Frau Künast deutschtümelt
Gestern hat unsere Verbraucherministerin, Frau Künast, dazu aufgerufen, doch bitte mehr deutsche Produkte einzukaufen, dann gäbe es auch mehr Arbeitplätze in Deutschland.
Möglicherweise sollten wir, statt diesem Rat zu folgen, darüber nachdenken, Minister aus dem Ausland zu importieren, vielleicht würde dann ja die deutsche Politik besser. Womöglich handelt es sich natürlich bei den betreffenden Äußerungen nur um Wahlkampfgeklingel. Dann freilich fragt sich, warum gerade eine grüne – und damit dem eigenen Selbstverständnis ja wohl „progressive“ und „linke“ Politikerin im trüb-nationalen „Deutsche.kauft-deutsch“-Teich fischt.
Vielleicht sollte sich Frau Künast für den Anfang mal ein Buch über Volkswirtschaftslehre besorgen; auch wenn das für grüne Politiker ein unübliches Verhalten sein mag. Es muss kein ganz neues sein, die Theorie der komparativen Vorteile findet sich auch in älteren Ausgaben.
Nach dieser Lektüre wäre es an der Zeit, über den deutschen Exportüberschuss nachzudenken sowie über die Tatsache, dass das klein wenig Wachstum, das wir in diesem Land noch haben, daher rührt, dass Menschen im Ausland deutsche Waren kaufen.
Zuletzt sollte es auch Politkern zuzumuten sein ein wenig „Butter bei die Fische“ zugeben und bekannt zu geben, was denn nun eigentlich „deutsche“ Produkte sind. Dürfen die ausländische Vorarbeit haben? Müssen die in Deutschland zusammengebaut worden sein? Ausschließlich auf deutschen Maschinen gefertigt? Ausschließlich aus deutschen Rohstoffen, aus deutschem Eisenerz und Erdöl? Nur von deutschen Arbeitskräften? Deutsch nach Herkunft oder Pass?
Ganz sicher lässt sich auch auf Deutschland in der einen oder anderen Form die bekannte Untersuchung einer amerikanischen Universität anwenden, die in das „amerikanischste“ aller Autos suchte, also das mit dem höchsten Anteil an US-Wertschöpfung.
Sieger war ein japanischer Wagen.