Hüte der Saison
Dinge, die Sie über Hutvernissagen sicher noch nicht wussten (und ich auch nicht).

Entgegen der allgemeinen Meinung ist es im Moment wenig hip, auf Vernissagen mit Prosecco, Orangesaft oder – Gott bewahre! – Kir Royal oder anderen angestaubten Mixgetränken aus den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts zu posieren. Die Dame und der Herr von Welt inszenieren sich gekonnt mit – wer hätte das gedacht? – Capri Sonne, Geschmacksrichtung Kirsch. Die Empfehlung stammt direkt vom hippen Barmann, ein Traum von durchtrainiertem Latino-Szene-Saturday-Night-Rottenführer.

Hüte werden darüber hinaus heutzutage nur noch in *wirklich* kultverdächtigen Farben getragen. Die Form scheint, wenngleich auch wichtig, letztlich eine Nebenrolle einzunehmen, denn…

da ist man kraft langer Abstinenz ohnehin aller Maßstäbe verlustig gegangen, währen der eine oder die andere sich angeblich noch an Zeiten erinnern kann, als man anderes als nur schwarz und weiß tragen durfte.

Letztlicher Oberkult und die Vereinnahmung der Modewelt durch den Hip-hop-Underground-Gegenentwurf ist aber die In-heit der einerseits lässig-versifften aussehenden aber andererseits bei genauem Hinsehen doch teuer gediegenen Halb-Bommelmütze zum Zuziehen in den grellen Trendfarben des Sommers. Ultrakrass.