Fernweh…

Kennen Sie diese schleichend auftretende Unruhe, zunächst nur am Rande, dann plötzlich gewaltig, tief in einem selbst, so alle paar Jahre? Haben Sie dann auch das Gefühl dringend weg zu müssen? Raus aus dem Alltag? Weg in ein großartiges anderes Land, eine aufregende Stadt? Dort leben und arbeiten? Es ist wohl die Leidenschaft, die die Betroffenen treibt, oder das Bedürfnis, Alltag und Langeweile keinen Zutritt zum eigenen Leben zu gewähren. Vielleicht auch das schlichte Verlangen, vor dem letzten Atemzug ehrfurchtsvoll sagen zu können, mehr hatte in MEINEM Leben keinen Platz. Vielleicht ist es auch eine Sache für den Psychologen, wenn Menschen immer wieder auf der Suche sind, keinen Halt und keine Ruhe in sich selbst finden. Nicht jeder hält es eben in einem Fass aus. Andererseites kann auch die ständige Veränderung etwas sehr statisches sein, nichts ist ja bekanntlich beständiger als der Wandel. Nun, philosophieren könnte man hier sicher Stunden, Antworten bekommt man - wie so oft - wohl nicht. Aber halt, ich werd mal bei Epikur blättern, womöglich ist ihm zu diesem Phänomen etwas weises eingefallen.

7 Responses to “Fernweh…”

  1. schwester Says:

    Hallo, habe gerade im mdr-Info gehört, dass noch Leute zwecks Aufenthalt in Kanada gesucht werden. Die organisieren da einem Arbeit und Aufenthaltsgenehmigung etc(irgendwie 41 Jahre deutsch-kannadische Freundschaft). Wäre doch mal was, aber ähm, warte….macht ja schon Axel. Who knows?

  2. konrad Says:

    Was ist der Reichtum des Lebens ?
    Fragt man einen Fischer, der nach getaner Arbeit am Strand im warmen Sonnenlicht doest, weshalb er nicht wieder hinausfaehrt, um noch einen weiteren reichen Fang an Land zu holen, dann wird er wohl antworten: “Wozu ?”
    Er solle sich doch bloss vorstellen, welche Reichtuemer er sich leisten koennen wuerde !
    “Reichtuemer wozu?” wuerde er rueckfragen.
    Naja, dann koenne er sich einen Urlaub goennen, am Strand liegen und doesen….

    Reichtum hat eben nichts mit einer Menge Reichtuemer zu tun. Das Wort Reichtum ist uebrigens interessenter Weise nicht im lateinischen Wortschatz enthalten: ist ein plurale tantum!

    Und Fernweh ist bloss eine Illusion, ein Trugbild, “reich” ist das Leben nur, wo unser Gesicht einen Namen hat: in der Heimat.

    sagt mit einem Seufzer Konrad heute an seinem 49. Geburtstag, fern der Heimat in fremden Gefilden, im Land der Portugiesen.

  3. sonja Says:

    Na dann alles Gute!

  4. Arne Says:

    Aber das Leben in der tollen, neuen Stadt wird auch schnell zum Alltag. Alltag ist eben das, was “alle Tage” so passiert. Wie sagt außerdem die Frau, die ich geheiratet habe immer? Egal wo man hingeht, man nimmt sich immer mit.

  5. sonja Says:

    Da hast Du aber eine kluge Frau geheiratet. Gratulation!

  6. Arne Says:

    Stimmt, habe ich.

  7. konrad Says:

    Ja, ich denke auch, dass Arne eine kluge Frau geheiratet hat, denn sie vermag weise und treusorgend zu troesten, zu ermahnen und aufzumuntern mit schoenen, wenigen und verstaendlichen Worten.
    Konrad gruesst jetzt nicht mehr als Schwerenoeter, dankt auch Sonia