Geburtstagswandern

wallberg-blick

     Am Samstag hatte ich 30. (dreißigsten) Geburtstag. Das war eine in mehrfacher Hinsicht bemerkenswerte Erfahrung. Zum einen wurde mir anläßlich eines Gratulationsanrufes glaubhaft von einem Mitglied meiner Familie versichert, dass vorliegendes Blog ab und an mit, wenn schon nicht Spannung, so doch gemäßigtem Interesse, verfolgt wird. Da ich diese Mitteilung erhielt, während mich mein Eheweib zur Feier des Tages den Wallberg im Tegernseer Land hochjagte (Sie voran, ich fluchend hinterher), meinte ich, es wäre ein gute Idee, das eine oder andere Bild der Begebenheit öffentlich verfügbar zu machen. Das soll hiermit geschehen. Was man nicht sieht: meinen preußisch-ungeübten Muskelkater und ihren bayerisch-forschen blauen Fleck aufgrund eines Sturzes nach überhöhter Laufgeschwindigkeit. Eigentlich sieht man mich natürlich überhaupt nicht, aber einer muss ja auch die Bilder machen.
     Viel wichtiger: Bhutan hat jetzt auch einen Fernsehsender. Einen. Bis jetzt war dieser ganze neumodische TV-Kram verboten. Die Bevölkerung des Landes, allen voran der König, gehen davon aus, dass ihnen nun die Tür zu Reichtum, Wohlstand und Zufriedenheit offen stehen, man also Anschluss an die zivilisierte Welt gefunden hat. Ich habe vielmehr das Gefühl, dass einer der letzten friedlichen Plätze auf diesem Planeten verschwunden ist. Aber vermutlich ist das typisch westliche Lehnstuhl-Romantik („Schau mal, die schicken Wilden da draußen!“). Natürlich sei ihnen der Fortschritt gegönnt, aber sie sollten a) kein Privatfernsehen zulassen und b) den einen oder anderen deutschen Berater für die Erhebung der GEZ-Gebühr hinzuziehen; wir haben da schließlich Erfahrung.
     Für meine Promotion ist mir ein wirklich schickes Argument für meinen Standpunkt eingefallen. Das brauche ich auch dringend, denn bis jetzt war es immer so, dass jeder (jeder!), dem ich meine Theorie vortrug, spontan anderer Meinung war als ich. Immerhin ließen sich einige (wenige!) nach Anhörung meiner Argumentation dazu hinab zu äußern, meine Ansicht wäre gerade noch vertretbar. Es gibt also durchaus noch wissenschaftlichen Rum zu ernten.

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