Parallelparty
Keinen Menschen interessieren die Nachrichten von Gestern. Aber diese Texte hatte ich im Oktober schon geschrieben, aber irgendwie nie ins Blog gestellt. Und das ist ja dann doch irgendwie schade drum. Und weil sie ja noch keiner kennt und ich ohnehin so faul war in den letzten Tagen (nein: eigentlich war ich fleißig und dadurch so beschäftigt, dass ich einfach keine Zeit übrig hatte), habe ich sie eben jetzt reingepackt und das Datum gefaked. Wer sich beschweren mag, der kann ja eine Mail schreiben.
Wie viele Partys kann es eigentlich a) in München b) auf der Praterinsel c) mit Videoinstallationen geben, die d) um 23:00 Uhr beginnen? Genau zwei. Natürlich waren wir erst auf der falschen. Aber auch kein Wunder. Der Einweiser am Eingang der Insel meinte schon, wie sollten uns nach links wenden und dann immer den Lichtern nach. Auch die Türsteherin wunderte sich zwar ein wenig, warum wir keine Einladungen dabei hätten, obwohl doch darauf stünde, dass man ohne die nicht eingelassen würde. Und auch die anwesenden Gäste erschienen uns irgendwie seltsam, overdressed und im Schnitt zu alt. So richtig klar wurde mir der Sachverhalt aber erst, als viele Damen mit kleinen Sektgläsern kamen und das Buffet eröffnet wurde. „Sagen Sie mal“, fragte ich eine der Getränketrägerinnen, „ist das hier die Burning-House-Party?“ Nun, man war auf der Privatfeier einer Schauspielerin anlässlich der Premiere ihres neuen Stückes. Aber wie man sieht: letztlich kommt man überall rein, wenn man ein Sakko anhat und lügen kann, ohne rot zu werden. Oder ohne zu wissen, dass man schwindelt.
Auf der anderen Feier – sehr hip und veranstaltet vom Studio9 – waren dann aber auch sehr viele Leute, die es seltsam fanden, in Erdbeerrauch bei elektronischer Tanzmusik und Thai-Curry nebst Bier für einen Euro und am Apple gemixten Live-Videos herumzustehen. Großartig. Sehr angenehmer Abend!