Die Blogosphäre reflektiert sich selbst. Fast.

Da schreibt die Insight Online, dass es sich bei Weblogs im Großen und Ganzen um eine Senfstauentleerung handelt. Böse Insight Online! Klaus diskutiert, ob das so stimmen kann; der Dienstraum bring ein paar (ganz gute aber nicht verallgemeinerungsfähige) Argumente, warum das doch auch ganz dufte ist und (der hochgeschätzte, nur um Missverständnisse auszuschließen!) Robert hält die Herren für Banausen.

Tatsächlich hat die Insight-Online nicht recht. Aber nicht, weil Weblogs toll sind, sondern weil sie („Weblogs“ als Synonym für die Blogosphäre gebraucht) noch viel weniger toll sind, als selbst die Insight-Online glaubt. Weblogs sind nicht einmal Senfstauentleerer. Sie sind weniger.

Soviel vorweg: es gibt in Deutschland einige wirklich gute Blogs zu Fachthemen, die drei im ersten Absatz gehören da übrigens ganz sicher dazu. Wirklich formidabel ist allgemein die Fachszene zu web-technischen, IT- und Agenturfragen. Aber wirklich meinungsmachende Blogs; Blogger, die wie in den USA zum Bericht über Wahlkampfveranstaltungen eingeladen würden; Blogs, die von echten Spin Doctors betrieben werden, die gibt es nicht.

Stattdessen gehen die allermeisten Blogs nicht über bessere Linklisten hinaus. Da werden im besten Fall noch Nachrichten (ohne Anspruch auf Vollständigkeit und der Beliebigkeit des Bloggers unterworfen) weitergegeben: „Du, ich hab da was gefunden, das steht da (link)“. Toll.

Wo bitte bleibt die Meinung, wo die Auseinandersetzung, wo der Kommentar? Eine Suchmaschine kann ich selbst bedienen und den SPON und Heise aufrufen auch. Weblogs, die Nachrichtenmagazine einfach mangels Manpower nicht ersetzen können, machen mich gerade Sinn, weil sie eben eine subjektive Komponente zur Nachricht zugeben können. Die Diskussion, die subjektive Sicht, das ist doch das spannende an Blogs. Also das Zugeben von Senf im besten Sinne.

Aber wo bleibt das? Wo sind denn die spannenden Diskussionen politischer Tagesfragen? Wo ist die Meinungsbildung im Internet-Volk durch digitale Grassroot-Medien? Na?

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