Bananenrepublik Deutschland

Der Kanzler hat also die Vertrauensfrage gewonnen und verloren gleichzeitig. Hervorragend. Durch die Art und Weise, wie das Ganze vorbereitet wurde („Wir laden alle ein, so zu tun, als hätten sie kein Vertrauen“) und kommentiert („Sie haben hier doch keine Mehrheit, Frau Merkel“) wurde, ist der Vorgang an der Grenze zur Verfassungswidrigkeit. Entweder knapp diesseits, vielleicht aber auch jenseits der roten Linie.

Es hätte natürlich auch sehr viel unbedenklicher Wege zu Neuwahlen gegeben. Kanzlerrücktritt zum Beispiel. Oder keine Vertrauensfrage mit öffentlicher Ansage, sondern mit fünf, sechs verschworenen und extra vorbereiteten Renegaten.

Aber Rücktritt oder geplanter Dolchstoß, das hätte dem Kanzler nicht gepasst. Das wäre ihm wohl gegen den Strich gegangen. Der sucht den Knalleffekt, das Drama, die heroisch-tragisch Gestalt, die ganz, ganz große Samstagabend-Show.

Letztlich bleibt: um sein Ego nicht allzu sehr zu belasten hat der Kanzler das Land in eine Verfassungskrise gestürzt. Das kann man selbst in Südamerika nicht besser.

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