt immer noch das Volk.