Fast Portugal Tag 7 - Sevilla

Ganz spontan sind wir heute nach Sevilla gefahren. Sprich: wir standen an dem Stoppschild am Eingang von Tavira, links geht’s ans Cap und rechts nach Spanien. Nach kurzem hm, hm, von Arne bin ich einfach rechts abgebogen, 150 km später waren wir in Sevilla. Traumhafte Stadt, mehr kann man eigentlich nicht sagen. Da wir bis Abend eigentlich nur noch ein paar Stunden Zeit hatten, beschlossen wir sightseeingmäßig nur die Kathedrale anzusehen. Ein Fehler, wie sich herausstellte. Die Kathedrale ist zwar schön, keine Frage, aber keinesfalls spektakulär.

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Das Ganze ist ein wildes Sammelsurium an Anbauten, Umbauten, Erweiterungen was wegen der 700jährigen Entstehung eigentlich nicht verwundert. Letztlich aber keineswegs so anmutig wie ein Petersdom, die Sagrala Familia in Barcelona oder auch nur eine Theatinerkirche in München. Highlight aber ist der Turm, den man besteigen kann und von dem aus sich dann ein wirklich schönen Blick auf Sevilla erblickt.

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Den Rest des Nachmittages haben wir dann schlendernd im Viertel Santa Cruz, dem ehemaligen Judenviertel verbracht. Trotz nur Schlenderns haben wir so en passant noch jede Menge kleiner Kirchen, San José und San Lorenzo, das Rathaus etc. mitgenommen – und das ganz ohne Stress (Tipp von Arne: wenn man in einer neuen Stadt nur ein paar Stunden Zeit hat, dann nicht hektisch Top-Tipps abklappern, sondern sich in ein Straßencafé an einem gut besuchten Platz setzen und die Stadt an sich vorbeiziehen lassen. Stimmt hundertprozentig!). Gegen Abend haben wir dann in einem unglaublich frequentierten Café (aber nur Mütter und solche die es noch werden) festgestellt, dass wir uns in Spanien ja wieder voll in der MEZ befinden und es daher im Gegensatz zu Portugal eine Stunde später ist. Nach einer weiteren Stunde schlendernd durch diverse Schuhgeschäfte, das Viertel hätte man auch ohne rot zu werden Santa Schuh benennen können, landeten wir schließlich und endlich in einer sehr netten Tapas-Bar unlängst des Platzes Santa Cruz, gegenüber dem Hotel Murillo. Von letzterem haben wir uns gleich mal eine Preisliste besorgt und festgestellt, dass man hier trotz der absolut zentralen Lage zu dritt für nur 70 Euro übernachten kann. Klasse. Nebenbei erlebt man noch so netten Kitsch wie Ritterrüstungen in der Eingangshalle.

Zurück ging’s dann relativ schnell, denn die Verbindungsstraße zu Portugal, die A 49, war menschen-, pardon, autoleer. Fazit: ein Supertag.

Arne: Sevilla. In der Tat eine Reise wert. Schon der Schuhe wegen: Realitätsschock. Es ist NICHT normal, für Treter 249 Euro auszugeben. Richtigerweise bezahlt man in Südspanien für tolle Echtlederschuhe in Zweifarboptik, Marke „Democrata“ (!) 59 Euro. Auch sonst ist die Stadt natürlich nett. Alle Frauen sind allerdings schwanger, was vermutlich eine Spätfolge der spanischen Inquisition oder des zweiten vatikanischen Konzils ist.

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