Cool heads will prevail

Der Spiegel berichtet aus London, dass die Menschen dieser vom Terror betroffenen Stadt das machen, was in ihrer Situation das einzig richtige ist: weiter wie bisher.

Cool Britannia nimmt den Terror ernst, aber lässt ihn nicht über das eigene Leben, die Werte, das Handeln bestimmt. Denn das ist es, was die Terroristen wollen: Handlungshoheit gewinnen, Menschen und Regierungen spalten, vor sich hertreiben. Angst verbreiten.

Auch in der Bundesrepublik ist der RAF-Terrorismus letztlich so entschärft worden. Nicht mit Idioten reden; sie einfach als die Verbrecher brandmarken, die sie sind; kraftvoll aber ohne Panik handeln, die Sympathisantenbasis in der Bevölkerung trocken legen.

Apropos Sympathisantenbasis: Was mich wirklich bedrückt sind die Aussagen, die man in Internetforen und Diskussionsgruppen lesen kann. Da kann man erfahren, dass die Briten selbst Schuld am Terror seien, indem sie sich am Irakkrieg beteiligten. Dass Blair keinen Deut besser sei als die Bomber, dass man mit denen reden müsse, um mehr über ihre zweifellos bewunderungswürdigen Beweggründe zu erfahren.

Ich kann und mag das gar nicht kommentieren. Ich weiß nicht, wie man auf solche Gedanken kommt. Sie zu lesen macht mich krank und wütend.

4 Responses to “Cool heads will prevail”

  1. orangeguru Says:

    Herr Trautmann! Natürlich hat Herrn Blairs Engagement im Iraq auch solche Konsequenzen - aber das hat sicherlich nichts mit Schuld zu tun.

    Wer sich im Krieg befindet - muss damit rechnen, dass die Gewalt auch nach Hause überschwappt. Deswegen ist der Blutzoll nicht ‘verdient’, aber sicherlich nicht verwunderlich.

  2. sonja Says:

    Ohnmacht ist wohl eher richtig statt business as usual. Was bitte soll man auch anderes tun? Gefährdet sind wir alle, als Folge von Globalisierung und mehr Freiheit. Nur es bewahrheitet sich, dass man von anderen nicht immer das verlangen kann, was man von sich selbst erwartet. Ideale und Überzeugungen mit Mord und Totschlag verankern zu wollen hat sich in der Vergangenheit schon so oft als Fehler erwiesen und ist eben nicht neu. Das Ausmaß wohl, aber das ist eine Frage der Mittel und Möglichkeiten. Westliche Gesellschaften waren schon Täter und sind nun Opfer. Viele haben gelernt, dass man mit Gewalt rein gar nichts erreichen kann, für alle gilt diese reine Wahrheit nicht. Erwarten wir es auch nicht. Bleibt uns also, sich richtig zu verhalten, sprich sich gar nicht zu verhalten, sondern einfach so zu tun, als ob nichts gewesen wäre.

  3. orangeguru Says:

    @Sonja: Werteste! Mit Gewalt errreicht man eine ganze Menge! Es ist immer nur die Frage an welcher Stelle man den Hebel ansetzt. Saddam wäre ohne Gewalt nicht verschwunden. Hitler auch nicht. Gewalt ist und bleibt ein Werkzeug der Politik. Doch nicht jeder hat die richtige Menge, um etwas zu verändern.

  4. sonja Says:

    Lieber Dieter, mit Gewalt erreicht man sicher eine Menge, die Frage ist nur wie nachhaltig. Da ist mir ein gewaltloser Umbruch lieber, der sich dann auch in den Köpfen vollzieht, aber Dir sicherlich auch..