Kapitalismuskritik
Wow, was für ein Thema. Ob nun wahlkampftaktisch oder heroisch, unsinnig ist die Diskussion mit Sicherheit nicht. Die Kluft zwischen arm und reich klafft immer weiter, in der Regel reicht das Geld nicht mehr zum Leben. Allein die Unternehmen sind daran aber nicht schuld. Man nehme beispielsweise nur den Häuslebauer. In den USA und den meisten europäischen Nachbarländern kann das schmucke Eigenheim mit 60% weniger Kosten erlangt werden, als hierzulande. Allein die Auflagen und Bedingungen zu erfüllen, die uns Bau-, Sicherheits- und Umweltvorschriften vorgeben, treibt die Kosten richtig in die Höhe. Benzinpreise, Kosten für öffentlichen Nahverkehr etc. erwähnen wir lieber nicht. Problem ist, dass höhere Kosten in der Kette des Mehrwertschöpfens der Endverbrauer in der Regel zu tragen hat. Wer aber mit unter wegen irrsinniger bürokratischer Vorgaben und Verflechtungen hohe Kosten hat, versucht sie verständlicherweise dort zu kappen, wo sie am leichtesten zu kappen sind - beim Personal. Das kann man sich leicht woanders holen. Gott sei Dank, oder leider, je nachdem wie man es sieht, gibt es ja noch keine Vorschrift, die dem Unternehmer vorschreibt, wie der Arbeiter am Fliessband physisch auszusehen oder welcher Herkunft er sein muss. In diesem Zusammenhang sei auch angemerkt, unter welchen Bedingungen beispielsweise aus Polen stammende Bauarbeiter teils hier wohnen. Zu viert, zu fünft in teilweise nur zwei Räumen mit Waschbecken und Elektroplatte. Die Familien im Heimatland - zweifelsohne dort im schmucken, aber günstigem (s.o.) Eigenheim. Das wird man aber von hier lebenden gebürtigen Arbeitern nicht verlangen können.
Papst Leo XIII (zzz, die Päpste sind schon Hunde!) hat einmal gesagt, dass ein Lohn eine Familie ernähren können muss. In und um München, wie auch in etlichen anderen Regionen, geht das schon lange nicht mehr. Wie steht es eingentlich um die gesellschaftliche Verantwortung von Vermietern? Nicht, dass ich hier nun die Unternehmen, die bösen, in Schutz nehmen möchte, aber so gut die Dikussion auch ist, man sollte sie nicht reduziert führen. Die strukturellen Probleme, die wir zweifelsohne haben, können nicht nur auf wirtschaftlicher Ebene gelöst werden, der Staat muss da schon mitziehen - und das sind wir alle. Aber wenn wir der Staat sind, dann tragen wir für das die Verantwortung, was wir am Ende zu tragen haben, und das ist dann wie bei der Katze mit dem Schwanz.